|
Er ist der lebendige Gott; er lebt in Ewigkeit. Sein Reich geht niemals unter, seine Herrschaft hat kein
Ende.
(Monatslosung aus August 2005 aus Daniel 6,27)
Im Alter von 62 Jahren wurde der Meder Darius – kurz nach Belsazars Tod - König von Babylonien.
Zu jener Zeit war es üblich, dass der neue Herrscher die führenden Untertanen der alten Herrschaft ablösen bzw.
töten ließ.
Daniel aber wurde mit zwei anderen Männern zum Fürsten und damit als dritter Mann im Königreich bestätigt, denn in ihm
wohnte ein überragender Geist, so dass Darius daran dachte, ihn zum alleinigen Verwalter über das gesamte Königreich zu
setzen; denn weil Daniel vom „Heiligen Geist“ erfüllt war, war er weise und treu – auch im Dienst für den neuen König.
Doch diese Anerkennung erregte Neid. Die beiden anderen Fürsten und 120 Statthalter suchten nach einem Grund und Fehler,
Daniel anzuklagen.
Daniels Gewissenhaftigkeit und Unbestechlichkeit ließ sie eine List ersinnen. Sie fanden sich beim König ein, um dessen
Eitelkeit zu schmeicheln. Sie überzeugten ihn von der Notwendigkeit eines urkundlich festgehaltenen Erlasses, der für
dreißig Tage die alleinige Huldigung und Anbetung des neuen Königs zur Folge hatte und bei Übertretung der Anordnung
jeglichen Delinquenten in die Löwengrube befördern sollte.
Da es Darius liebte verehrt zu werden, stimmte er zu, denn eine böse Absicht erkannte er nicht.
Als Daniel von diesem neuen Gebot erfuhr, ging er in sein Haus, um im Obergemach bei offenem Fenster in Blickrichtung
auf Jerusalem kniend zu Gott zu beten. (Diese Tradition hatte Salomo eingeführt - nachzulesen in 2. Chronik 6,34-38. Er
bat den Herrn den Tempel als das Zentrum der Gemeinschaft mit Israel anzuerkennen und vom Himmel her zu antworten. In
Abwesenheit oder in Gefangenschaft sollten die Israeliten auf diesen Ort hin beten, gemäß Salomos Anordnung. So tat Daniel
dies Jahrhunderte später auch.) Er betete dreimal an jedem Tag seines Lebens, um Gott zu loben, zu danken und Ihn
anzubeten.
Daniel wusste sicher, in welcher höchsten Gefahr er sich befand. Dennoch blieb er standhaft, ließ sich nicht verunsichern
oder in Panik versetzen. Sein Glauben und Vertrauen in Gott war so unerschütterlich und kompromisslos, dass er keine Angst
vor dem König noch vor seinem bevorstehenden Tod zeigte. Er war bereit für seinen Glauben zu sterben. Daniel gehorchte Gott
mehr als den Menschen.
So spionierten ihn seine Feinde aus und stürmten ins Haus. Sie ertappten ihn flehend im Gebet zu Gott.
Sofort gingen sie zu Darius, ließen sich noch einmal mündlich sein Gebot bestätigen und fragten ihn schlau, ob es wirklich
unwiderruflich sei. Erst als sie die Zustimmung des Königs erhielten, klagten sie Daniel an.
Darius war sehr betrübt und bestürzt, versuchte Daniel bis zum Sonnenuntergang zu retten, fand aber keine Lösung, wenn er
als König sein Gesicht bewahren und wegen seiner Eitelkeit nicht zu Fall gebracht werden wollte. Seine eigenen Ratgeber
hatten ihn betrogen, seine eigenen Gesetze hatten ihn unausweichlich gefangen genommen.
Das erinnert uns heute vielleicht ein wenig an Pilatus: Auch er war ein „Gefangener der Gesetze“, der sich der
aufgewiegelten Menschenmenge beugen musste und Barabbas freiließ, um Jesus kreuzigen zu lassen. Auch als er die
Meinung vertrat, was hat euch Jesus getan – ich sehe darin kein Unrecht, folgte er doch der aufgebrachten Menge,
die die Folgen tragen wollte und gab Jesus zur Hinrichtung frei, indem er betonte:“ Ich bin für das Blut dieses
Unschuldigen nicht verantwortlich. Die Verantwortung dafür tragt ihr“ (Matthäus 27,24).
So ließ auch Darius Daniel verhaften und sprach hilflos zu ihm, dass sein Gott ihm helfen möge.
Sie warfen ihn zu den Löwen. Mit einem Stein wurde die Grube versperrt und von allen Anklägern – auch vom König selbst –
mit deren Siegelringen geschlossen. Niemand sollte Daniel befreien können!
Danach verbrachte der König eine unruhige Nacht mit Fasten.
Er war besorgt, denn Daniel war ihm wertvoll, auf seine Dienste wollte er nicht verzichten.
Schon im Morgengrauen machte er sich wieder auf den Weg zur Grube, voller Spannung, ob Daniel noch leben würde, ihm sein
Gott geholfen hätte. –
Er fand ihn unversehrt und ließ ihn befreien. Gott errettete Daniel vor den Rachen der Löwen, indem er Seinen Engel sandte,
ihnen den Rachen zuzuhalten.
Nun ließ Darius alle Ankläger mit deren Familien in die Löwengrube werfen. Ihr Leben endete mit einem großen Unglück – sie
wurden von den Löwen augenblicklich zermalmt.
Darius ließ daraufhin an die Menschen aller Völker und Sprachen eine Botschaft senden: „Ich grüße euch und wünsche euch
Frieden! Hiermit ordne ich an, in meinem ganzen Reich dem Gott Daniels Ehrfurcht zu erweisen! Denn er ist der lebendige
Gott, der in alle Ewigkeit regiert. Sein Reich geht niemals unter, seine Herrschaft bleibt für immer bestehen. Er rettet
und befreit, er vollbringt Wunder und zeigt seine große Macht im Himmel und auf der Erde. Daniel hat er vor den Löwen
gerettet.“
Ist das nicht eine erstaunliche Kehrtwendung des Darius?
Ein König, der sich einen Monat lang selbst als Gott verehren ließ, lässt diese Erklärung bekannt werden! – Zollt
Anerkennung einem Gott, der ihm selbst fremd und unbekannt ist und gibt in gewisser Weise zu, dass die Götter der
Meder und Perser nur tote Götter sind.
Was können wir über Daniels Glauben sagen?
Er hatte eine persönliche Beziehung zu Gott. Er sagte stets:“ Mein Gott“. Er hörte auf Seine Führung, mit aller
Entschlossenheit aber auch demütig und gehorsam. Auch am Tage seiner Errettung bezeugt er: „Mein Gott hat den Engel
gesandt…“. Er vergaß nie in seinem Leben Gott zu verherrlichen und zu ehren noch zu danken.
Und Gott zeigte sich allmächtig und treu, denn Daniel war unschuldig!
Haben wir nicht auch schon in manch ausweglosen Situationen Gottes Allmacht und Rettung erfahren?
Darum lasst uns bekennen:
Gott ist der einzige, wahre und lebendige Gott.
Er bleibt bei uns – nicht nur heute – sondern für immer.
Sein Reich ist unvergänglich, geschaffen für die Ewigkeit.
Er bleibt uns treu!
Lasst uns darum bitten, die Stärke Daniels zu erlangen, um auch in höchster Gefahr standhaft zu bleiben und keinen
falschen Ausweg zu suchen; denn Gott allein ist unser Retter und Helfer in aller Not.
Getrost dürfen wir alle Hoffnung auf Ihn setzen.
Dafür wollen wir immer wieder neu danken und - zumindest versuchen – Ihm ohne Unterlass zu dienen; um wie Daniel zu
einem treuen Knecht zu werden.
Lasst uns wie König Darius bekennen: „Sein Reich ist unzerstörbar“, und diese Unzerstörbarkeit auch für unser Leben
erkennen und in unserem Glauben annehmen.
König David richtete folgendes Danklied an Gott (Psalm 18), hier ein Auszug:
Ich liebe dich, Herr! Du bist meine Kraft!
Der Herr ist mein Fels, meine Festung und mein Erretter, mein Gott, meine Zuflucht, mein sicherer Ort.
Er ist mein Schild, mein starker Helfer, meine Burg auf unbezwingbarer Höhe.
Ich preise dich, Herr!
Wenn ich zu dir um Hilfe rufe, dann werde ich vor meinen Feinden gerettet…
Lasst uns dies in ähnlicher Weise doch auch täglich tun!
Gedanken vom Hausbibelkreis Wrana, Lydia-Gemeinde
|
|