Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Bleibt daher fest und lasst euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen!

(Monatslosung für Juni 2006 aus Galater 5,1)

In der Zeit vor Christi Geburt waren die Juden daran gebunden, unzählige religiöse Vorschriften einzuhalten (als Beispiel: das Gesetz der Beschneidung).
Deshalb betont Paulus hier ganz massiv: Zur Freiheit hat uns Christus befreit…
Es ist die Freiheit der Erlösung aus Gnade!

Diese Freiheit steht in Diskrepanz zu allen menschlichen Versuchen, selbst Gerechtigkeit vor Gott zu erlangen; denn das Gesetz hat eine bindende Funktion und fordert dessen unumstößliche Erfüllung. So ist es trügerisch zu glauben, durch die Werke des Gesetzes selbst gerecht zu werden, indem der verlangte, vollkommene Gehorsam gelebt wird. Der Weg der Gnade bleibt damit verschlossen. Gnade und Gesetz schließen einander aus! Wenn wir aber im Gehorsam an Christus unser Leben ausrichten, können wir das Heil und die Gnade Gottes erfahren; sich dem Gesetz hinzugeben dagegen heißt: Christus abzuweisen.

Freiheit oder Knechtschaft – welches Geschöpf möchte nicht frei sein?

Lasst uns das an einem kleinen Beispiel erörtern:
Unsere Hündin warf in ihrer Wesensart sieben recht unterschiedliche Welpen. Der erste brauchte die intensive Zuwendung, die Gewissheit, dass ihm nichts passieren würde, wenn er beim Spaziergang an der Halskette gehalten wurde.
Der zweite Welpe fühlte sich recht wohl an der kurzen Leine. Es gab nie Probleme mit dem „Bei-Fuß-gehen“.
Für den dritten musste die Lederleine bis zur letzten Öse verlängert werden.
Der vierte war froh, dass es die längeren Nylonleinen gab, bei denen er im Umkreis von 5m schon sehr beweglich war.
Dem fünften war das nicht genug! Mit bettelnden Augen schien er zu fragen: „Wann macht ihr mich endlich los? Ich gehorche doch auf Kommando.“ Der sechste konnte sich an keine Leine gewöhnen; blieb jedoch immer im Umkreis seiner Familie.
Der siebente büchste gern mal aus, fand die Spur aber immer wieder zurück nach Haus.
Vielleicht hätte sich ein achter Junghund noch mehr Freiheiten gewünscht? Hätte sich vielleicht tagelang vom „Hof“ gemacht, um sich dann wieder aufpäppeln zu lassen – vielleicht wäre er auch ganz weggeblieben?

Für welchen Welpen würdet ihr euch entscheiden?
Vielleicht für den, der einen Griff im Halsband (gibt es bei den neuesten Designerhalsbändern) besitzt, der dadurch auch am leichtesten zu kontrollieren ist, der die Nähe zu seiner Familie am meisten braucht, oder eher für den verwegenen Streuner?
An welcher Leine lauft ihr selbst?

Es gibt also unterschiedliche Möglichkeiten seine persönlichen Freiheiten auszuleben, je nach Typ werden wir sie anders begreifen und zu leben versuchen, dennoch ist uns allen eins gemeinsam: Die Bindung an Jesus, das ist die einzige Freiheit, die zählt. Wo Jesus durch den Heiligen Geist wirken kann, da ist Freiheit.

So schreibt auch Paulus im 1. Brief an die Korinther im Kapitel 6 Vers 12: Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles ist nützlich. Alles ist mir erlaubt, aber ich will mich von nichts beherrschen lassen.

So ist Freiheit auch die Wahlfreiheit etwas zu tun oder es bleiben zu lassen.
Luther hat das einmal so ausgedrückt: „Wer sicher ist, folgt der Freiheit zum Lassen. Wer stark ist, folgt der Freiheit zum Tun. Seid nicht sicher, sondern stark!“

So müssen wir auch wissen, wie wir unsere Freiheit gebrauchen können.
Etwas zu lassen, beinhaltet ja, dass wir auf Freiheiten verzichten, die uns dann auch ganz allmählich abhanden kommen können, wohingegen im Tun die Freiheit erst konkret wird.

Frei ist, wer wichtige Entscheidungen treffen und danach leben kann und so immer mehr die Bestimmung Gottes für sich entdeckt.

So laßt uns unseren Glauben an Jesus festmachen, uns in Liebe und Aufmerksamkeit unseren Mitmenschen zuwenden und auch die Verantwortung übernehmen, dass unser Glaube weiter getragen wird.





Gedanken vom Hausbibelkreis Wrana, Lydia-Gemeinde


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