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Hört das Wort nicht nur an, sondern handelt danach.
(Monatslosung für Juli 2003 aus Jakobus 1,22)
Unsere menschliche Kommunikation basiert zum größten Teil auf Worten. Im Kleinkindalter nehmen wir Worte noch begierig auf, versuchen zu verstehen und zu begreifen, uns weiter zu entwickeln. Spätestens in der Schule kann sich das drastisch ändern, wenn die Kids z.B. im Unterricht einfach „auf Durchzug“ schalten oder wenn die Meinung der Eltern im Teenyalter irrelevant wird.
Hören – das genaue Hinhören erfordert Konzentration. Eine Aufnahmebereitschaft, die wir nicht ständig am Tag durchhalten. Wir sind gewöhnt zu konsumieren; das Radio einzuschalten und uns berieseln zu lassen. Worte werden zur Untermalung des Tagesgeschehens. Informationen können nicht mehr vollständig wahrgenommen werden. Eine vermeintlich gleiche Sprache ist zwischen den Generationen zum Teil unverständlich geworden. Klatschen, Schwatzen, Tratschen, oberflächliches, seichtes Plaudern, dem anderen das Wort abschneiden, um sich selbst in Szene zu setzen, Streitgespräche, bei denen wir nicht bedenken, dass in der Erregung gesprochene Worte kränken und verletzen, sich nicht mehr zurücknehmen lassen und sogar entzweien – ist das unser heutiger Umgangston?
Doch hören heißt auch empfangen, Worte auf sich wirken lassen, unwichtige Dinge heraus filtern und wichtige umsetzen. Sich zu informieren ist grundsätzlich positiv, sich motivieren zu lassen schon schwieriger, zur Tat zu schreiten weitaus unbequemer. Was nutzt beispielsweise die schönste Sonntagspredigt, wenn wir nicht das umsetzen, was wir als Botschaft an uns gehört haben? Wer Gottes Wort nur halbherzig hört, handelt oft unvernünftig.
Bleibt vor allem die Tat aus, haben wir noch nicht begriffen, worum es eigentlich geht. In den der Monatslosung nachfolgenden Versen des Jakobusbriefes wird der Mensch, der das Wort hört, aber nicht danach handelt, mit einem Menschen, der sich in einem Spiegel betrachtet, verglichen. Im Spiegel sehen wir uns selbst, auch das, was uns nicht an uns gefällt. Wenden wir uns von unserem Spiegelbild ab, vergessen wir sofort wieder, was wir gesehen haben. So geht es auch dem Zuhörer, der die Worte Gottes nicht verinnerlicht. Intensiver schauen, ja sogar eine „Lupe“ zur Hand nehmen, um zu erkennen, was ich zu tun habe, wird von mir gefordert. Denn wer ernsthaft schaut und sucht, wird dem Wort gehorchen und das Gesuchte finden.
Die Worte Gottes zu hören, ist eine Sache – sie zu befolgen eine andere. Es ist hier wie mit vielen anderen Dingen im Leben. Auch wenn ich z.B. in der Fahrschule theoretisch gelernt habe, wie man mit dem Gasgeben und der Kupplung umzugehen hat, so wird doch jeder Führerscheinbesitzer bestätigen, dass das im Fahrschulunterricht gehörte die eine Seite und das Abwürgen des Motors während der Fahrstunde die andere Seite der Medaille ist. Das Umsetzen des Gehörten ist also gar nicht so einfach. Und dennoch ruft uns Jakobus auf, Theorie (das Wort) und Praxis (dessen Umsetzung) nicht zu trennen. Alle Christen sind aufgerufen, dem Wort Taten folgen zu lassen. Weil Jesus für uns gestorben ist und uns unsere Schuld bereits vergeben ist, sind wir gefordert, aktiv zu sein. Wir müssen uns regelmäßig ernsthaft prüfen, ob wir unserem Glauben tatsächlich im Alltag ausreichend genügen. Setzen wir das wirklich um, was wir durch Bibellesen oder die Sonntagspredigt erfahren? Mit einer laissez-faire-Haltung tun wir uns und unseren Mitmenschen keinen Gefallen. Wir beschämen unseren großen Gott, denn der Glaube wird erst lebendig, wenn wir wirklich danach handeln.
Hören – ihm gehören (in Christus bleiben) und gehorchen, sind logische Konsequenzen des Glaubens, drei wesentliche Schritte, die wir erlernen und üben müssen. Und dieses Einüben fordert uns immer wieder neu: Wir treffen in den unterschiedlichsten Situationen unseres Lebens immer wieder neu die Entscheidung, ob wir „Täter des Wortes“ sein wollen. Unser Vertrauen muß so weit wachsen, dass wir Anfechtungen nicht nur erdulden, sondern uns auch weiter bewähren können, damit wir von weiteren Versuchungen nicht wieder umgeworfen werden.
Gedanken vom Hausbibelkreis
Wrana, Lydia-Gemeinde |
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