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Ihr werdet Wasser schöpfen voll Freude aus den Quellen des Heils.
(Monatslosung für Dezember 2006 aus Jesaja 12,3)
Quellen des Heils, damit assoziieren wir zunächst vielleicht das Wort Heilquellen und
den wohl berühmtesten Wallfahrtsort, der uns spontan dazu einfällt: Lourdes (Frankreich).
Gibt man den Suchbegriff „Heilquellen“ bei Google im Internet ein, ist das Ergebnis faszinierend:
304000 Treffer in 0,82 Sekunden.
Viele tausend Menschen pilgern täglich zu ihnen. - Was macht diese Wasserquellen so einzigartig?
Da gibt es Berichte einzelner Personen über Spontanheilungen oder zumindest über positive Veränderungen
ihrer Krankheiten, die in Dokumentarzentren und in der Presse veröffentlicht wurden und durch ärztliche
Aussagen untermauert werden. Wissenschaftler spekulieren über Erdstrahlen oder Magnetfelder, sogar über
unbekannte Energiearten, die
an diesen Orten auftreten. Es gibt Studien über ungewöhnliche antioxidative Eigenschaften und Abhandlungen,
dass manches Heilwasser um 8% leichter ist, als normales Trinkwasser.
Trotz aller Fakten stehen wir vor einem Phänomen. Kann es Autosuggestion sein, wenn sich Menschen
vitaler und gesünder fühlen? Aber „Wunderwasser“ sollen auch Tiere heilen….
Was ist Glaube – was Aberglaube?
Wasser ist und bleibt das Grundelement des Lebens. Es dient nicht nur zur Erhaltung aller Lebensfunktionen,
sondern auch der Reinigung.
Alle menschlichen Kulturen verehrten in unterschiedlicher Weise Quellen, Flüsse, Seen und Meere.
In Europa waren die Römer, Griechen und Kelten die größten Verehrer der Heilquellen.
Im Mittelalter glaubte man an so genannte Jungbrunnen, in denen betagte Alte durch Baden wieder jung, fit und
schön wurden.
Zur Zeit Jesu wurde nach der Ernte das Laubhüttenfest (Sukkot, übersetzt: die Zeit unserer Freude) abgehalten
und eine besondere Tradition gepflegt: das Wasseropfer.
Mit diesem Fest war auch eine Bitte verbunden: Gedeihen und Wohlergehen, Regen für das nächste Jahr.
Wasser spielte also eine bedeutende Rolle.
Der Ritus vollzog sich wie folgt:
Noch vor Sonnenaufgang schöpfte ein Priester mit einem goldenen Gefäß Wasser aus der Quelle Siloah. In einer
feierlichen Prozession wurde es zum Wassertor getragen. Der Fest- und Fackelzug wurde mit drei Schofartönen
am Tempeleingang begrüßt. Gemeinsam mit dem Wein für das morgendliche Trankopfer wurde das Wasser in zwei
silberne Becken auf dem Brandopferaltar ausgegossen und floss dann unterirdisch ab.
Dieser letzte Teil des Ritus´ klingt etwas ernüchternd – oder?
Aber die Israeliten wussten genau, worauf es eigentlich ankommt; und das lesen wir in Psalm 87,7: Alle meine
Quellen sind in dir.
Wasser schöpfen heißt Leben schöpfen und Gottes Geist erfahren.
Der letzte Tag der siebentägigen Festivitäten war der absolute Höhepunkt.
An einem dieser Tage trat Jesus vor die Menschenmenge und rief laut: „Wer Durst hat, der soll zu mir kommen
und trinken! Wer an mich glaubt, wird erfahren, was die Heilige Schrift sagt: Wie ein Strom wird lebendiges
Wasser von ihm ausgehen.“ (Johannes 7,37-39)
Kraft schöpfen aus einem Menschen – aus Jesus? Ja, denn er war nicht irgendein Mensch, sondern Gottes Sohn!
So hatte es schon Joel (3,1) vorhergesagt: In späterer Zeit will ich, der Herr, alle Menschen mit meinem Geist
erfüllen.
Zunächst gab es noch einen zeitlichen Vorbehalt: Jesus musste verherrlicht werden, bevor der Heilige Geist kommen würde.
Heute sehen wir uns als vom Heiligen Geist beschenkte – von seinem Geist beseelte Individuen, doch wo sind die
Ströme des lebendigen Wassers, die dann auch aus uns fließen sollten?
Nutzen wir für Gottes Reich alle Möglichkeiten, die aus uns kommen sollten?
Leider verlassen wir all zu oft die Quelle unserer Kraft und müssen uns dann fragen:
Wo ist meine Lebensquelle?
Was macht mein Leben froh?
Gott selber spricht in den Worten des Propheten Jeremia (2,13): Erst haben sie mich verlassen, die Quelle mit
frischem Wasser, und dann haben sie sich rissige Zisternen ausgehauen, die das Wasser nicht halten.
Auch wir sind manchmal voller Unmut und Klagen.
Gott ist klein geworden in unserer Mitte.
Hilflos fragen wir nach Ihm, hadern, warum Er so viel Leid zulässt, bis wir zu der Erkenntnis gelangen:
Wir dürfen dankbar sein! Was für uns unerträglich erschien ist überstanden. Vielleicht sehen wir dann auch
ein, dass es einfach so kommen musste; denn letztendlich schenkt der Herr Heil.
Gott erfüllt nicht alle unserer Wünsche, aber all´ seine Verheißungen geben uns Freude und Lebenszuversicht.
Er meint es gut mit uns und bürdet uns keine unerträglichen Lasten auf (Matthäus 11,30).
Jesus lässt sein Erbarmen fließen.
Wir erinnern uns an die Frau am Brunnen. Jesus sagt zu ihr: (Johannes 4,14) „Jeder, der dieses Wasser trinkt,
wird bald wieder durstig sein. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, der wird nie wieder Durst
bekommen. Dieses Wasser wird ihm zu einer Quelle, die bis ins ewige Leben hinein fließt.“
Jetzt lässt sich die Quelle des Heils hoffentlich besser verstehen.
Jesaja 12, 3-6: Seine Hilfe gleicht einer sprudelnden Quelle. Voller Freude werdet ihr Wasser daraus schöpfen.
An jenem Tag werdet ihr sagen: Lobt den Herrn, ruft in die Welt hinaus, wer euer Gott ist! Sagt den Völkern,
was er getan hat! Rühmt ihn, und erzählt, wie groß und erhaben er ist! Singt zur Ehre des Herrn, denn er hat
wunderbare Taten vollbracht. Das soll auf der ganzen Erde bekannt werden. Ihr Einwohner von Jerusalem, jubelt
und singt, denn groß und mächtig ist der heilige Gott Israels, der mitten unter euch wohnt.
Herr, wir wollen in der Stille zu Dir kommen,
in der Gewissheit, dass Du unsere Gebete erhörst,
denn Du bist die Quelle unseres Vertrauens.
Eine Quelle, aus der wir mit Freude schöpfen.
Ein Brunnen, eine Oase, ein Ort des Friedens.
Herr, Du weißt, was jeden von uns besonders bewegt.
Stärke uns gerade dann, wenn wir auf Widerstände stoßen.
Schenke unseren Gemeinden immer wieder neue Impulse.
Nimm uns unsere Ängste, wenn wir im Glauben an Dich belächelt werden;
sei uns eine Quelle des Trostes.
Herr, sei Du unsere Quelle der Zuversicht,
damit wir auch voll Freude empfangen können, was Du für uns bereithältst.
Sei Du unsere Quelle des Erbarmens,
wenn wir voll Unmut und Klagen sind.
Werde für uns zur Quelle der Gewissheit.
Herr, lass Deine Heilige Schrift zu unserem Quellenverzeichnis werden,
wenn wir nach Antworten dürsten.
Lege uns die rechten Worte in den Mund,
bei Einleitungen, Anspielen, Predigten und in den Hauskreisen.
Sei Du für uns die Quelle der Erkenntnis.
Herr, lass uns selbst zu einer sprudelnden Quelle werden,
aus der unsere Mitmenschen neue Kräfte schöpfen können.
Lass unsere Worte zum Heil derer werden, die Dich noch suchen.
Lass uns Deine wunderbaren Taten verkünden:
Voll Jubel und Ehre für Dich.
Lass uns dies nicht aus Deinen Befehlen heraus tun, sondern aus persönlicher Einsicht
in der Freiheit unsers Glaubens und der Güte unserer Herzen.
Amen.
Gedanken vom Hausbibelkreis Wrana, Lydia-Gemeinde
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