|
Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt.
(Monatslosung für April 2004 aus 1. Petrus 3,9)
Der 1. Petrusbrief wurde für Christen geschrieben, die in ihrem heidnischen Umfeld der Verfolgung ausgesetzt waren,
die als Ausgestoßene und Fremde galten. Petrus ermahnt sie zu einem standhaften Ausharren, vor allem aber zu einer
beispielhaften Nachfolge. So schreibt er ihnen im vorangegangenen Vers zunächst eine Auflistung jener Eigenschaften
auf, die den Menschen vor bösen Reden bewahren. Die Christen sollen gleichgesinnt, mitleidig, brüderlich und barmherzig
sein.
Eine wichtige Maßregel für ein friedfertiges Leben ist die Abwendung vom Bösen. Wer sich vom Bösen abwenden will,
muß lernen, nicht mit gleicher Münze zurückzuzahlen. Dies entspricht gleichfalls Jesu Liebesgebot in Mt 5,39:
„Wehrt euch nicht, wenn euch Böses geschieht! Wenn man dir eine Ohrfeige gibt, dann halte die andere Wange auch
noch hin.“
Dieses Zitat ist immer wieder schön zu lesen oder zu hören, aber setzen wir es auch in unserem Alltag um?
Sicher haben wir uns auch schon des öfteren gefragt: „Kann sich meine Nächstenliebe eigentlich auch verbrauchen?“ Etwa dann, wenn Freundlichkeit, Vergebung und gute Worte nur einseitig eingebracht werden? Erfolgt dann nicht irgendwann unweigerlich die Verzweiflung?
Nun, Jesus hat uns nicht versprochen, dass wir uns alle Welt zu Freunden machen können, vielmehr sind wir seine Miterben,
auch im Leiden. „Als Kinder Gottes sind wir – gemeinsam mit Christus – auch seine Erben. Und leiden wir jetzt mit Christus,
werden wir einmal auch seine Herrlichkeit mit ihm teilen.“ (Röm 8,17).
Ein echter Trost ist das für den Augenblick sicher nicht, dennoch können wir Verständnis von Gott erwarten: „Der Herr
ist denen nahe, die verzweifelt sind, und rettet jeden, der alle Hoffnung verloren hat. Zwar bleiben auch dem, der treu
zu Gott steht, Schmerz und Leid nicht erspart; doch aus allem befreit ihn der Herr!“ (Ps 34,19-20).
Der Herr errettet uns aus allen Nöten, er wird uns schenken, was wir zum Leben brauchen: Mit dieser Gewißheit können
wir wieder Hoffnung schöpfen.
Durch ein barmherziges Verhalten „jagen“ die Christen „dem Frieden nach“ und erben dafür den Segen.
Diesen Segen sollen wir weitergeben, damit immer mehr Menschen mit diesem „Segensband“ verknüpft werden.
Dietrich Bonhoeffer sagte einmal: “Segnen, das heißt die Hand auf etwas legen und sagen, du gehörst trotz allem Gott.“
Der segnende Christus am Kreuz, hält seine Hände über uns und bevollmächtigt uns durch seinen Geist, selbst zu Segnenden
zu werden. Dabei sind wir nicht auf bestimmte Worte festgelegt. Auch im Gebet können wir diesen Segen weitergeben. Wir
können den Segen und die Liebe Gottes für alle Menschen erbitten; besonders für diejenigen, die uns Unrecht tun oder
wünschen. Und wem dies zu schwer oder gar unmöglich erscheint, der fange im Kleinen an: Bei seiner eigenen Familie,
dem Nachbarn, im Beruf oder in der Gemeinde. Barmherzigkeit muß sicher auch geübt werden.
Im zweiten Kapitel des 1. Petrusbriefes in Vers 5, hat Petrus die Menschen mit lebendigen Steinen verglichen.
Steinen, aus denen Gott sein Haus, die Gemeinde, aufbauen will. Wäre es da nicht schade, wenn`s plötzlich
erheblich zieht und bröckelt oder das Gebäude sogar einstürzt?
So ist ein jeder von uns gefragt geschwisterlich zu leben, solidarisch zu sein, barmherzig zu handeln.
Laßt uns beginnen...
Gedanken vom Hausbibelkreis Wrana,
Lydia-Gemeinde |
|