Jesus Christus spricht: Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben.

(Monatslosung für Januar 2006 aus Johannes 3,36)

Wer an den Sohn Gottes glaubt, der hat das ewige Leben. Sollte am Ende dieses Satzes anstatt des Punktes nicht vielmehr ein Ausrufungszeichen stehen? Handelt es sich hierbei nicht um eine Aussage, die, so wie sie in der Heiligen Schrift steht, keine Widerrede zu lässt und an der es sich nicht herum deuteln lässt? So ist es und nicht anders!
Oder handelt es sich doch um einen einfachen Satz mit Hürden?

Mit dieser Seiner Aussage macht uns Jesus ein Angebot und nennt uns aber auch im gleichen Atemzug die Bedingung, die zum Erlangen Seines Geschenks zu erfüllen ist. Nur wer an Ihn, den Sohn Gottes glaubt, der kann sich tatsächlich auf das Versprechen Jesu berufen und nach seinem Tod ewig bei Gott in dessen Reich leben. Dies ist Voraussetzung für den Glauben an das ewige Leben.

Die Aussage Jesu bezieht sich auf unterschiedliche Zeiträume; zum einen auf die Zeit hier auf Erden und zum anderen auf die Zeit nach unserem irdischen Tod. Der Glaube in unserem hiesigen Leben schafft die Voraussetzung des Lebens nach dem Tod. Ohne Glauben an Jesus von Nazareth, dessen Geburtstag die Menschen im letzten Monat zu Weihnachten gefeiert haben, haben wir keine Chance jemals in das Himmelreich zu gelangen.

Im alltägliche Sinn glauben wir Etwas, wenn uns eine Information nicht unbedingt vertraut ist und wenn wir dennoch von der Richtigkeit eines Sachverhalts überzeugt sind. Hierbei verlassen wir uns auf unseren Verstand.

An jemanden glauben, meint aber, dass dieses Etwas personifiziert wird. Wir sagen dann: Ich glaube an meinen Ehepartner, meine Kinder oder vielleicht sogar an die Mannschaft meines Lieblingsfußballvereins. Hierbei wird das Wort „Glauben“ mit dem Wort „Vertrauen“ gleichgesetzt. Ich glaube an einen Menschen, in dem ich ihm vertraue.

In biblischer Hinsicht bedeutet Glauben in erster Linie Vertrauen .

Das Alte Testament versteht den Glauben, als gelebte Gottesbeziehung, eine Gebundenheit des Menschen an Gott. Ein Glaube, der jedem Einzelnen seinen Gehorsam in einem Verhältnis der Bewährung abfordert. Der Glaube ist hier kein blindes Vertrauen, sondern gründet sich eher auf sichtbare Taten Gottes und dessen festen Zusagen. So wird nach den Berichten über den Auszug aus Ägypten der Glaube der Israeliten durch Wunder (z.B. 2.Mose 4,1-9.30f) oder außergewöhnliche Ereignisse (Psalm 106,12) hervorgerufen. Eine Verheißung steht auch im Hintergrund des Wortes Jesajas an den König Ahas: Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht. (Jesaja 7,9).

Im Neuen Testament sieht Paulus den Glauben oft im Gegensatz zum Gesetz des Alten Testaments, nämlich als Heilsweg, den die Gnade Christi eröffnet hat. Glaube ist nach Paulus der Verzicht auf den Versuch, Gott gegenüber Recht zu behalten und der Eintritt in den durch Christus geschaffenen Freiheitsraum.

Wenn Jesus erklärt: Dein Glaube hat dich gerettet! (Markus 5,34, Matthäus 9,29; 15,28, Lukas 7,50), dann hat der Glaube sein Ziel erreicht. Es besteht eine Gemeinschaft zwischen Jesus und uns Menschen. Leider jedoch stellt der fehlende Glaube an den Sohn für viele Menschen eine für sie scheinbar unüberwindbare Hürde dar. Für sie ist es oftmals nicht nachvollziehbar, wenn Jesus im Johannesevangelium (11,25f) zu Martha sagt: Ich bin die Auferstehung und ich bin das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, selbst wenn er stirbt. Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben.
Und das bringt uns unmittelbar zur zweiten Hürde unseres Monatsspruchs – der Glaube an das Ewige Leben. Wenn heute vom Ewigen Leben geredet wird, werden plötzlich alle hellhörig. Darüber lohnt es sich doch nachzudenken! Lucas Cranach der Jüngere hat einst ein Gemälde geschaffen mit dem Titel: Der Jungbrunnen. Es ist der verkörperte Traum der ewigen Erneuerung, dem viele Menschen insbesondere heute in einer Zeit des Jugendwahns nachtrauern.

Das Gen der Unsterblichkeit ist von der Wissenschaft nicht gefunden – genau so wenig, wie der Stein der Weisen, je entdeckt werden kann. Sterben, um ewig zu leben, das scheint für manche grotesk zu sein und mit einem viel zu hohen „Risiko“ verbunden. Da wollen wir doch lieber dem verloren Paradies nachtrauern oder es vielleicht anderweitig neu entdecken… Und doch sind die verschiedensten Jenseitsvorstellungen weltweit verbreitet. Der Wille zum Leben – zum Überleben, ist in allem Lebendigen so stark ausgeprägt, dass sich unweigerlich die Frage nach dem „Danach“ stellt. So ist für keine Religion das Leben nach dem Tod eine Illusion, nur die Wege und die Ergebnisse sind unterschiedlicher Natur. Während in manchen Stammesreligionen die Schattenseelen ihr Dasein unter der Erde ähnlich wie auf Erden weiterführen, setzt der Buddhismus auf die Seelenwanderung. Hier werden die Lebewesen ihrer Taten entsprechend in fünf Schicksalsbereiche wiedergeboren: in Höllen, in Gespenstern, Tieren Menschen oder Göttern. Sokrates sprach von einer Zukunft ohne Ende, die sich jenseits des Grabes öffnet. Dort beginnt das wahre Leben ohne Leid, Elend und Tod.

Auch in den zwei anderen monotheistischen Weltreligionen, dem Judentum und dem Islam, wird von einem Leben nach dem Tod berichtet, das sich im Paradies in der Gegenwart Gottes abspielen wird.

Nach einer am 19. Dezember 2005 veröffentlichten Forsa-Umfrage glauben 47 Prozent der Deutschen, dass „mit dem Tod alles endet“, 27 Prozent glauben „an ein Leben in einer anderen Welt“ und 11 Prozent an die Wiedergeburt. Zwei Drittel meinen, dass sie in erster Linie deshalb auf die Welt gekommen seien, um „das Leben zu genießen“. Im Innersten einer Vielzahl von Menschen ist der Wunsch und die Sehnsucht vorhanden, dass es nach dem eigenen leiblichen Tod irgendeine Form des Weiterlebens gibt. Ein Sterben ohne Fortsetzung? Welch einen Sinn hätten dann unsere Jahre, die wir hier auf Erden sind? Besteht der Sinn nur darin, dass wir essen und trinken um am Leben zu bleiben, nur darin für das Weiterleben der Gattung Mensch zu sorgen oder in dem Erklimmen der persönlichen Karriereleiter? Oder vielleicht, in dem wir uns ein paar nette Jahre, wo möglich noch auf Kosten unserer Mitmenschen hier auf Erden machen?

Nein, dies ist nicht der Sinn des Lebens, den Gott sich vorstellte, als Er die Welt erschuf und den Menschen in Seinem Garten Eden ansiedelte. Vielmehr wollte Gott die Gemeinschaft mit den Menschen, die Er uns jetzt durch Seinen Sohn Jesus Christus in Aussicht stellt.

Wenn wir also diese Gemeinschaft mit Gott Vater in Seinem Reich nach unserem Tod erlangen wollen, wenn wir das Ewige Leben leben wollen, dann müssen wir an Seinen Sohn Jesus glauben. Der Glaube an den Sohn bedeutet, dass ich Ihm vertraue. Und Ihm vertrauen, heißt wiederum, dass ich das, was Er gepredigt hat und was im Neuen Testament nachzulesen ist, als Wahrheit erkenne und in den Mittelpunkt meines Lebens stelle.

Nichts anderes will uns der Glaube an den Sohn vermitteln: Suche Gott und stelle Ihn in deine persönliche Mitte!

Jesu Forderung zu Beginn des Satzes „Wer an den Sohn glaubt, …“ zeigt die Kompromisslosigkeit auf, die zum Ewigen Leben führt. Nur „mit Ihm, in Ihm und durch Ihn“ ist dieser Weg zum Vater gangbar.

Werde Jesus ähnlicher, folge Ihm nach! Nimm dir als Handwerkszeug, als Hilfe die Bibel, den Gottesdienst, deine Geschwister im Glauben. Dann wird dein Ewiges Leben ein Leben in der Verbundenheit mit Gott sein (Römer 5,21; 6,23).

Die Auferstehung Jesu war der Ausgangspunkt der gesamten christlichen Verkündigung, ihr wird die Auferweckung der Christen folgen (1.Korinther 15,23f).



Gedanken vom Hausbibelkreis Wrana, Lydia-Gemeinde


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