Jesus Christus spricht:
Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.
Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.

(Monatslosung für Januar 2008 aus Markus 2,17)


Januarwetter – es ist immer noch nasskalt und mies, fast wie im November, aber trotzdem ist es irgendwie anders. - Wir können den Frühling erahnen, ihn spüren, ihn fühlen, den ersten, zarten Blütenduft des Duftschneeballs und der Scheinhaselnuss aufsaugen!

Fühlt ihr euch „in diesem noch Winter“ topp fit, vielleicht auch ohne die angeratene Grippespritze?

Und könnt ihr euch jetzt lächelnd fragen: “Wer braucht schon einen Arzt, wenn scheinbar das Schlimmste überstanden ist?“ Natürlich nur die Kranken! Die Gesunden sind bei aller Influenza wieder einmal gut davongekommen!!!

Wie wäre es, wenn wir zu unserem Hausarzt gehen würden, um ihm zu versichern: „Mir geht es wirklich gut! Ich wollte sie nur darauf hinweisen, dass alles in Ordnung ist. Weil ich mich so darüber freue, bin ich in ihre Sprechstunde gekommen, denn geteilte Freude ist doch doppelte Freude?!“ Wie würde er reagieren?
- Umfallen, denn er braucht jetzt selber Hilfe?!
- Fragen, wie es mir psychisch geht und mir eine Überweisung geben?
- Eine Beruhigungsspritze aufziehen und mich später noch einmal befragen?
- Mich hinauswerfen, weil das Wartezimmer über voll ist?
- Die versteckte Kamera suchen?
- An seinem Verstand oder seiner Hörfähigkeit zweifeln?

In unserer Monatslosung ist Jesus selbst der Arzt:
Er sagt: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.“

Reagiert Jesus hier nicht genauso mit einem Vorbehalt wie ggf. unser Hausarzt? Muss man sich da nicht abgewiesen fühlen?

Jesus sagt doch, dass wir, die so genannten Gesunden, Ihn nicht brauchen.

Aber wenn Er uns wichtig ist, wir Ihn für unser tägliches Leben (wie Brot und Wasser) brauchen, sind wir deshalb vielleicht doch ein klein wenig krank oder müssen wir den Begriff der Krankheit etwas weiter spannen?

„Krank“ im Sinne Jesu sind all die Menschen, die Probleme haben, unzufrieden sind mit sich und ihrer Umwelt und mit ihrem Leben nicht mehr zu recht kommen, nicht weiter wissen; innerlich zerrüttet sind. Dann nimmt Er sich unserer Sorgen an: Geteiltes Leid, ist halbes Leid!

Wichtig ist eines:
Wir dürfen jeder Zeit zu Ihm kommen!

In unseren Notlagen wird er sich über unsere Hilferufe erbarmen! Um diesen Hilferuf im Gebet an Jesus „absenden“ zu können, ist entscheidend, dass wir uns über unsere persönliche Lebenssituation klar werden. Wichtig ist, dass wir in den Spiegel schauen, uns ansehen und prüfen, an welchem Leiden und an welchen Problemen wir zu knabbern haben, welches Kreuz wir in unserem Leben mit uns herumtragen. Wenn wir dies tun, so werden wir erkennen, dass jeder einzelne zu denen gehört, die sich von Jesus einen Krankenschein ausstellen lassen könnten. Spätestens dann ist der Zeitpunkt gekommen, das Angebot Jesu anzunehmen und Ihn als Arzt aufzusuchen.

Wer an Gott glaubt und Jesus nachfolgt, wird viele Dinge in seinem Leben besser und leichter ertragen, denn er/sie hat den Arzt immer bei sich.
Wir Christen glauben daran, dass der, der wirklich glaubt, nicht tief fallen kann: Bei einem Hochseilakrobaten ist es das sichtbare Netzt bei Gott Seine schützenden Hände, die uns im Verborgenen auffangen.

Im 2. Satz der Monatslosung heißt es:
„Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.“

Waren wir immer gerecht in unserem bisherigen Leben?
Haben wir vielleicht in unserer Vergangenheit auch völlig falsches getan? Die Beantwortung dieser Frage verlangt viel Kraft und Mut. Wer ist schon bereit Fehler einzugestehen? Sei es gegenüber seinem Nächsten als auch vor Gott. Aber wenn wir uns in unserem stillen Kämmerlein an Gott im Gebet wenden, so wie es Jesus gefordert hat, so werden wir zu der Erkenntnis kommen, dass auch wir alle zu den Sündern gehören. Das hört sich sicherlich nicht allzu aufbauend an, es entspricht aber der Wahrheit.

Es ist bestimmt ganz unterschiedlich, wann wir Seinen Ruf gehört haben, Hauptsache Sein Ruf hat uns überhaupt erreicht!

Wie wurdest du von Jesus gerufen?
- Vielleicht als Kind als die Mutter oder Großmutter mit dir betete?
- Im Religionsunterricht in der Schule?
- Bei einer Predigt?
- Einer Evangelisation?
- Durch eine Person, die vorbildlich für uns war?
- Ist es durch eine Krankheit, ein Leiden geschehen?
- Oder als es eigentlich keine andere Hilfe mehr gab?

Der Zeitpunkt ist völlig unerheblich! Wann, wie und wo Jesus sich uns genähert und uns angesprochen hat, gehört zu Gottes unergründlichem Plan für uns.

Sicherlich sollten wir uns zu unseren Sünden bekennen aber wir müssen und können uns wegen unserer Vergangenheit nicht verstecken! Zum einen findet uns Gott immer wie auch schon Adam und Eva im Paradies und zum andern benötigen wir Seine ärztliche Hilfe.

In dem Buch „Lieder für die Gemeinde - Ich will dir danken!“ hat Manfred Siebald (Liedermacher und Literaturwissenschaftler, der 1948 in Baumbach an der Fulda geboren wurde) einen sehr anschaulichen Liedtext verfasst, der zu unserem Thema passt:

Es ist niemand zu groß,
es ist niemand zu klein,
es ist niemand zu arm oder reich.
Es ist niemand zu einfach
und niemand zu fein,
seine Liebe gilt für alle gleich.

Es ist niemand zu gut,
es ist niemand zu schlecht,
es ist niemand zu frech oder scheu.
Es ist niemand zu schuldig
Und niemand zu gerecht;
Seine Liebe macht uns völlig neu.

Es macht einer schon früh
und ein anderer erst spät
von dem Angebot gebrauch.
Mancher wartet zu lange,
bis es nicht mehr geht.
Warte nicht, sonst verpasst du es auch.

Refrain:
Gott öffnet jedem die Tür, jedem der ihn fragt.
Er nimmt die Schuld und gibt Liebe dafür,
denn er hat es uns gesagt.

Bei der Losung dieses Monats (Gesamttext: Markus 2, 13-17) geht es nicht nur um die Nachfolge des Zöllners Levi, der wie es geschrieben steht: „einen schlechten Ruf hatte“, sondern auch um die Tischgemeinschaft, die Jesus pflegte und mit der Kritik und den Angriffen, die von den Pharisäern kamen und zunächst gegen die Jünger gerichtet war: „Wie kann sich euer Jesus bloß mit solchem Gesindel einlassen!“

Vielleicht reagieren wir heute in ähnlichen Situationen ja genau wie jene Pharisäer? Wie gehen wir mit Leuten um, die unserem Lebensstil nicht entsprechen? Gibt es Hindernisse in den Sprachen oder Schwierigkeiten im Bildungsstand? Handeln wir nicht auch nach dem Sprichwort: „Sage mir, wer deine Freunde sind und ich sage dir, wer du bist!“? Schließlich können wir auch behaupten: „Böse Beispiele verderben die Sitten.“ Warum können wir nicht neutral und unkritisch sein? – Aber war Jesus das jemals auch?

Er kannte die Unterschiede zwischen Sündern und Gerechten, zwischen Gesunden und Kranken sehr genau. Er wusste auch um die Ansteckungsgefahr und deren Folgen! Dennoch ging er gerade zu denen, die eigentlich Gottes Strafe verdient hätten, damit das Wunderbare geschehen kann: Wir bekommen das, was er für uns für uns verdient hat. Wir erhalten die Vergebung unserer Sünden, weil Er, Jesus, uns alle gleich liebt und für uns gestorben und auferstanden ist. Er wünscht sich als „Gegenleistung“ hierfür von uns: Herzen, die von Liebe erfüllt sind!

Paulus hat das an anderer Stelle ähnlich ausgedrückt:
„Ohne Liebe bin ich nichts. Selbst wenn ich in allen Sprachen der Welt, ja mit Engelszungen reden könnte, aber ich hätte keine Liebe, so wären alle meine Worte hohl und leer, ohne jeden Klang, wie dröhnendes Eisen oder ein dumpfer Paukenschlag“ 1Kor 13,1)


Wie könnte das praktisch aussehen?
- Sich ein wenig Zeit für andere nehmen!
- Einfach zuhören!
- Manchmal reicht ein freundliches Wort!
- Spontane Hilfe ist nie verkehrt!
- Auf die Bedürfnisse des anderen eingehen!
- Ideen verwirklichen, wie Hilfe wirksam werden kann!
- ………………………………………………………….!
- ………………………………………………………….!
- ………………………………………………………….!
(Brauchbare Rezepte entwickeln sich bekanntlich oftmals erst beim Genuss!)

Jesus wird niemals einen Menschen ablehnen, egal ob er krank oder gesund ist! Vielleicht erkennen wir die eigene Krankheit ja oftmals gar nicht selbst?
Er wendet sich allen Menschen zu, die Seinen Ruf hören und Ihn aufnehmen wollen!

Eine Parallelstelle zu unserer Monatslosung, finden wir auch im Alten Testament. Dort heißt es bei Hosea 6,6 (EB):

Denn an Güte habe ich gefallen, nicht an Schlachtopfern, und an der Erkenntnis Gottes mehr als an Brandopfern.

Ganz speziell jedoch wird er sich über unseren Lob und Dank erfreuen, denn Lob ist nicht nur für uns Menschen untereinander so wichtig, weil es uns froh macht und die Stimmung hebt; Jesus fordert auch Anerkennung von uns, für alles, was er täglich für uns tut.

Die Erkenntnis Gottes: Sein Verlangen ist Hingabe, Barmherzigkeit und Treue.




Gedanken vom Hausbibelkreis Wrana, Lydia-Gemeinde


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