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Der Herr, unser Gott, sei mit uns, wie er mit unseren Vätern war. Er verlasse uns nicht und verstoße uns nicht.
(Monatslosung für März 2004 aus 1. Könige 8,57)
Als Salomo sein Gebet vor dem Altar des gerade erbauten und eingeweihten Tempels beendet hatte,
richtete er sich an sein Volk, um es zu segnen.
Beginnend mit einer Danksagung, die daran erinnert, was der Herr in der Vergangenheit und in der
Gegenwart für sein Volk getan hat. Diese Kontinuität verspricht er auch für die Zukunft. Gleichfalls weist er
sein Volk auf eine wichtige Bedingung hin: „Er gebe uns den Wunsch, so zu leben, wie es ihm gefällt, damit wir
seine Gebote befolgen und auf alle Weisungen und Gesetze achten, die er unseren Vorfahren gegeben hat!“ Wenn
das Volk diesen Wunsch, diese Bedingung einhält, hält es Gott die Treue, er wird zu ihm halten und es nicht im
Stich lassen, es bleibt in seiner Gnade.
Bernhard von Clairvaux hat im 12. Jahrhundert folgende Worte gefunden:
Denk daran,
wo immer du dich niederläßt:
Er ist schon da!
Der dich getragen, geprägt,
geführt und befreit hat.
Er ist schon dort.
Der dich durch Ungeahntes und Neues führt.
Er ist schon dort.
Geh mit ihm. Erfahr ihn, wie du es nie geglaubt.
Er ist schon dort.
Geh – du bist nicht verlassen.
Der Herr zieht mit.
Diese Erfahrung können wir uns auch gegenseitig wünschen. Wir können wie Salomo es tat,
einen Segen aussprechen – die Zusprechung von Lebenskraft in Berufung auf Gott. Jemanden
zu segnen, bedeutet auch, etwas Gutes über einen Menschen zu sagen, ihn als geliebtes,
einzigartiges Geschöpf und kostbarstes Ebenbild Gottes anzusehen und ihn zur Entfaltung
seiner Gaben zu ermutigen, ihm die Kraft und den Schutz Gottes zusprechen.
Im Alten Testament wurde der Segen meist vom Vater auf den Sohn übertragen.
Der Segen erstreckte sich auf Haus, Hof, Knechte, Vieh – ein erfülltes, glückliches Leben.
Der einmal gegebene Segen kann durch Menschen nicht wieder rückgängig gemacht werden.
Der Segen ist somit eine Art „Machtwort“, dass durch ihn zugesagte Glück wirkt, solange
der Gesegnete seiner würdig ist. Nur Gott allein kann diesen Segen zurücknehmen (s. 1. Mose 27, 33-37; Maleachi 2,2).
Im 4. Buch Mose Kapitel 6 begegnen wir in den Versen 22-27 einem der schönsten
Segenssprüche Israels. Zunächst wird Gott gebeten, sein Volk zu segnen. In dem
die Priester ihr Volk segnen, erklären sie, dass es zu Gott gehört und jeder,
der sich mit Gott verbunden fühlt, konnte auch dieses Segens sicher sein.
Im Neuen Testament segnet Jesus die Kinder (Markus 10,16) und seine Jünger (Lukas 24,50).
Ja, er ist gesandt worden, um zu segnen (Apg 3,26). Er vermittelt uns den geistlichen Segen.
Das deutsche Wort „segnen“ kommt vom lateinischen signum „Zeichen“ und meint:
das Zeichen des Kreuzes über einen Menschen machen. Diese Herleitung des Wortes
„Segen“ erinnert an den Ort, an dem Gottes Liebe ihren äußersten Ausdruck gefunden
hat und von dem die Kraft zu echter Erneuerung ausgeht: das Kreuz von Jesu.
Gott ist bei uns, bis an der Welt Ende. In Christus hat sich der Wunsch erfüllt,
dass sich Menschen nicht mehr verlassen und verstoßen fühlen müssen.
Unser Segen kann als Segenswunsch weitergegeben werden, im Glauben und Vertrauen,
dass Gott sich unser annimmt. Wir die Kraft zum Leben finden – ein Stück Himmel
offen sehen, uns die Zuversicht nicht verläßt.
Gedanken vom Hausbibelkreis Wrana,
Lydia-Gemeinde |
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