Gott spricht: Für euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet,
wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und ihre Flügel bringen Heilung.

(Monatslosung aus Dezember 2005 aus Maleachi 3,20)



Gerecht zu handeln, ohne dass sich eine Person benachteiligt fühlt, ist nicht immer leicht – vielleicht manchmal so schwierig wie die Quadratur des Kreises. Eltern werden sich sofort an Schlichtungsversuche erinnern, bei denen sich Geschwister untereinander oder die Sprösslinge im Allgemeinen den vollen Zoff lieferten und sie als außen stehende Schiedsrichter wahrhaft salomonische Urteile fällen sollten.

Hat das in jedem Einzelfall geklappt?

Unsere Bemühungen waren sicher lobenswert und bibelgemäß (Sprüche 21,21): Wer nach Gerechtigkeit und Güte strebt, findet Leben und Ehre. Anerkennung und Ehre für unser Handeln, das kann unseren Lebenswert erheblich steigern; doch selbst ungerecht behandelt zu werden, kann uns je nach unserer menschlichen Natur zum völligen Ausflippen oder in die tiefsten Depressionen führen. Dabei scheint doch alles so furchtbar einfach: Es ist dir gesagt worden, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir erwartet: Nichts anderes als dies: Recht tun, Güte und Treue lieben, in Ehrfurcht den Weg gehen mit deinem Gott (Micha 6,8).

Aber beginnen wir Menschen aus eigenem Antrieb Taten der Gerechtigkeit?
Wer gibt uns den Orientierungsrahmen für unser Handeln, eine Haltung, die dem Willen Gottes entspricht?

Im Matthäusevangelium will uns Jesus das verdeutlichen. In Kapitel 6, Vers 33 heißt es: Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben. Von Gott kommt Gerechtigkeit. Diese Gerechtigkeit Gottes setzt dem eigenmächtigen Streben des Menschen ein Ende. Philipper 3,9b: Nicht meine eigene Gerechtigkeit suche ich, die aus dem Gesetz hervorgeht, sondern jene, die durch den Glauben an Christus kommt, die Gerechtigkeit, die Gott aufgrund des Glaubens schenkt.

Gott schenkt uns seine Gerechtigkeit - seinen Sohn und darüber dürfen wir uns in dieser vorweihnachtlichen Zeit ganz besonders freuen.

Vielleicht wird sich jetzt der eine oder andere fragen: Ja, was hat das denn mit der „Sonne der Gerechtigkeit“ zu tun?

Die Sonne der Gerechtigkeit ist ein Bild vom Handeln Gottes zum Heil derer, die seinen Namen fürchten. Von der Urkirche ist dieses Bild auf den Messias gedeutet worden.

Der im römischen Weltreich weit verbreitete Kult des Sonnengottes und Erlösers Mithras, feierte dessen Geburtstag nach dem julianischen Kalender am 25. Dezember jeden Jahres. Nach der dunkelsten Nacht, wurde die Geburt des Lichts gefeiert. Man wusste, dass nun die Tage länger werden würden und konnte sich auf das Erwachen neuen Lebens freuen.

Auch bei den alten Germanen war das Wintersonnenfest das wichtigste Fest im Jahr. Sie weihten dieses Fest dem Fruchtbarkeitsgott Freyr, dem Gott der Ernte, des friedlichen Gedeihens und der wiederkehrenden Sonne. An der Seite von Freyr stellten sie sich einen goldborstigen Eber vor. Deshalb wurde alljährlich ein Eber als Opfertier geschlachtet und gegessen. Das ausschweifende Fest dauerte 12 Tage, bis zum 6. Januar.

Diesen Geburtstag der Sonne erkor sich das Christentum bis heute zum Geburtstag Jesu Christi aus – auch wenn uns heute bekannt ist, dass der niedrigste Sonnenstand schon am 21.Dezember erreicht ist. Man setzte den Heiden die „wahre Sonne“ und das „wahre Licht“ der Welt entgegen. Durch diese große symbolische Aussagekraft konnte sich die Verbreitung des Weihnachtsfestes beschleunigen. Für die Menschen der damaligen Zeit stand nun fest, dass Gott mit diesem Kind das Leben neu entstehen ließ, ein Licht im Dunkeln entzündete. Aber auch in biblischen Texten fand man ein Motiv für diesen Tag. Die Geburt Johannes des Täufers feiert man am 24. Juni. Aus dem Lukasevangelium (1,26) wusste man, dass zwischen seiner Geburt und der Geburt Jesu 6 Monate lagen. Ein weiterer Hinweis ergab sich aus dem Johannestext (3,28-30). Dort sagt Johannes der Täufer: Ich bin nicht der Messias, sondern nur ein Gesandter, der ihm vorausgeht. Wer die Braut hat, ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der dabeisteht und ihn hört, freut sich über die Stimme des Bräutigams. Diese Freude ist nun für mich Wirklichkeit geworden. Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.

Dieses Wort wurde nun auf die Sonne bezogen. Nach dem Fest des Johannes (Sommersonnenwende) nimmt die Sonne ab, während nach der Wintersonnenwende die Sonne – die Tageslänge wieder zunimmt.




Gedanken vom Hausbibelkreis Wrana, Lydia-Gemeinde


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