Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch!

(Monatslosung für August 2002 aus 1.Johannes 3,1)

Ist uns Christen allen wirklich bewußt, dass wir Gottes Kinder sind? Können wir diese Aussage für uns annehmen und wenn ja – wie?

Mit wenigen Ausnahmen kennen die meisten Menschen in unseren Breiten ihren leiblichen Vater. In anderen Gegenden der Erde, in denen Hunger, Armut und Krieg herrschen, gehört dies nicht unbedingt zur Normalität. Ähnlichkeiten zum Vater bzgl. des Aussehens und bestimmter Charaktereigenschaften werden uns oft von anderen nachgesagt. So haben wir innere und äußere Zeichen, die uns immer wieder im Alltag daran erinnern, wer unser Vater und unsere Mutter sind.

Doch auf diese äußere Ähnlichkeit kommt es Gott nicht an. Ganz im Gegenteil, seine Schöpfung kennt unzählige Varianten. Denken wir nur an die unterschiedlichsten Haut-, Augen-, und Haarfarben, die verschiedenen Größen und Merkmale, die DNA, die für jeden spezifisch und einzig ist. Dennoch verbindet uns das „Menschsein“.

Besonders in den Sommermonaten, in denen die Kinder Ferien haben und viele von uns Erwachsenen ihren Jahresurlaub verleben, besteht die Möglichkeit, sich abseits vom Alltag und seinen beruflichen Problemen wieder eine gewisse kindliche Freiheit zu gönnen. Nutzen wir doch einmal die Chance, uns in die Zeit unseres Kindseins zurückzuversetzen. Schnell werden wir feststellen, welche Bedürfnisse sich dann wieder in uns melden werden. Ruhe, Frieden, Geborgenheit, das Gefühl geliebt zu werden, Zufriedenheit.- Dies sind nur einige Gedanken, die wir mit unserem Kindsein verbinden. Wer gibt uns im Alltag dieses Gefühl? Auf wen können wir uns wirklich verlassen?

Da lesen wir im 1. Brief des Johannes, dass wir, auch wenn wir zwischenzeitlich Erwachsene geworden sind, neben unserem leiblichen Vater noch einen himmlischen Vater unser eigen nennen können. Doch wenn Gott immer gerecht, zuverlässig und fehlerfrei handelt, wie können wir, als seine Kinder, seinen Ansprüchen an uns genügen; ja seinem Wesen ähnlicher werden?

Vielleicht wird er uns belächeln, wenn wir versuchen, Ihn nachzuahmen, eine Meßlatte erstellen wollen, die wir ständig zu hoch ansetzen, um dann wieder auf die Nase zu fallen. Doch diesen Stress wird er nie verlangen; sein Wille ist ein entspanntes Verhältnis. Als unser Vater, will er jeden von uns als sein Kind benennen dürfen, uns bedingungslos lieben, unsere Fehler verzeihen. Er will, dass wir mit diesem Zugehörigkeitsgefühl leben und uns an ihm erfreuen.

Wir, seine Kinder, sind ihm wertvoll!

An einer anderen Stelle der Bibel können wir lesen, dass Gott mich zuerst geliebt hat. Also lange bevor ich zu ihm eine Beziehung aufgebaut habe, liebt mich der allmächtige Gott. Wir müssen uns nur zu ihm hinwenden, den Schritt auf ihn zu machen. Er steht bereits, wie der leibliche Vater es oft in unserer Kindheit getan hat, mit offenen Armen da, um uns aufzufangen.

Er stellt keine Erwartungen an uns; seine Liebe ist uneigennützig!

Seine Liebe ist nicht an die Erfüllung bestimmter Voraussetzungen geknüpft. Sicher möchte er, dass wir so leben, wie es uns sein Sohn Jesus Christus vorgelebt hat. Aber er weiß auch, dass wir anfechtbar sind – eben nur als seine Kinder handeln.


Gedanken vom Hausbibelkreis Wrana, Lydia-Gemeinde


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