(Monatslosung für Mai 2002 aus Hebräer 12,1-2)
In seinem Brief an die Hebräer benutzt der Apostel Paulus eine Metapher, die uns auch heute in unserer sportbegeisterten
Zeit geläufig ist. Sport und Wettkampf stehen für Aktivsein, Dynamik, Freiheit, Jungsein, Flexibilität. Aber auch für
Anstrengung, Beständigkeit, Training, Dranbleiben. Zusammengefasst in den Worten „ohne Schweiß kein Preis“. Andere Begriffe,
die heute vielleicht bei dem einen oder anderen Sportler insbesondere des bezahlten Sports weniger auffällig sind, lauten
Fairness, Teamgeist, Hilfsbereitschaft.Paulus benutzt den Begriff „Wettkampf“, der in der damaligen Zeit einen hohen Stellenwert hatte, dazu, dem Adressaten verständlich zu machen, dass der in der Nachfolge Jesu zu gehende Weg zu Gott einem Wettkampf gleicht. Tägliches Training, das von uns Beständigkeit und Anstrengung abverlangt, ist notwendig, um den Wettkampf zu gewinnen. Hierbei ist nicht der Wettkampf gegeneinander gemeint. Im Gegenteil! Die einzige Konkurrenz, die es zu besiegen gilt, ist das Böse, das uns von Gott abhält. Lasst uns aufeinander achten und uns gegenseitig anfeuern und unterstützen, damit wir unser gemeinsames Ziel nicht aus den Augen verlieren. Der Herr hat uns auf den Weg gebracht, er trägt uns selbst, besonders dann, wenn wir verzweifeln. (Ps 37,23: Vom Herrn werden die Schritte des Mannes bestätigt, wenn ihm sein Weg gefällt. Fällt er, so wird er nicht weggeworfen; denn der Herr stützt seine Hand). Mit Ausdauer laufen – wie beim Marathon, mit Geduld und Selbstdisziplin ins Ziel kommen – dran bleiben! Dazu ist sicher auch nötig, das abzulegen, was uns beim Laufen stört, unnötiger Ballast – Wir müssen die Sünde, die uns beschwert und den Hass, der die Energien verzehrt, ablegen. (Jak 3,16 Denn wo Neid und Streitsucht regieren, da ist Unordnung und jede böse Tat.). Wir dürfen keine Abkürzungen benutzen, die uns irreleiten könnten, sondern ehrlich die Regeln des Wettkampfes einhalten, also auf dem geraden Weg bleiben. Wer siegen will, setzt alles ein! Jeder ist hier selbst gefragt, jeder kann und soll die Goldmedaille im Wettkampf erringen; es ist wichtig für Gott, dass wir alle ankommen und wir uns im Kampf gegen Anfechtungen durchsetzen können und uns als Christen bewähren. Als Gemeinde können wir für Einzelne unsere Hilfe anbieten; mittragend, auffangend und heilend den schnaufenden, keuchenden Läufer oder auch den Krückstockwanderer mit uns ins Ziel tragen; uns ist kein Zeitlimit gesetzt. Jesus ging uns auf seinem Glaubensweg voran, wir dürfen ihm folgen. Jesus ging diesen Weg bis zum Ende, indem er das Ziel und seinen Auftrag nie aus den Augen verlor Nachdem er den Tod am Kreuz erduldete, nahm er den Platz zur Rechten des Thrones Gottes ein, dies war sein endgültiger Sieg. Auch wenn wir im Glauben treu bleiben, ist unser Preis Gottes Gerechtigkeit und ein unvergänglicher Siegeskranz. Gedanken vom Hausbibelkreis Wrana, Lydia-Gemeinde |
