Was wir hörten und erfuhren, was uns die Väter erzählten, das wollen wir unseren Kindern nicht verbergen.

(Monatslosung für September 2003 aus Psalm 78, 3-4)

Dieser Psalm stammt von dem Psalmisten Asaf, dem die Psalmen 50 und 73 bis 83 zugeschrieben werden. Als Levit, der von David den Auftrag erhielt, mit seinen Söhnen im Haus des Herrn, also dem Tempel, zu singen, begleitete er auch die Bundeslade in den unter Salomo gebauten Tempel (2.Chr. 5,2; 12-13). Asaf unterweist die Menschen seiner Zeit, Gottes Gesetz zu halten, sich nicht gegen Ihn aufzulehnen und Sein Handeln niemals zu vergessen. Die Geschichte der Israeliten, ihre Erfahrungen mit Gott sollte von Generation zu Generation weiter-gegeben werden. Diese Vergangenheit beinhaltete die großen Taten Gottes an Seinem Volk aber auch die immer wieder auftretenden Verfehlungen der Vorfahren, die schnell die wunderbaren Taten ihres Gottes vergaßen und sich von Ihm abwandten. Und dennoch rettete Gott sein Volk in seiner Gnade aus mannigfaltiger Gefahr.

Aus Fehlern der Alten lernen um neue zu vermeiden, aus Erfahrungen zu profitieren, das wünschen wir uns selbst, vor allem aber unseren Kindern.

Doch was sollen und wollen wir eigentlich erfahren und weitergeben?

Die Großfamilien, in denen sich Generationen täglich über den Weg liefen, miteinander und nicht aneinander vorbei lebten und sich im Gespräch austauschten, existieren heute bei uns nicht mehr. Was wissen wir eigentlich über unsere eigenen Wurzeln? Was und wie viel wissen wir über die Vergangenheit unserer Urgroßväter und -mütter? Kennen wir die Namen und Berufe der Generationen, die vor uns waren, ihre Wohnorte, ihre Geschwister – ab wann beginnt das schwarze Loch in unserer Vergangenheit?

Sicher können wir uns an manche Familienfeier erinnern, bei der von den guten, alten Zeiten erzählt wurde. Erzählungen, die sicherlich interessant waren und heute auch noch sind, die aber in aller Regel kaum etwas über die guten aber auch schlechten Erfahrungen, geschweige denn geistlichen Erfahrungen, der Alten aussagten. Wie oft haben wir es versäumt nachzufragen, welche Erfahrungen der Einzelne damals gemacht hat? Manchmal aus Rücksicht, manchmal aus Desinteresse. Und hätte man uns wirklich alles erzählt bzw. würde ich heute alles über meine Erfahrungen erzählen? Gestehen wir selbst Schuld in unserer Vergangenheit ein oder werden diese traurigen Erlebnisse eher totgeschwiegen?

Dennoch sind wir ständig auf der Suche nach der Wahrheit, nach Echtheit und Authentizität. So sind für uns Augenzeugenberichte glaubwürdiger als Zeitungsartikel, die Zeitzeugen kompetenter als Dokumentationen von Historikern.

Auch Johannes erkannte den Zweifel von uns Menschen und gibt uns deshalb auf historischem Hintergrund und als Zeitzeuge in Bezug auf Jesu Leben und Wirken eine ähnliche Aussage wie in Psalm 78 mit auf unseren Weg. In 1. Johannes Vers 1-4 können wir lesen:

„Was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unseren Augen, was wir betrachtet haben und unsere Hände getastet haben, verkündigen wir der ganzen Gemeinde.“

Heute sollen wir in der Bibel nachschlagen, sie soll unser geistliches Fundament sein und unseren Glauben stärken. Menschen von Gott und seinen Taten zu erzählen, sollte uns mit Freude erfüllen und diese Freude wollen wir gerne teilen und weitergeben. Das was ich mit Gott in meinem Leben erlebt habe und erlebe, sollen wir als „Zeitzeugen“ unseren Kindern und Mitmenschen erzählen. Meine Erfahrungen im Glauben weiterzugeben, ist Gottes Auftrag an mich.




Gedanken vom Hausbibelkreis Wrana, Lydia-Gemeinde


Klicke 1x um die Seite auszudrucken