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Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die
daran bauen. Wenn der Herr nicht die Stadt behütet,
so wacht der Wächter umsonst
(Monatslosung aus September 2004 aus Psalm 127,1)
Ein negatives Beispiel zum ersten Vers des 127. Psalms können wir schon im 1. Buch Mose 11, 4-9 nachlesen.
Dort wird berichtet, dass die Menschen einen hohen Turm, dessen Spitze bis zum Himmel reicht, erbauen wollten.
Der Turm sollte sie berühmt machen, er sollte ihnen ein Zeichen des Zusammenhalts sein und den vereinten Willen
symbolisieren. Der Mittelpunkt ihres Lebens war nicht mehr Gott, in ihrer eigenen Vermessenheit verloren sie den
Kontakt zu ihrem Schöpfer. In ihrer Arbeit lag kein Segen, so dass Gott ihre Sprache verwirrte und die Menschen
auf der ganzen Erde zerstreute.
Bis heute haben wir wenig dazugelernt. Menschliche Anstrengungen werden oftmals zu hoch gehalten,
doch sind sie umsonst, wenn Gott nicht seine Hände über allem hält. So musste schon David auf den
ersehnten Tempelbau verzichten. Erst Salomo konnte das Haus für den Herrn realisieren und sogar einen
eigenen Palast errichten. (1. Könige 5, 15-26; 7, 13-51 und 1. Könige 7, 1ff).
Wenn Erfolg und Schaffen nun von Gott abhängig sind, könnten wir uns verzweifelt die Fragen stellen:
Soll ich „Großes“ vollbringen, oder es von vornherein sein lassen? Was, wenn ich nicht sicher bin,
dass mein Vorhaben Gott wirklich gefällt? Tue ich denn mit meinen Aktivitäten Gottes Willen? Soll
ich einfach nur abwarten und alle Tage ungenutzt verstreichen lassen?
Nun, Faulheit und Leichtsinn sind sicher nicht im biblischen Sinn! Ein Beispiel finden wir in
Sprüche 24, 30-34: Dem schlafenden Faulpelz verwildert der Weinberg, Not und Armut ist das Ergebnis.
Und im Psalm 128,2 heißt es: „Was du dir erarbeitet hast, wirst du auch genießen können. Es geht dir
gut, und das Glück ist auf deiner Seite.“
Und im 127. Psalm lesen wir sogar: „...., denn der Herr gibt es den Seinen im Schlaf.“
Ist das ein Widerspruch? Sicher, nicht! Alle Sorgen und Nöte, jeder Kummer findet im Schlaf ein friedvolles
Ende, denn wir können alles getrost an Gott abgeben. Wir können im Vater ruhen, um dann erfrischt und ausgeruht,
vielleicht mit neuen Plänen, Erkenntnissen und besseren Gedanken wieder auf zu wachen.
Menschliches Planen und Schaffen sind Anstrengungen, die nicht zermürben sollen; sie sollen nicht Qualen bereiten,
die zu nichts führen. Gott will uns nicht überfordern, denn es macht Ihm Freude unsere Bedürfnisse zu erfüllen,
sofern diese mit Seinen Plänen für uns übereinstimmen. Es ist etwas Schönes, sich über die Früchte der vollbrachten
Arbeit zu freuen und dann das Leben zu genießen; daraus Kraft zu schöpfen, um für neue Dinge bereit zu sein. Einerseits
ist unsere ganze Arbeit und Mühe umsonst, wenn Gott nicht unser Vorhaben unterstützt, wenn er nicht hinter uns steht.
Andererseits bewirkt Gott nichts, wenn wir nicht gewillt sind für Ihn da zu sein, wenn wir nicht sein Werkzeug sein
wollen. Aber Gott ist nicht untätig: In Philipper 2,13 heißt es: „Er selbst bewirkt ja beides in euch: den guten Willen
und die Kraft, ihn auch auszuführen.“ Wir haben also einen starken Helfer bei uns, der uns auf Seinem Weg führt. Wir
müssen nur wollen. Wie Sein Wollen, Sein Wille aussieht, finden wir im Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher
1Thess 4, 4-14).
Gott wacht über uns und behütet uns, trotzdem sind wir auch unvorhersehbaren Problemen ausgesetzt, sind
selbst verpflichtet über unsere Stadt, unser Heim und unsere Familie zu wachen.
Gottvertrauen lässt sich nicht dadurch beweisen, dass wir nichts tun, vielmehr soll alles getan werden, was
wir vermögen, im Vertrauen auf Gott. Wenn der Herr unser Lebenshaus baut, dann ist nichts umsonst, was wir
mit gebaut haben.
Wenn wir Jesus nachfolgen wollen, ist es wichtig, Gottes Willen zu erfüllen oder anders ausgedrückt:
Unseren freien Willen nach Gottes Willen auszurichten und die Lasten, die uns vielleicht morgen begegnen
werden, nicht schon heute auf unsere Schultern zu laden. (vgl. Matthäus 6, 31-34).
Gedanken vom
Hausbibelkreis Wrana, Lydia-Gemeinde |
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