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Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.
(Monatslosung für Mai 2005 aus Apostelgeschichte 2,42)
Was können wir von den ersten Christen, der Urgemeinde, in Erfahrung bringen?
Sie blieben aber beständig…
d.h., sie hatten die Bereitschaft treu und unaufhörlich, Erfahrungen im Glauben zu sammeln und darin zu wachsen. Sie wurden nicht müde, sie ließen nicht locker, ihren geistlichen Horizont zu erweitern.
… in der Lehre der Apostel…
d.h., sie ließen sich weiter regelmäßig unterrichten, lasen in den Heiligen Schriften und tauschten sich untereinander über Gottes Wort aus. Sie versuchten ein noch tieferes Verständnis im Glauben zu erlangen; ermutigten, halfen, ermahnten und trösteten einander. Sie verunsicherten sich in ihrem Glauben nicht (Römer 14,13).
… und in der Gemeinschaft…
d.h., sie waren immer füreinander da, sie traten füreinander ein und hielten fest zusammen. Ihre Kirche war eine Gemeinschaft der unterschiedlichsten Menschen (Galater 3,28), die aber in ihrer Geschwisterlichkeit eng verbunden waren. Jeder war geachtet und hatte seinen Platz in der Gemeinschaft. Sie nahmen einander in Liebe an, sie baten um Vergebung, wenn einer an dem anderen Unrecht getan hatte. Sie verurteilten einander nicht und trugen ihre Lasten gemeinsam (Galater 6,3-5). Sie organisierten ihre Gemeinde gemäß ihrer Gaben (Epheser 4,11-12) und dies mit Beharrlichkeit und Ausdauer. Sie waren praktisch rastlos tätig.
… und im Brotbrechen…
d.h., jeden Tag hielten sie gemeinsam Mahl. Mit dem „Brotbrechen“ waren wahrscheinlich sowohl normale gemeinsame Mahlzeiten, (die praktische Liebestätigkeit für die Armen, die in der sozialen Fürsorge verankert war), als auch das Herrenmahl – das spätere Abendmahl – die Eucharistie, gemeint. Im Judentum war es allgemein üblich, dass der Hausvater dünne, flache Brote zu Beginn einer Mahlzeit zerteilte, über die er den Lobspruch auf Gott gesprochen hatte. Die Brotstücke reichte er dann an die Mahlteilnehmer weiter. Jesus befolgte diesen Brauch (Markus 6,41; 8.6, Lukas 24,30) auch beim letzten Abendmahl (Markus 14,22, 1.Korinther 11,24).
… und im Gebet.
d.h., sie beteten gemeinsam, für die Belange ihrer Glaubensbrüder und -schwestern. Sie beteten, wie Jesus es gelehrt hatte (Mathäus 6,9-15). Das Gebet machte sie gemeinsam stark.
Die Gemeinde war : „Ein Herz und eine Seele“ (Apostelgeschichte 4,32).
Lasst uns doch einen kleinen Moment innehalten, um noch einmal die letzten fünf Worte nachklingen zu lassen:
- Ein Herz und eine Seele -
Ist das nicht ein Traum?
2005 – Wie können wir das in unseren Gemeinschaften (Ehe, Familie, Kirche, Vereine…) auch heute noch umsetzen?
Geht es um eine straffe Organisation?
Im 1.Petrusbrief Kapitel 4 Vers10 heißt es: Jeder soll dem anderen mit der Begabung dienen, die ihm Gott gegeben hat.
Epheser 4,11-12: Einige hat er beauftragt, Gemeinden zu gründen, einige reden in Gottes ausdrücklichem Auftrag, und andere gewinnen Menschen für Christus. Wieder andere leiten die Gemeinde oder unterrichten sie in Gottes Wort. Sie alle sollen die Christen für ihren Dienst ausrüsten, damit die Gemeinde Jesu aufgebaut und vollendet werden kann.
Sind das nicht wunderbare Gaben? Und das Schönste daran ist, wir müssen nicht alles können! Durch die Vielzahl der uns verliehenen Gaben, können viele verschiedene Menschen, so viele verschiedene Dinge tun, von denen alle profitieren können. Wir brauchen uns nicht zu verzetteln, sollen aber mit ganzer Kraft das gut tun, womit wir ausgerüstet wurden.
Deshalb ist es auch so wichtig, Gaben bei anderen zu erkennen und zu fördern. Was wiederum eine Bereitschaft voraussetzt, die sich nicht auf das Notwendige reduzieren lässt.
Ein Beispiel finden wir im Matthäus-Evangelium (25,14-30): Ein Mann reiste ins Ausland und teilte sein Vermögen recht unterschiedlich unter seinen drei Verwaltern auf. Zwei von ihnen konnten, das ihnen anvertraute Vermögen verdoppeln, der Dritte war froh, den erhaltenen Betrag ohne Verlust zurückgeben zu können.
In den älteren Bibelübersetzungen steht an Stelle von Vermögen, das Wort Talent. Wenn wir heute von Talenten reden, denken wir zunächst an besondere menschliche Fähigkeiten – ihren Gaben - ihren Charismen. Und wenn wir dies auf unsere Geschichte beziehen, konnten zwei Menschen ihre Talente vermehren, während der Dritte es einfach vergraben hat – sein Talent kam nicht zum Vorschein. Seine Gabe erstarb.
Alle Gaben und Talente haben also eines gemeinsam: Sie werden erst in der Ausübung lebendig und haben dann für andere Nutzen.
Doch eine gute Organisation ist bei weitem nicht alles – sie ist nur die Oberfläche, denn so froh wir auch über unsere Gaben sein können, so können auch diese zur echten Falle werden!
Paulus schrieb folgendes an die Gemeinde in Korinth:
Euch fehlt es an Nächstenliebe. Es gibt nur einen Weg, - eine Lebensweise, die, die von der Liebe bestimmt ist; sie ist das Entscheidende an Gottes Gesetz (Römer 8-10).
Und diese Liebe, ob Philia (ist die mitmenschliche Wärme und Nähe nicht nur zu Ehepartnern, sondern auch zu Freunden; eine allgemeine Zuneigung) oder Agape (eine Liebe, die lieben will. Die Liebe, die Gott für sich in Anspruch nimmt – eine schenkende Liebe) war sicherlich in der Urgemeinde noch im Überfluss vorhanden.
Im ersten Brief an die Korinther Kapitel 12 macht Paulus den Einwohnern klar, dass sie den Zweck der Gaben des Geistes verdreht haben, was dann zu Spannungen und Zwietracht führte (21-25). Sie besaßen den Hang zur Selbsterhöhung (14,4) auf Kosten der anderen Gemeindemitglieder (Glieder des Leibes), sie übersahen deren Bedürfnisse und handelten missbräuchlich.
Doch die Geistbegabten sollen sich in ihrem Handeln von der Liebe leiten lassen, denn die Gaben des Geistes sollen sich von der Frucht des Geistes kontrollieren lassen (Galater 5,22), deren vornehmste Gabe die Liebe ist. Auf diese Weise können sie wieder dem ganzen Leib – der Kirche dienen.
Dann schreibt Paulus das „Hohe Lied der Liebe“ (1. Korinther 13, 1-13). Bitte schlagt es einmal nach!
Alle Gaben, so wertvoll sie auch sein mögen, sind völlig wertlos, wenn keine Liebe vorhanden ist.
Diese Liebe ist großzügig und hilfsbereit, sie eifert weder nach Erfolg noch nach den Gaben der anderen; sie braucht keinen Beifall und verhält sich nicht ungehörig. Sie ist selbstlos und nicht empfindlich. Sie freut sich an der Wahrheit (1. Johannes 1,6) und hält allem stand. Die Liebe hört auch in Ewigkeit niemals auf (1. Johannes 4,16), während die Geistesgaben nur für die Weltzeit gelten.
Jeder, der den Weg der Liebe wählt wird sie auch in Ewigkeit behalten!
Herr, so bitten wir auch Dich:
Schenke uns allen ein liebevolles, einträchtiges Miteinander.
Lass uns nie die Hoffnung verlieren.
Lass uns unseren Glauben auch an andere weitergeben.
Lass uns im „Kleinen“ zu großen Beispielen Deiner Liebe werden.
Lass die Nächstenliebe zu einem ganz besonderen Schatz in unserem Leben werden.
Lass uns unsere Mitmenschen nur so behandeln, wie wir selbst gern behandelt werden möchten.
Herr, schenke uns doch soviel Liebe füreinander, dass wir ein Herz und eine Seele sein können.
Dabei wollen wir nie vergessen Dich zu preisen, zu loben und zu ehren.
Herr, hab Dank, dass wir in unserem irdischen Leben Deine einfachen und geringen Arbeiter sein dürfen.
Amen.
Gedanken vom Hausbibelkreis Wrana,
Lydia-Gemeinde |
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