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Ich glaube, hilf meinem Unglauben!
(Monatslosung aus August 2004 aus Markus 9,24)
Im Evangelium nach Markus (Kapitel 9 Verse 14ff) wird berichtet, wie ein Vater mit seinem kranken Sohn zu Jesus
kommt und Ihn bittet, wenn Er es könne, so möge Er doch seinen Sohn von den bösen Geistern, die den Jungen plagten,
befreien. Jesus entnimmt aus den Worten des Vaters, dass dieser offensichtlich gewisse Zweifel daran hat, dass Er,
Jesus, tatsächlich in der Lage ist, den Jungen zu heilen. Und er sagte zu dem Vater: „Wenn du kannst? Alles kann,
wer glaubt!“ Der Vater erkennt in den Worten Jesu seine eigene geistliche Unzulänglichkeit. Er sieht, dass er aufgrund
seines offensichtlich schwachen Glaubens seinem Sohn selbst nicht helfen kann und so fleht er: „Ich glaube, hilf meinem
Unglauben!“ Eine eigentlich unlogische Aussage! Dem Vater ist vor Augen geführt worden, dass niemand seinem Sohn helfen
konnte, auch er selber nicht. Nur Jesus war in der Lage, dieses Wunder geschehen zu lassen.
In den Berichten über Jesus lesen wir im Neuen Testament an mehreren Stellen von der verheißenen Wirkung des rechten
Glaubens. So finden wir im Markus-Evangelium Kapitel 17 Vers 20 die folgenden Worte Jesu: „....Amen, das sage ich euch:
Wenn euer Glaube nur so groß ist wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rück von hier nach dort!, und er
wird wegrücken. Nichts wird euch unmöglich sein“.
Stimmt das so? Ist es schon jemals jemandem gelungen, Berge zu verrücken? Ja wir kennen alle den Satz:
„Der Glaube versetzt Berge.“, aber in die Tat vermochte dies noch kein Mensch umzusetzen, jedenfalls
nicht im wörtlichen Sinne.
Das Senfkorn war zur Zeit Jesu das kleinste bekannte Samenkorn. Aber es wäre falsch, wenn man mit dem Bild vom Glauben
in der Größe eines Senfkornes meinen würde, dass Jesus von uns nur einen gewissen „Grundglauben“ verlangen würde. Jesus
wollte mit seinem Gleichnis vom Senfkorn und den daraus entstehenden Folgen verdeutlichen, dass den Ihn damals
umgebenden Menschen selbst der kleinste Glaube im Sinne Jesu fehlte.
Jesus prangert in Seinen Reden immer wieder den Unglauben des jüdischen Volkes an. Er weiß auch um die Kleingläubigkeit
der Menschen, die Ihn direkt umgeben. Selbst einer seiner Jünger, der Apostel Thomas, wollte erst dann an die
Auferstehung Jesu glauben, als er seine Finger in die Wunden des Auferstandenen gelegt hat (Joh 20,24-29).
Aber was ist Glauben eigentlich? Glauben im weltlichen Wortgebrauch heißt „Etwas-für-wahr-halten. Glauben im Sinne
Jesu und damit im Sinne der Bibel heißt aber vertrauen. Glaube ist Vertrauen.
Wer von sich behauptet, dass er glaubt, sagt damit auch, dass er unterwegs sei. Unterwegs auf einem geistlichen Weg
zu Gott hin. Der Glaube ist kein abgerundeter Zustand, der in sich ruht. Der wahre Glaube ist eine dynamische
Angelegenheit, die den Menschen immer wieder vor neue Fragen und Aufgaben stellt und ihm immer wieder neue Erkenntnisse
vermittelt. Hierbei ist es wichtig, dass man sich offen und ohne Vorbehalte die Frage stellt, wie weit es denn mit dem
eigenen Glauben, dem eigenen Vertrauen zu Gott her ist.
In aller Regel wird man bei der Beantwortung der Frage die gleiche Erfahrung machen, wie sie der Vater des kranken
Sohnes gemacht hat. Ja, wir sind der Auffassung, dass wir glauben. Aber vertrauen wir auch? Müssen wir uns nicht
ehrlicherweise auch in den Kreis der „Kleingläubigen“ stellen, die meinen, dass ihr Glaube ausreichen würde? Haben
wir genügend Vertrauen in Gott, dass wir voller Überzeugung sagen können: „Dein Wille geschehe!“?
Der Vater des Sohnes macht es uns vor. Er erkannte seine tatsächliche geistliche Situation und zog daraus nur die
eine richtige Schlußfolgerung, in dem er sagte: „Hilf meinem Unglauben!“ Aus dem Vertrauen zu Gott, aus dem Vertrauen
zum Heiligen Geist, der uns von Jesus zur Stärkung verheißen wurde, kann der Glaube wachsen. Aus Unglauben
wird Glaube.
Gedanken vom Hausbibelkreis Wrana, Lydia-Gemeinde
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