Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft,
dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler,
dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

(Monatslosung für Dezember 2007 aus Jesaja 40,31)


Wie oft sind wir schon total müde, erschöpft, zerschlagen und völlig kraftlos ins Bett gefallen?
Trotz allem konnte sich diese wohltuende Müdigkeit, die uns auf einen erquickenden und erholsamen Schlaf freuen ließ, einfach nicht einstellen. Von Sorgen geplagt, hingen unsere Gedanken dem Tagesgeschehen hinterher und vom nächtlichen Ausruhen blieb am Morgen nur jene bleierne Mattigkeit, die uns verzagt und weiterhin mutlos machte. –

Wenn sich dieser Zustand über Tage hinzieht, können wir nicht mehr entspannen, unser Lebensmut sinkt und wir befinden uns in einem Tief der Hoffnungslosigkeit, der Resignation und des Verdrusses. Unsere Blicke richten sich nach unten, als hätten wir zeitlebens eine schwere Last auf unseren Rücken getragen. Unsere menschliche Kraft ist an ihre Grenzen gestoßen und in unserem negativen Befinden schleichen sich die übelsten Gedanken ein: Hoffen und Harren, hält so manchen zum Narren!
Dafür sollten wir uns nun wirklich schämen, schließlich geht es darum, in Mitten unserer Ängste das Vertrauen zu bewahren, dass Gottes Geist uns wieder ermutigen und vor allem aufrichten wird.

Denn Gott hat uns seinen Heiligen Geist gegeben. Und das ist kein Geist der Furcht; sondern ein Geist, der uns mit Kraft, Liebe und Selbstüberwindung erfüllt. (2.Timotheus 1,7).

Vielleicht ist es wirklich wichtig, von Zeit zu Zeit diese persönlichen Kräfte zehrenden Erfahrungen durch zu machen, damit wir uns wieder unserer eigenen Machtlosigkeit bewusst werden.
Vielleicht auch, um uns erneut bewusst zu machen, eigene Wünsche doch zurück zu stellen.

Selbst den jüngsten durchtrainiertesten Spitzenläufern beim Marathon kann die Puste ausgehen, auch sie können manchmal ihren Kräftevorrat nicht zum richtigen Zeitpunkt mobilisieren und beginnen zu straucheln, dann ist von Muskelübersäuerung die Rede. Werden wir richtig sauer, beginnen wir eher mit Gott zu zanken und die Abwendung von Ihm ist nicht mehr fern.

Im 2. Brief an die Korinther, im 12.Kapitel Vers 9, spricht Gott zu Paulus:
„Verlass dich ganz auf meine Gnade. Denn gerade wenn du schwach bist, kann sich meine Kraft an dir besonders zeigen.“
Paulus kann das mit Freude annehmen: Darum will ich vor allem auf meine Leiden und meine Schwäche stolz sein. Dann nämlich wirkt die Kraft Christi an mir.

Gottes Kraft ist unerschöpflich und für alle Menschen gedacht.
Gott wendet sich jedem einzelnen in seiner persönlichen Not zu; denn jeder einzelne Mensch ist Ihm unsagbar wichtig.

Seine Kraft verleiht uns wieder neuen Auftrieb, wie dem Adler, im Vers des Jesaja, der unter seinen Schwingen die unterschiedlichen Strömungen der Luft verspürt; die ihn dann mühelos davontragen, befähigt die Widerstände zu meistern, zu überwinden und durch zu halten, um zu neuen Zielen zu gelangen.

Uns wird zugesagt, dass wir eine Quelle der Kraft besitzen, die niemals versiegt.
So lasst uns auf das Kind in der Krippe schauen – unsere Verbundenheit mit Ihm lässt uns nicht straucheln, schenkt und erhält uns allen Mut, lässt uns mit starken Schritten in die richtige Richtung wandeln. Dieses „Wandeln“ heißt auch: Zum Vergnügen gehen (lustwandeln) ohne Beschwerlichkeit und ohne Last, noch von Geschäften gedrängt.

Gott wird uns alle führen, mögen die Zeiten auch noch so kompliziert werden! Wir werden nicht in unseren Ängsten verharren, sondern Ideen haben, die fliegen können, wie jener Adler.




Gedanken vom Hausbibelkreis Wrana, Lydia-Gemeinde


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