Treu ist Gott, durch den ihr berufen worden seid zur Gemeinschaft
mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn.

(Monatslosung für Januar 2004 aus 1. Korinther 1,9)

Die Monatslosung ist aus dem 1. Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth entnommen, der wahrscheinlich in den Jahren 54 oder 55 n.Chr. entstanden ist. In diesem Brief befasst sich Paulus nicht mit der universalen Kirche, vielmehr geht er auf die spezifischen Angelegenheiten der Korinther Christen ein. Streit und Zwietracht herrschten in der Gemeinde, so dass sogar ihre Spaltung drohte. In seinen einleitenden Sätzen erinnert Paulus an die Treue Gottes.

Spaltung und Treue sind zwei Begriffe, die in engem Zusammenhang stehen und sich aber eigentlich gegenseitig ausschließen. Spaltungen in zwischenmenschlichen Beziehungen geht mit Untreue, nicht Treue einher, wobei hier jegliche Formen von Untreue gemeint sind. Aber widerspricht Treue vielleicht unserem menschlichen Naturell?

Menschen wollen gerade in unserer heutigen Zeit frei sein, ohne sich möglichst festlegen zu müssen. In Treue miteinander verbunden zu sein, etwa wie Ehepartner, ist heute bei weiten Teilen in der Spaßgesellschaft nicht mehr modern. Öfter mal etwas Neues, liegt voll in jeglicher Beziehung im Trend.

Doch fangen wir im Kleinen an:
Wie steht es mit uns persönlich? Sind wir uns selbst treu? Sind wir vertrauenswürdig und halten unsere Versprechen ein? Stehen wir zu unserem Wort und können das, was wir uns vorgenommen haben, überhaupt zu Ende bringen?

Gerade am Anfang des Jahres, wenn die guten Vorsätze von Sylvester noch in den Ohren klingen, der eine oder andere Vorsatz vielleicht schon wieder über Bord geworfen wurde, müssen wir Farbe bekennen. Und wenn wir schon darüber nachdenken, wie sieht es in unserem Freundes- und Bekanntenkreis aus? Interessant ist, dass eine Veilzahl von Menschen ihrem Vierbeiner mehr Treue als ihrem Nächsten zutraut.

Zwietracht und Streit sind äußere Zeichen für Untreue. Treue hingegen erfordert einen verständnisvollen Umgang untereinander, wobei nicht gemeint ist, dass man keine Meinungsverschiedenheiten haben darf. Entscheidend ist aber, ob und auf welche Art und Weise in diesen Fällen eine Lösung gesucht wird. Wird die Lösung miteinander gesucht oder gegeneinander? Ein vertrauensvolles Miteinander ist der Grundstein für ein durch Treue gekennzeichnetes Zusammenleben. Dieses vertrauensvolle Miteinander kann auch als „Gemeinschaft“ bezeichnet werden.

Laut Paulus sind wir durch Gott „zur Gemeinschaft mit Seinem Sohn Jesus Christus“ berufen worden. Gemeinschaft mit Jesus heißt, Ihm treu zu sein. Ihm auch die Treue sowohl in schwierigen als auch in guten Zeiten zu halten, mit Ihm gemeinsam durch das Leben zu gehen. Gemeinsam mit dem VATER, dem SOHN und dem HEILIGEN GEIST. Treue ist vor allem auch Beständigkeit – eine treue Bindung, die so fest ist, dass sie nicht um eigener Vorteile Willen aufgegeben wird. Eine Bindung, in der wir unsere Fehler eingestehen können. Eine Bindung, die zum Trost führt, in der wir selbst vertrauenswürdig sind, Trost empfangen und weitergeben dürfen; denn keine Schulter ist so stark, dass sie nicht hin und wieder der Schulter des Nächsten bedarf!

Eine solche Treue finden wir bei Gott! Gott ist treu und dies nicht, weil wir ihn darum bitten, sondern ganz allein aus seiner Gnade zu uns Menschen. Er ist ein Gott des Friedens, der uns auffordert miteinander Seinen Willen zu tun. In der Gemeinschaft mit Seinem Sohn, der uns menschliches Verhalten vorgelebt hat. Darum wollen wir Jesus ähnlicher werden, uns in Harmonie ergänzen und das Wohlergehen unseres Nächsten nicht aus den Augen verlieren. Gott selber nimmt sich dies für uns vor. Er ist treu und hilft uns auch bei der Umsetzung.



Gedanken vom Hausbibelkreis Wrana, Lydia-Gemeinde


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