Vertrau ihm, Volk Gottes, zu jeder Zeit! Schüttet euer Herz vor ihm aus!
Denn Gott ist unsere Zuflucht.

(Monatslosung aus Oktober 2005 aus Psalm 62,9)

Was ist Vertrauen?

Wenn kleine Kinder es sich zutrauen, auf eine hohe Leiter zu steigen und es wagen einfach abzuspringen, in der Gewissheit, starke Arme werden mich ganz unten auffangen. Wenn sie vertrauensvoll auf eine fremde Person zugehen, in der Hoffnung, eine liebevolle Anerkennung zu erhalten.
Wenn die lieben Kleinen zum ersten Mal richtigen „Mist bauen“ (spätestens in der Schule), aber dennoch fest und sicher sind, sich den Eltern blind anvertrauen zu können; die Eltern ihre treue Zuflucht sind.
Das alles ist pures, grenzenloses Vertrauen!

Wann begannen wir unser Vertrauen zu verlieren? Welche Enttäuschungen waren ausschlaggebend? Kurz: Wem können wir heute noch vertrauen?

Den Politikern, die unsere Zukunft sicher sehen?
Unserem Arbeitgeber, dem es Leid tut, uns aus Konjunkturgründen entlassen zu müssen? Einem Freund, der sich umorientiert und ein neues Leben ohne alte Bekannte führen will? Unserem Hund, der ohne Vorwarnung plötzlich zubeißt?

Haben wir uns nicht schon (rechtzeitig) einen Lebenspartner ausgesucht, der uns sicher auffangen könnte, dem wir uns immer anvertrauen können? Aber was ist schon sicher? Vielleicht kennt ihr auch ähnliche Schicksale:
Sie waren vertraut miteinander – haben (vielleicht im Glauben) ihre Ehe (vor Gott) geschlossen. Haben alle Höhen und Tiefen des Lebens miteinander erlebt – waren überzeugt, dass es nichts geben würde, was sie jemals von einander trennen könnte. Vielleicht waren sie auch so vermessen zu beteuern: „Nicht einmal der Tod kann uns voneinander scheiden, wir bleiben uns auf ewig treu.“ Und heute? Ist alles anders!

Wie dachte David im 62. Psalm über das Vertrauen?
David wartete zunächst in der Gebetsstille auf Gott. Seine Rettung und Hilfe lagen ausschließlich in Gottes Händen. Er war sich gewiss, dass auch das Volk (alle Menschen) bewahrt werden würde, wenn es sein Vertrauen und seine Zuversicht auf Gott legen würde. Auf andere Menschen zu vertrauen, fand David töricht, da sie Lügen verbreiten und betrügen würden. Er erkannte: Menschen, die keinen Glauben besitzen, sind völlig auf sich allein gestellt und darum allein ihren Machenschaften überlassen.

Wie sollten wir mit Vertrauen umgehen?
Im Zusammenleben mit anderen Menschen – kurz in einer Gemeinschaft – ob Ehe, Familie oder Freundschaft ist das gegenseitige Vertrauen oder auch anders ausgedrückt, das gegenseitige Zutrauen, eines der kostbarsten Geschenke, die wir in unserem Leben selbst erfahren aber auch unbedingt weiter geben sollen. Es ist etwas durchaus Positives, wenn wir zu der Überzeugung gelangen, dass der andere Mensch die Fähigkeit und den guten Willen besitzt, unser Vertrauen nicht zu missbrauchen. Das heißt: Ich darf mich auf eine andere Person verlassen, mich ihr überlassen und diese darf das auch von mir erwarten; denn zunächst glauben wir ja an eine „Wohlgesonnenheit“ und hoffen auf die Zuverlässigkeit der Person, der wir unser Vertrauen schenken wollen. Doch dieser „Vorschuss an Vertrauen“, den wir uns durch Menschenkenntnis oder persönliches Urteil meinen angeeignet zu haben, kann leicht zum Wagnis werden. Nämlich dann, wenn die Wahrheit bewusst entstellt wird und die Lüge die Vertrauensbasis vergiftet. Können wir uns deshalb nur auf uns selbst verlassen? Im zweiten Brief an die Korinther 1, Vers 9 heißt es: Gott wollte, dass wir uns nicht auf uns selbst verlassen, sondern auf ihn…

Bedingungsloses Vertrauen können wir ausnahmslos bei Gott finden! Es gibt keine besonderen Zeiten, in denen wir Ihm vertrauen können und sollen. Er ist alle Zeit für uns bereit. Er, der unseren Kummer kennt, will eine Zuflucht – unser Ausweg sein, zu dem wir uns flüchten können. Wir sollen uns trauen, Zutrauen haben, wieder neue Hoffnung schöpfen, in Ihm sicher und geborgen sein. Auch wenn wir alles als verloren ansehen, so steht doch Er für uns ein. Auch wenn uns Menschen enttäuschen, Freundschaften oder Ehen zerbrechen – unsere „gebrochenen Herzen“ kann nur Er heilen. In all unserer Niedergeschlagenheit sollen wir Eines nie vergessen: Er wird uns niemals enttäuschen und er will, dass wir seine Vertrauenswürdigkeit niemals in Frage stellen!




Gedanken vom Hausbibelkreis Wrana, Lydia-Gemeinde


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