Wer das Gute tun kann und es nicht tut, der sündigt.

(Monatslosung für November 2007 aus Jakobus 4,17)


Ist Nichtstun eine Sünde?

Heißt es denn nicht auch so schön im Volksmund: “Wer nichts tut, kann auch nichts Falsches tun?“
Und warum auch nicht?- - etwas Ruhe im täglichen Stress, das kann doch wohl nicht schaden?
Und wenn ich mit meinem Verhalten anderen nicht schade, kann es doch nicht verkehrt sein?

Friedrich Rückert, ein deutscher Dichter und Denker und Begründer der Orientalistik (16.5.1788 – 31.1.1866), hat es ohne Bibelstellen auf den Punkt gebracht:

"Nie stille steht die Zeit, der Augenblick entschwebt,
und den du nicht benutzt, den hast du nicht gelebt.

Und du auch stehst nie still, der gleiche bist du nimmer,
und wer nicht besser wird, ist schon geworden schlimmer.

Wer einen Tag der Welt nicht nutzt, hat ihr geschadet,
weil er versäumt, wozu ihn Gott mit Kraft begnadet."

Wer einen Tag nicht nutzt...
Sind wir so gestrickt – so phlegmatisch geworden, dass wir lieber unsere Hände in den Schoss legen wollen? Hätten wir am „absolutem Nichtstun“ unsere Freude?

Leben bedeutet auch lebendig zu sein!!!

In jedem Frühjahr haben wir unsere Freude daran, Froschlaich in unserem Gartenteich zu finden. Erst ist es nur eine glibberig und feuchte Masse aber schon lassen sich runde Strukturen, die mit einzelnen winzig kleinen dunkelbraunen bis tiefschwarzen Pünktchen überseht sind, erkennen. Schon nach wenigen Tagen beginnt diese Masse zu vibrieren und zu pulsieren. Dieser „Schleim“ ist kein „Schleim“ mehr, sondern voller Leben, voller Aktivität, gewillt und bestrebt mehr zu werden, zunächst eine Kaulquappe, um dann zum Frosch zu erwachen.
Der Frosch will leben, er kennt keine Zweifel und keine Hindernisse; er lebt sein Leben ohne anderen gefallen zu wollen. Er folgt dem Rhythmus seiner Natur, seiner Bestimmung. Er ist lebendig!

Was ist mit uns? Sind wir quirlig und lebendig? Folgen wir unserer Bestimmung?
Wie können wir die Zeit nutzen, die uns Gott auf Erden geschenkt hat?

Gott hat etwas aus uns gemacht: Wir sind sein Werk, durch Jesus Christus neu geschaffen, um Gutes zu tun. (Epheser 2, 10a).

Gott hat nichts Unnützes geschaffen – jedes Kraut, jedes Tier hat im Kreislauf der Natur (auch im Hinblick auf die Nahrungsketten) seine Existenzberechtigung.
Da ist es für uns praktisch ausgeschlossen absolut nichts beizutragen!
Denn für uns Menschen, als Haupt seiner Schöpfung, hat er viel mehr vorgesehen: (2.Timotheus 3,16) Denn die ganze Heilige Schrift ...lehrt uns..., uns von Grund auf zu ändern und so zu leben, dass wir vor Gott bestehen können. – Und das heißt nicht, in Ruhe zu verharren!
Gott hat eine Vision für unser Leben: Seinem Sohn ähnlicher zu werden! Sein Geist schenkt uns das Erkennen, wozu wir gebraucht werden, wir müssen nur die Bereitschaft haben zu hören und in unserem Glauben sicher sein.
Gute Werke, die er für uns im Vorhinein bereitet hat, sind nicht immer offensichtlicht! Die Entscheidung der Umsetzung liegt ganz allein bei uns!
Dementsprechend können wir in der Einheitsübersetzung bei Titus nachlesen: (3,8) ...ich will, dass du dafür eintrittst, damit alle, die zum Glauben an Gott gekommen sind, sich nach Kräften bemühen, das Gute zu tun. So ist es gut und für alle Menschen nützlich.

Gutes zu tun dient uns selbst und hilft auch anderen!




Gedanken vom Hausbibelkreis Wrana, Lydia-Gemeinde


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