Jesus Christus spricht: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.

(Monatslosung aus September 2005 aus Lukas 12,15)

Der Vers stammt aus dem Gleichnis: Der arme Reiche

15 Dann wandte sich Jesus an alle: “Hütet euch vor der Habgier! Wenn jemand auch noch so viel Geld hat, das Leben kann er sich damit nicht kaufen.“
16 An einem Beispiel erklärte er seinen Zuhörern, was er damit meinte: „Ein reicher Gutsbesitzer hatte eine besonders gute Ernte.
17 Er überlegte: Wo soll ich bloß alles unterbringen? Meine Scheunen sind voll; da geht nichts mehr rein.“
18 Er beschloss: „Ich werde die alten Scheunen abreißen und neue bauen, so groß, dass ich das ganze Getreide, ja alles, was ich habe, darin unterbringen kann.
19 Dann will ich mich zur Ruhe setzen. Ich habe für lange Zeit ausgesorgt. Jetzt lasse ich es mir gut gehen. Ich will gut essen und trinken und mein Leben genießen!“
20 Aber Gott sagte zu ihm: “Du Narr! Noch in dieser Nacht wirst du sterben. Was bleibt dir dann von deinem Reichtum?“
21 So wird es allen gehen, die auf der Erde Reichtümer sammeln, aber mit leeren Händen vor Gott stehen.“

Das Selbstgespräch des reichen Grundbesitzers lässt uns Einblick nehmen über dessen Einstellung hinsichtlich seines Lebens: Durch seinen Reichtum – seine Rekordernte - fühlt er sich sicher und glücklich. Endlich ist es ihm gelungen, im Überfluss leben zu können und nur noch zu genießen. Er denkt an eine lange und gute Zukunft.

So galt der Reichtum bei den Juden als ein Zeichen des Wohlwollen Gottes, als Segen.
Wir lesen bei Kohelet 8,15: Da pries ich die Freude; denn es gibt für den Menschen kein Glück unter der Sonne, es sei denn, er isst und trinkt und freut sich. Das soll ihn begleiten bei seiner Arbeit während der Lebenstage, die Gott ihm unter der Sonne geschenkt hat.

In seiner Selbstsicherheit vergisst der Gutsbesitzer sein Leben richtig einzuschätzen. Dass ihm die Zeit davonrennen könnte, nämlich an einen frühen Tod oder an Gottes Gericht, scheint er nicht zu denken.
Deshalb bezeichnet Jesus diesen Menschen als Narren!
War der Bauer nicht überheblich und vermessen?
Im Text finden wir immer wieder die Worte ich bzw. mein (hier kursiv gedruckt). Als Egoist oder Genussmensch wird der Kornbauer jedoch nicht bezeichnet – er ist eher ein naiver Durchschnittsmensch, der sich sorgt und am Ende doch nichts davon hat.

Die Geschichte lädt uns ein darüber nachzudenken, wie wir mit dem umgehen, was uns geschenkt wurde.

Sehen wir hier eine Aufforderung möglichst wenig oder gar nichts zu besitzen – nach dem Motto: „Wer nichts hat, kann auch nichts verlieren!“? Der Gutsbesitzer hat durch seinen Erfolg zunächst neue Probleme. Er muss die Ernte in Sicherheit bringen, neue, größere, schönere Scheunen bauen. Er will sich weiter steigern, darf nichts umkommen lassen…

Je mehr wir uns bemühen unser Leben abzusichern, desto mehr werden wir auch vergessen, die Glücksmomente auszukosten, die Gott uns schenkt. Wer sich das Beste bis zum Schluss aufheben will, kann es leicht verpassen. Unser Leben ist ein Geschenk, das wir auch genießen dürfen. Gott hat nichts gegen Glück oder Erfolg, er hat uns beides gegeben. Der größte Misserfolg, der uns passieren kann ist: Ewig ohne Gott zu leben!

Gott möchte uns in unserem Leben so reich beschenken, dass es überfließt…aber: daran sollen auch andere Menschen teilhaben dürfen. Es ist das Prinzip des „fröhlichen Weitergebens“ ohne zu befürchten, selbst zu kurz zu kommen. Sammelt euch so einen Vorrat, der nicht alt wird und niemals verderben kann, einen Schatz im Himmel. Diesen Schatz kann kein Dieb stehlen, und er behält immer seinen Wert (Lukas 12,33b). Denn vorläufige Werte sind trügerische Werte. Sie sind Ergebnis einer Selbsttäuschung, ihr folgt der Tod, der für immer von Gott trennt.

Darum sollen wir auf Gott vertrauen, jeden Tag mit ihm rechnen und dankbar sein, für alles, was wir besitzen.




Gedanken vom Hausbibelkreis Wrana, Lydia-Gemeinde


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