Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein.

(Monatslosung für November 2002 aus Offenbarung 21,4)

Nun ist er wieder da - der vom größten Teil der Menschen hierzulande gefürchtete Monat November. In diesem Monat werden auch Men-schen, die keiner Konfession angehören durch die Gedenktage, Totensonntag und Volkstrauertag, daran erinnert, dass das irdische Leben irgendwann einmal ein Ende haben wird. Die Friedhöfe werden so gut besucht wie sonst nie im jahr, um die Gräber für die dunkle Jahreszeit herzurichten. Und jeder, der in dieser Zeit der nasskalten, düsteren Tage wieder einmal durch das abgefallene, bunte Laub eines Friedhofs geht, entwickelt das Gefühl dafür, was Leid, seelische und körperliche Schmerzen, Angst, Trauer und Klagen bedeuten.

Zu den geschilderten äußeren Umständen diese Monats passt wie zu keinem anderen Monat die Losung aus der Offenbarung des Apostels Johannnes, der diese Worte auf geheiß Jesu niederschrieb. Es handelt sich hierbei um ein versprechen Jesu, dem Sohn Gottes. Er, der denTod überwunden hat, gibt uns nach seiner Auferstehung und Himmelfahrt einen Einblick auf das, was Gott nach unserem Tod für uns bereithält. Aber für wen gilt diese Verheißung? Jesus deutete es bereits während seines Leben gegenüber seinen Jüngern an. Im Zusammenhang mit dem Auftrag an Gott und an Ihn selbst zu glauben, weist er die Jünger darauf hin, dass es im Hause seines Vaters viele Wohnungen gibt, die für Seine Nachfolger bereitstehen (Joh 14, 1-4). Jesus benutzt e hier anstatt „das Reich Gottes“ die Worte „das Haus seines Vaters“ Dieses Versprechen gilt auch heute noch für jeden von uns! Diese Wohnungen sind für uns immer noch zu haben!

Ist das nicht eine schier unglaubliche Aussage, viel zu schön um wahr zu sein? Gott hält tatsächlich eine „Wohnung“ in seinem Reich für uns bereit. Alles, was unsere gegenwärtige Welt kennzeichnet, wie Schmerzen, der Tod und die damit einhergehende Trennung von einem geliebten Angehörigen, die Trauer, das Leid durch Einsamkeit; alles Mühen und Plagen, wird ein Ende haben! Schon im Alten Testament lesen wir: „Der Herr wird uns niemals vergessen!“ (Jes 49,15) „Er wird den Tod für immer und ewig vernichten“ (Jes 25,8).

Unser Vorstellungsvermögen reicht nicht aus, um uns ein Bild von dem Leben nach dem Tod bei Gott in seiner neuen Schöpfung zu machen. Mit Sicherheit können wir nur sagen, dass alles, was wir jetzt als negativ und belastend empfinden dort nicht mehr vorkommen wird. Auf Erden kennen wir Traurigkeit. In Gottes Reich werden wir völlige Freude kennenlernen. Wir kennen den Tod und seine Folgen. Bei Gott werden wir das wahre Leben ohne den unabwendbaren Tod entdecken. Anstelle von Schmerz werden wir das totale Glück empfinden. Das Gefühl der Angst wird nicht mehr vorhanden sein, denn wir sind dann bei Gott, dem Allmächtigen.

Aber warum erst in Zukunft, warum nicht schon hier, jetzt und heute? Warum werden wir auf das Leben nach dem Tod vertröstet?

Jesus gibt uns hierfür selbst die Antwort. Pilatus gegenüber bekennt er, dass sein Reich und damit das Reich Gottes nicht von dieser Welt sei (Joh 18,36). In dieser Welt herrscht der Tod, in Jesu Reich herrscht das Leben. „Dann wird Gerechtigkeit auf der Erde wohnen, und diese traurigen Dinge wird es nicht mehr geben“ (2. Petr 3,13).

Eine Welt, in der wir Menschen endlich zusammen sein werden mit Gott.

Lasst uns darauf vertrauen und an dieser tollen Hoffnung festhalten, aber auch niemals vergessen, dass unser irdisches Leben auch eine Bewährung für das Erreichen des Reiches Gottes ist. Wie wir im täglichen Leben miteinander umgehen, kann für unsere Mitmenschen bereits hier auf Erden ein stückweit „Himmel auf Erden“ sein, aber nicht Ersatz für das, was Gott für uns bereithält.


Gedanken vom Hausbibelkreis Wrana, Lydia-Gemeinde


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