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Gerecht gemacht aus Glauben, haben wir Frieden
mit Gott durch Jesus Christus,
unseren Herrn.
(Monatslosung für Februar 2007 aus Römer 5,1)
Rechtfertigung ist eigentlich ein negativ besetzter Begriff, denn sich rechtfertigen müssen,
heißt unter anderem auch „in Verdacht“ geraten zu sein.
Im täglichen Leben bleibt das leider nicht aus!
Ihr denkt das ist nicht so?
Es ist Fakt!
Hier ein kleines Beispiel:
Habt ihr es je erlebt, dass ein Mitmensch etwas Nachteiliges über euch verbreitet hat? – einfach um euch zu
mobben oder zu diskreditieren? Jemand, der euch vielleicht aus Neid anschwärzen wollte, nur um besser
dazustehen, als ihr selbst; und dieser Gegenspieler es so geschickt einfädelt, dass euch fast niemand
Glauben schenken will? Wenn Gerüchte über euch verbreitet werden, habt ihr fast keine Chance; dann fühlt
ihr euch hilflos und leer. –
Jeder Mensch braucht Vergebung!
In der Rechtfertigung durch Jesu
Sind Rechtfertigung und Vergebung identisch?
Die Lehre von der Rechtfertigung hatte im 16. Jahrhundert (die Zeit der Reformation) eine zentrale Bedeutung.
In den lutherischen Bekenntnisschriften und auf dem Trienter Konzil der römisch-katholischen Kirche kam es zu
gegenseitigen Lehrverurteilungen, die bis heute gültig sind und eine Kirchen trennende Wirkung haben.
Wir wollen uns ganz wertfrei einen kurzen Überblick (so weit, wie möglich) verschaffen:
Was sagt die Bibel zur Rechtfertigungsbotschaft?
Im Alten Testament (Psalm 51, 3-6): Menschen sind sündig, schuldig, verurteilenswert... dem Gericht Gottes
unterworfen.
Das Neue Testament reißt uns aus diesem Sumpf heraus und macht uns neuen Mut. Römer 3,23-26: Denn darin sind die Menschen
gleich: Alle sind Sünder und haben nichts aufzuweisen, was Gott gefallen könnte. Aber was sich keiner verdienen kann,
schenkt Gott in seiner Güte: Er nimmt uns an, weil Jesus Christus uns erlöst hat. Um unsere Schuld zu sühnen, hat Gott
seinen Sohn am Kreuz für uns verbluten lassen. Das erkennen wir im Glauben, und darin zeigt sich, wie Gottes Gerechtigkeit
aussieht. In seiner Geduld hatte Gott ja bis dahin die Sünden der Menschen ertragen, um sie jetzt um Jesu willen zu
vergeben und damit seine Gerechtigkeit zu erweisen. So steht fest, dass Gott allein gerecht ist und nur den von seiner
Schuld freispricht, der an Jesus Christus glaubt.
Paulus verkündet Christus als „unsere Gerechtigkeit“ (1. Korinther 1, 30) und nimmt Bezug darauf, was Jeremia selbst über
Gott verkündet hat: (Jer. 23, 6b) Der Herr ist unsere Gerechtigkeit. Dabei geht er bis auf 1. Mose 15,6 zurück:
Abraham
glaubte dem Herrn, und so fand er Gottes Anerkennung. Das heißt, so wie Abraham Gottes Versprechen vertrauen konnte, tut
dies auch Paulus indem er sagt: Nur wenn ich Gott vertraue, der mich trotz meiner Schuld freispricht, kann ich vor ihm
bestehen. (Römer 4,5b).
Gottes Gerechtigkeit ist Kraft für uns; eine Kraft die weiterführt: Habakuk 2,4: Nur wer Gott vertraut, wird leben. Im
Neuen Testament: Nur der wird Gottes Anerkennung finden und leben, der ihm vertraut. (Römer 1,17b).
Im Epheserbrief (2,8f) werden wir weiter belehrt: Aus Gnade sind wir durch den Glauben gerettet, nicht aus eigener Kraft,
das ist Gottes Geschenk an uns.
Die Gerechtfertigten leben also aus dem Glauben, aus Jesu Worte (Römer 10,17), die Botschaft aber gibt uns Jesus Christus.
Nachdem wir durch den Glauben von unserer Schuld freigesprochen sind, steht nun nichts mehr zwischen uns und Gott. Wir
haben Frieden mit ihm. Wem verdanken wir das? Allein Jesus Christus. (Römer 5,1)
Den Zugang zu Gott gewährt uns Jesus. Er eröffnet uns den Weg zu Seiner Gegenwart: Durch Christus dürfen jetzt alle,
Juden wie Heiden, vereint in einem Geist, zu Gott dem Vater kommen. (Epheser 2,18)
Jetzt können wir zu jeder Zeit furchtlos und voller Zuversicht zu Gott kommen, wenn wir an ihn glauben. (Epheser 3,12)
Diese Gunst, die uns Gott jetzt entgegenbringt, können wir auch mit dem Begriff Gnade umschreiben. Galater 5,4: Wenn ihr
aber durch das Gesetz vor Gott bestehen wollt, dann habt ihr euch von Christus losgesagt und Gottes Gnade gilt nicht
länger für euch.
Ihr könnt ganz sicher sein, dass Gott barmherzig ist und euch wirklich liebt. Daran haltet fest. (1. Petrus 5,12b)
Durch das rechte Verhältnis zu Gott dürfen sich die Glaubenden nun Hoffnung auf die zukünftige Herrlichkeit machen.
Gott erklärt, dass unsere Sünden vergeben und ausgelöscht sind, das entspricht auch unserem Bedürfnis. Jeder benötigt
Vergebung. Gott geht dabei noch weiter: Er rechnet uns die Gerechtigkeit Christi zu.
Graf Zinzendorf hat folgendes Lied dazu geschrieben:
Christi Blut und Gerechtigkeit,
das ist mein Schmuck und Ehrenkleid.
Damit will ich vor Gott bestehn,
wenn ich zum Himmel werd eingehn.
Ich glaub´ an Jesum, welcher spricht:
„Wer glaubt, der kommt nicht ins Gericht.“
Gottlob, die Schuld ist abgetan,
und Gott nimmt mich in Gnaden an.
Die Rechtfertigung ist voll und ganz Gottes Handeln. Wir tun überhaupt nichts dazu. Sie ist Gottes Erklärung an
uns und wir dürfen sie durch unseren Glauben annehmen. Unser Glaube ist also das Mittel, durch das wir befähigt
sind, die Gerechtigkeit zu empfangen, die Gott uns gibt. Es ist die Gerechtigkeit des Herrn Jesus Christus, die
auch uns zugerechnet wird.
Sind wir damit aus dem „Schneider“?
Müsste nicht auf Grund all dieser positiven Zusagen auch eine Erneuerung unseres Lebens stattfinden?
Ja, Christus in uns bewirkt das neue Leben, das wir Ihm immer ähnlicher werden.
Können wir in unserer Welt so selbstlos sein und handeln, wie es uns Jesus vorgelebt hat?
Können wir das uneingeschränkt wenigstens in unserer Gemeinde und unseren Familien tun? Und wenn nicht hier,
wo dann?
Möchten wir nicht eigentlich alle bessere Menschen sein und unseren guten Willen zeigen und Vorurteile abbauen?
Aber es gelingt uns nicht aus eigener Kraft.
Die Liebe zu Gott und die Hoffnung auf Ihn, sollte sich insbesondere in der Liebe zum Nächsten auswirken.
(Galater 5,6)
Denn wenn der Gerechtfertigte in Christus lebt und in der empfangenen Gnade wirkt, müsste er biblisch gesprochen
auch gute Früchte erbringen.
Galater 5,22ff: Dagegen bringt der Heilige Geist in unserem Leben nur Gutes hervor:
Liebe und Freude, Frieden und Geduld, Freundlichkeit, Güte und Treue, Besonnenheit und Selbstbeherrschung. Ist das
bei euch so? Dann braucht ihr kein Gesetz zu fürchten.
Es ist wahr: Wer zu Christus gehört, der hat sein selbstsüchtiges Wesen mit allen Leidenschaften und Begierden an das
Kreuz geschlagen.
Durch den Heiligen Geist haben wir neues Leben und das soll auch bei uns sichtbar werden. Blinder Ehrgeiz, der nur
unsere Eitelkeit befriedigt, gegenseitige Kränkungen und Neid dürfen bei uns keine Rolle mehr spielen.
Müht euch mit Furcht und Zittern um euer Heil! Denn Gott ist es, der in euch das Wollen und Vollbringen bewirkt, noch
über euren guten Willen hinaus. (Philipper 2,12b, 13, Einheitsübersetzung)
Gedanken vom Hausbibelkreis Wrana, Lydia-Gemeinde
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