Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des Herrn.

(Monatslosung für August 2007 aus Psalm 113,3)

Der 113. Psalm ist ein Psalm voller Lobpreis!

Wenn wir ihn lesen, werden wir selbst von dieser anbetenden Bewunderung „übermannt“ (frau würde auch sagen: „voll erfüllt“). Nichts im Text ist hier erklärungsbedürftig; alles ist verständlich und erreicht unsere Herzen mit so viel Wärme, dass wir „fast gezwungen“ sind mit eigenen Worten voll mit einzustimmen – wir werden einfach mitgerissen: Halleluja – Lobt und preist den Herrn!

Vom Aufgang der Sonne, also im Orient, wo im „Morgenland“ die Israeliten diese Hymne verfaßten, bis zu ihrem Niedergang, dem „Abendland“ oder Okzident – unserer Heimat, soll dieser Anbetung gefolgt werden, so dass sie global werden kann! Irgendwo auf unserem Erdenrund ist es immer Tag – ohne Unterbrechung kann daher in aller Welt Gott dankend gedacht werden; mitten in unseren täglichen Pflichten, ja sogar im Rampenlicht der Öffentlichkeit!

Alle Geschöpfe sollen sich neigen, um Ihrem großen Gott zu huldigen; denn selbst die unbeseelte Schöpfung erkennt Seine Größe an und ergibt sich den Einflüssen Seiner Macht. (Jesaja 48,13; Daniel 4,32)

Habt ihr schon einmal unsere einheimischen Vögel im Sommer beobachtet?
So ca. gegen 4.00 Uhr in der Frühe beginnt ihr Tagwerk.
Da gibt es den Ersten (meist eine Amsel), die ganz zaghaft fast klagend zu fragen scheint: „Hey, wo ist der Rest von euch – bin ich etwa allein auf dieser Welt?“

Manchmal wird sie ihren Ruf mehrmals penetrant spottend wiederholen müssen: „Hey, ihr Langschläfer, noch immer nicht wach?“
Sie wird dabei aber immer intensiver, lauter und mutiger!
Dann erfolgt ein leises Gepiepse schon ganz in der Nähe. Urplötzlich ein nicht auszumachender, flötender Singsang, der aus den verschiedensten Richtungen zu kommen scheint und artenmäßig nicht richtig einzuordnen ist.
Erst einige Zeit später meldet sich schimpfend der erste Spatz; der spontan seinen Schnabel so weit aufreißt, dass ein ganzes Gefolge von Spatzen in den Gipfeln der benachbarten Fichte aufschreckt und schilpend ihren Senf dazugibt; um plötzlich hellwach und flügelschagend umher zu wirbeln. Fast könnte man meinen für diese gefiederten Freunde kam der Morgen viel zu früh und deshalb hören wir ihr Gezehter.
Schließlich braucht es keine Zauberhand – urplötzlich ist alles in fröhlicher Bewegung.
Die ganze Vogelschar beginnt zu tirilieren – alle fallen triumphierend und trällernd in diesen Morgengesang mit ein. -
Bis der Tag sich neigt, wird ihr Gesang nicht enden, uns begleiten, beglücken und betören!

Auch unsere Augen werden sich in dieser Sommerzeit nicht satt sehen können an der Farbenpracht der Blüten, die sich uns duftend entgegen recken. Der Frühling hatte es zögernd angedeutet; unvergleichlich ist der Sommer mit seiner Blütengröße und Farbenvielfalt, die uns jetzt erwartet.
Auch hier gibt es die „Zögerlichen“ (Mittagsblümchen), die ihre Blüten erst bei voller Sonneneinstrahlung öffnen werden um ihre Farbenpracht zu zeigen, aber das tun sie so intensiv, dass sich ihre Blütenblätter bis zum Stengel hinunter wölben – sie öffnen sich ganz!

Flora und Fauna dürfen wir nicht nur bestaunen, nein wir sollten uns auch einiges abschauen.
So unterschiedlich wie die Natur, so verschieden sind wir Menschen auch! Ob spottende Amseln, zeternde Spatzen oder zarte Blüten – Gott hat uns geschaffen und gewollt wie wir sind.
Wenn wir uns vorstellen, dass auch Gott manchmal lächeln könnte, würde er dies über unsere Ecken und Kanten wohl ziemlich oft tun!

Dann müssen auch wir augenzwinkernd eingestehen:
Lieber Gott hab Dank, dass Du Mitleid mit Deinen Geschöpfen hast – sie so liebst, wie sie sind!

Dazu s.a. die Monatslosung vom August 2003.




Gedanken vom Hausbibelkreis Wrana, Lydia-Gemeinde


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