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Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen.
(Monatslosung für Juni 2005 aus Apostelgeschichte 14,22)
Die Bedrängnis ist unausweichlich!?
Im Alten Testament erfahren wir, dass die Bedrängnis eine Strafe für die Untreue gegen Gott – als Erziehung zum Gehorsam, z.B. durch Krankheit, Feinde, und Todesgefahr, sein kann (Hiob 15,20-26).
In Bedrängnis können wir uns aber auch ganz leicht selber bringen; als Beispiel soll uns hier David dienen: David hatte gesündigt, er hatte seine Macht missbraucht; schlug die Warnungen auf Gottes Gebote zu achten in den Wind. Seine Macht hatte ihn eitel und unverfroren gemacht: Der Ehebruch mit Batseba, der hinterlistig eingefädelte Mord an ihrem Gatten Uria und der aus dieser Liaison hervorgegangene Sohn, war nun dem Tode nahe. In dieser Bedrängnis zog sich David zurück, um – wie es damals üblich war – zu fasten und um Vergebung zu bitten. – Am siebten Tag starb sein Sohn.
War seine späte Reue vergebens?
Nein, Gott schenkte David erneut seine Gnade; mit Batseba zeugte er Salomo, seinen späteren Nachfolger in Gottes Segenslinie und Erbauer des Tempels.
Auch die Propheten sprechen von einer zukünftigen Bedrängnis (Habakuk 3,12-16), die auch bei Markus (13,19f) im Neuen Testament nachzulesen ist: Denn es wird eine Notzeit kommen, wie sie die Welt seit der Schöpfung nicht erlebt hat und wie sie auch nie wieder eintreten wird…
Doch auch diese Bedrängnis, diese Not, wird nur so lange andauern, wie es Gott in seiner Barmherzigkeit und um Seiner Erwählten Willen zulässt.
Unsere Monatslosung bezieht sich auf die Aussagen von Paulus und Barnabas. Paulus und Barnabas besuchten noch einmal die Gemeinden, in denen sie bereits das Evangelium verkündet hatten – Lystra, Ikonium, Antiochia. Noch einmal wollten sie die Christen ermutigen und stärken. Sie wussten, dass sie den „Junggläubigen“ Warnungen mit auf den Weg geben mussten. Viele Bedrängnisse, viele Nöte, viel Leid werden sie ertragen müssen, um in das Reich Gottes zu gelangen. Welche Erfahrungen hatten diese beiden Apostel für diese Aussage bereits gesammelt?
Bevor sie vom Heiligen Geist als Missionare ausgesandt wurden (Apg. 13,2), verlief ihr Leben doch recht unterschiedlich:
Paulus – einstmals Saulus, war maßgeblich an der ersten Christenverfolgung beteiligt. Mit Genugtuung hatte er die Steinigung des Stephanus (Apg. 8,1-3) mit angesehen. Als aktiver Fanatiker hatte er nur ein Ziel: Das Christentum auszurotten. Er besaß alle Vorrechte der Bürger Roms und kannte sich auch in der griechischen und jüdischen Sprache und Kultur aus, so dass er Angst und Panik unter den Christen verbreiten konnte. Und dieser Saulus (Bedeutung des Namens: „der Erbetene“) hat auf seinem Weg nach Damaskus ein Schlüsselerlebnis: Er sieht und hört die Stimme Jesu, die ihn fragt : “Warum verfolgst du mich (Apg. 9,3-6)?“ Eine Stimme, die ihn sein Leben lang begleiten soll. Plötzlich erkennt er einen neuen Weg für sich – die Nachfolge Jesu. Saulus hatte sich bekehrt – wurde zum Paulus (Bedeutung des Namens: „Kleiner/Geringer“). Dies erschien zunächst unglaubwürdig und die Jerusalemer Christen vertrauten ihm nicht. Noch immer dachten sie, Saulus wollte sie nur ausspionieren. – Nur einer stand ihm zur Seite – Barnabas; er erkannte seine Ehrlichkeit.
Barnabas (Bedeutung des Namens: „Sohn des Trostes“) hatte sein Hab und Gut verkauft, um den Aposteln zu folgen. Unter seinem ehemalige Namen, Joseph (Bedeutung des Namens: „Sohn der Weissagung“) war er bei den Juden als Levit und Prophet bekannt (Apg 4,36).
Dieses „Dream-Team“ - Mentor und Mentee - machten sich gemeinsam auf den Weg…und kehrten erstaunlicher Weise auch an die Stätten zurück, in denen sie bereits verfolgt worden waren, in denen Paulus gesteinigt worden war aber überlebt hatte. Sie ließen sich nicht abschrecken und verfolgten beharrlich ihr Ziel, ihr Glaube machte sie gemeinsam stark.
Um diese Stärke, auch in der höchsten Bedrängnis an Gott festzuhalten und an Seiner Barmherzigkeit nicht zu zweifeln, wollen wir Gott bitten. Diese Stärke wollen wir uns gegenseitig wünschen.
Unsere Hoffnung ist: Der im Glaubenden wohnende Heilige Geist ist die Garantie auf Christus Erbteil, das die Glaubenden antreten werden, wenn die Zeit gekommen ist. (Römer 8,17).
Gedanken vom Hausbibelkreis Wrana,
Lydia-Gemeinde |
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