Bei Gott kommt meine Seele zur Ruhe, von ihm kommt mir Hilfe.

(Monatslosung für März 2003 aus Psalm 62,2)

In vergangenen Jahrhunderten suchten Ärzte nach der Seele des Menschen. - Sie haben sie bis heute nicht gefunden. (Was nicht manifestierbar ist, gibt es nicht!) So ist für Immanuel Kant die Seele nur eine Idee aber keine Realität. Sind wir demnach seelenlose Geschöpfe? Im alten griechischen Denken findet sich zumindest die Unterscheidung, die Trennung von Seele und Körper; die allerdings nicht biblisch gelehrt wird.

Noch heute können wir uns hypothetisch fragen:
- War unsere Seele vor unserer „Menschwerdung“ vorhanden?
- Was macht unsere Seele eigentlich aus?
- vitale Impulse
- Bewußtsein
- denkendes Erkennen – Willen
- mitfühlen und empfinden
- Person und Persönlichkeit
- Unvergänglichkeit des Geistes
- eigentliches Wesen des Menschen

Im Alten Testament (1. Mose 2,7) ist „Nepesch“ (die Seele) als Lebenshauch beschrieben, aber auch als Mensch oder Person übersetzt worden. Die Unsterblichkeit der Geistseele finden wir beispielsweise im Neuen Testament in Matthäus 10,28.

Demnach besitzt jeder Mensch eine eigene unsterbliche Seele, aus der die Integrität seiner Person entsteht. Wir kennen den Begriff der Seelenverwandtschaft - Menschen die ähnlich denken oder handeln, bei denen wir unser Herz ausschütten können; von denen wir Hilfe erwarten dürfen.

David schaute zu Gott mit Ruhe auf. Er war sich sicher, dass Gott allein seine Rettung, sein Fels und seine Feste war (Ps 18,2-3). Er fühlte sich geborgen und in Sicherheit. Nichts konnte ihn von Gott trennen. In seiner Gegenwart erhielt er Kraft.

Auch wir können Hilfe und Kraft durch unsere Zwiegespräche mit Gott erfahren. Wir dürfen uns sogar fallen lassen - unsere Seele baumeln lassen, Ruhe in unserer hektischen Welt erfahren und wieder auftanken. Ganz am Anfang der Bibel hat Gott das selbst für sich in Anspruch genommen. Nachdem er sein Schöpfungswerk vollbracht hatte, ruhte er am siebenten Tag. Viele Menschen finden erst zur Ruhe, wenn sie ihre Aufgaben erfüllt haben oder machen einfach weiter, weil sie die nächste Aktivität schon wieder im Hinterkopf haben. Sind das die Arbeitstiere, über die wir gerne den Kopf schütteln? Sicher hat ein jeder Mensch sein eigenes Arbeitstempo. Dem einen hilft es positiv zu denken, in der Gewißheit, dass sich alle Dinge regeln lassen, der andere braucht Abstand; beispielsweise eine Reise, um sich auszuruhen und die Beine hoch packen zu können. Es gibt sehr unterschiedliche Ansätze dieses Ziel zu erreichen. Sicher ist jedoch nur eines: Nur bei Gott finden wir Schutz und Geborgenheit, bei ihm dürfen wir unsere Sorgen abgeben, bei ihm wird sich unsere Seele erholen, kommt unsere Person zur Ruhe.

Im Hebräerbrief Kapitel 4 können wir über verschiedene Ebenen der Ruhe nachlesen: Es beginnt mit der Aufforderung in die Ruhe Gottes einzugehen. Durch das Wort Gottes im Evangelium ist es auch heute möglich, seine Stimme zu hören und durch unseren Glauben an Ihn zur Ruhe zu kommen. Wenn wir unsere Arbeit, unseren Auftrag erfüllt haben, werden wir Ruhe finden – letzten Endes in Gottes Reich.


Gedanken vom Hausbibelkreis Wrana, Lydia-Gemeinde


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