„Wenn Mütter beten…,
was Eunike
für Timotheus tat“ (2. Tim 1,5)
Predigt in der Lydia-Gemeinde zum Muttertag am 8. Mai
2005
Predigtserie über das Gebet, Teil IV
von Thomas Vollenweider
EINLEITUNG:
Die Freiheitsstatue ist nicht nur ein Wahrzeichen New Yorks,
sondern ein Symbol für ganz Amerika. Die Franzosen schenkten dem amerikanischen
Volk die Lady Liberty zum 100 jährigen Jubiläum der
Unabhängigkeit. Sie wurde dann am
Der französische Bildhauer Bartoldi hat die Statue
entworfen, die vom Boden bis zur Spitze der Fackel-Flamme 93 Meter hoch ist.
Als es darum ging, ein Modell zu finden und er von allen Seiten gute Ratschläge
bekam und er alle möglichen großartigen Frauen der Geschichte studiert hat, hat
er am Ende seine eigene Mutter als Modell für diese gewaltige Statue gewählt!
·
Mutter ist
das Wort für Gott auf den Lippen und in den Herzen von kleinen Kindern.
(William Makepeace Thackeray, 1811 - 1863)
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Weil Gott
nicht alles allein machen wollte, schuf er die Mütter. (Persische Weisheit
aus dem 11. Jahrhundert)
·
Eine
Mutter ist der einzige Mensch auf der Welt; der dich schon liebt, bevor er dich
kennt. (Unbekannt)
·
Meine
Mutter hatte einen Haufen Ärger mit mir, aber ich glaube, sie hat es genossen
(Mark Twain, 1835 - 1910)
·
Hat deine
Mutter für dich gekocht, dann iß. Hat sie für dich
geplant, dann weigere dich. (Aus dem Niger)
Seine Mutter hat an ihn geglaubt!
Als Junge arbeitete er lange Stunden in einer Fabrik in
Neapel. Aber sein Traum war es, Sänger zu werden. Mit 10 Jahren nahm er seine
erste Gesangsstunde. Das Urteil seines Lehrers war niederschmetternd: „Du kannst überhaupt nicht singen, denn Du
hast keine Stimme. Deine Stimme klingt wie der Wind in den Rollläden“.
Seine Mutter hingegen hatte eine Vision von der Größe ihres Sohnes. Sie glaubte
daran, dass er ein Talent im Singen hat. Aber sie war sehr arm. Sie legte ihren
Arm um den Jungen und sagte aufmunternd: „Mein
Junge, ich werde jedes Opfer bringen, damit Du auch weiterhin Gesangsunterricht
nehmen kannst!“ Ihr Glaube an ihn und ihre Zuversicht, dass er es schaffen
würde, haben sich ausbezahlt. Dieser Junge wurde einer der größten Sänger, die
es je gab: Enrico Caruso!
Diese Predigt möchte ich meiner Mutter und meinen beiden
Großmüttern widmen. Ich habe ihnen sehr viel zu verdanken! Ohne die Liebe und
Gebete meiner Mutter wäre ich nicht das geworden, was ich heute bin. Von ihr
habe ich die Liebe zu den Bergen und zu den Blumen bekommen, aber auch zu den
Tieren – und zu den Menschen J!
è Heute ehren wir die Mütter der Gemeinde: Angelika,
Angelika, Bettina, Biggi, Birgit, Britta, Christine, Claudia, Dagmar, Edith,
Irene, Karola, Karin, Marie-Luise, Valja. Habe ich
noch jemanden vergessen? 15 Mütter mit insgesamt 43 Kindern!
„Wenn Mütter beten…“
Diese Ausländerin, von der wir im Matthäus-Evangelium lesen,
ist uns zum Vorbild fürs eindringliche Gebet geworden. Es ist das Gebet einer
Mutter für ihre Tochter!
Mt 15,21 Jesus
hilft einer Ausländerin
Danach
verließ Jesus diese Gegend und wanderte bis in die Gegend der Städte Tyrus und Sidon.
Mt 15,22 Dort begegnete ihm eine nichtjüdische Frau,
die ihn anflehte: «Herr, du Sohn Davids,
hab Erbarmen mit mir! Meine Tochter wird von einem bösen Geist furchtbar
gequält.»
So dürfen Mütter zu Jesus kommen und um ihre Kinder flehen:
Um Bewahrung und Schutz, um Heilung und Befreiung, um Rettung und Heil!
Sie hat dem Telegramm nicht geglaubt!
Viele Jahre lang hat die Mutter von Tom Carter für ihren
Sohn gebetet, dass er zum lebendigen Glauben an Jesus kommt. Inzwischen war er
im Gefängnis gelandet und es sah nicht gut aus für ihn. Eines Tages bekam sie
ein Telegramm mit der Mitteilung, dass ihr Sohn verstorben sei. Sie nahm dieses
Telegramm und legte es auf ihre geöffnete Bibel. Hatte sie nicht vom Herrn die
Verheißung bekommen, dass Tom errettet würde?! Wem sollte sie jetzt glauben?
Gottes Wort oder diesem Telegramm. Sie griff zum Hörer und rief im Gefängnis
an. Sie sagte: „Es muss ein Fehler
passiert sein. Mein Sohn ist nicht tot.“ Und tatsächlich – es gab zwei
Gefangene, die Tom Carter hießen – und der andere war verstorben! Kurz darauf
kam ein Brief von Tom, in dem er seiner Mutter sagt, dass er sich bekehrt hat.
Später wurde er ein bekannter Prediger und Evangelist.
è In der Bibel können wir vielen Müttern lesen, ihren
Sorgen und Freuden, ihren Gebeten und Aufgaben:
·
Von Sara und ihrem späten Mutterglück
1Mo 21,6 Sara rief: «Gott läßt mich
wieder lachen! Jeder, der das erfährt, wird mit mir lachen!
1Mo
21,7 Denn kein Mensch konnte sich
vorstellen, daß ich in meinem Alter noch Mutter
werde! Abraham hat Jahrzehnte darauf warten müssen, aber jetzt habe ich ihm
einen Sohn geboren!»
·
von Hanna, deren Trübsal der Herr gnädig ansah
1Sam
2,1 Hannas Loblied
Hanna sang ein Loblied:
«Der Herr erfüllt mein Herz mit großer Freude, er richtet mich auf und gibt mir
neue Kraft! Laut lache ich über meine Feinde und freue mich über deine Hilfe!
1Sam
2,2 Niemand ist so heilig wie du, denn du
bist der einzige und wahre Gott. Du bist ein Fels, keiner ist so stark und
unerschütterlich wie du.
·
Von Hagar und Ismael,
die in die Wüste geschickt werden
·
Von den beiden Müttern, die um einen toten
Säugling streiten und vor Salomo stehen
·
Von Elisa, der den Jungen seiner Gastgeberin von
den Toten auferweckt
·
von Elisabeth und Maria, die Gott in besonderer
Weise auserwählt hat
Lk 1,41 Als Elisabeth die Stimme Marias hörte,
bewegte sich das Kind in ihr, und - erfüllt vom Heiligen Geist - rief sie:
Lk 1,42 «Dich hat Gott gesegnet, mehr als alle
anderen Frauen, dich und dein Kind!
Lk 1,43 Womit habe ich verdient, dass die Mutter
meines Herrn zu mir kommt!
Lk 1,44 Als ich deine Stimme hörte, hüpfte das
Kind in mir vor Freude.
Lk 1,45 Wie glücklich kannst du sein, weil du
geglaubt hast! Was Gott dir angekündigt hat, wird geschehen.»
Lk 1,46 Da lobte Maria Gott: «Von ganzem Herzen
preise ich den Herrn.
Lk 1,47 Ich bin glücklich
über Gott, meinen Retter.
Lk 1,48 Er hat mich - eine geringe und
unbedeutende Frau - zu Großem berufen. Zu allen Zeiten wird man mich glücklich
preisen,
Lk 1,49 denn Gott hat große Dinge an mir getan,
er, der mächtig und heilig ist!
Aber von allen Mutter-Kind-Geschichten in der Bibel finde
ich diese die schönste:
2Mo 2,1 Mose wird geboren
Ein
Mann vom Stamm Levi heiratete eine Frau aus demselben Stamm.
2Mo 2,2 Sie wurde
schwanger und bekam einen Sohn. Als sie sah, wie schön der Junge war, hielt sie
ihn drei Monate lang versteckt.
2Mo 2,3 Doch
schließlich konnte sie ihn nicht mehr verbergen. Sie nahm einen Korb aus
Schilfrohr und dichtete ihn mit Erdharz und Pech ab. Dann legte sie das Kind
hinein und setzte es im Schilf am Nilufer aus.
2Mo 2,4 Die Schwester
des Jungen blieb in einiger Entfernung stehen, um zu beobachten, was mit ihm
geschehen würde.
2Mo 2,5 Irgendwann
kam die Tochter des Pharaos zum Baden an den Fluß.
Ihre Dienerinnen gingen am Ufer hin und her und warteten. Plötzlich entdeckte
die Tochter des Pharaos den Korb im Schilf. Sie schickte eine Dienerin hin und
ließ ihn holen.
2Mo 2,6 Als sie den
Korb öffnete, sah sie den weinenden Jungen darin liegen. Sie bekam Mitleid und
sagte: «Das ist bestimmt eins von den hebräischen Kindern.»
2Mo 2,7 Da ging die
Schwester des Jungen zu ihr und erzählte: «Ich kenne eine hebräische Frau, die
gerade stillt. Soll ich sie rufen? Dann kann sie das Kind für dich stillen.»
2Mo 2,8 «Ja, ruf sie
her!» antwortete die Tochter des Pharaos. Und so lief das Mädchen los und holte
seine Mutter.
2Mo 2,9 Die Tochter
des Pharaos forderte die Frau auf: «Nimm dieses Kind mit, und still es für
mich! Ich werde dich dafür bezahlen.» Da nahm die Frau ihren Sohn wieder zu
sich und stillte ihn.
2Mo 2,10 Als das Kind
größer wurde, brachte sie es zur Tochter des Pharaos, die es als ihren eigenen
Sohn annahm. «Ich habe ihn aus dem Wasser geholt», sagte sie, und darum nannte
sie ihn Mose a.
[a] Der Name Mose klingt im Hebräischen so ähnlich
wie das Wort für «herausziehen».
Hinweis: Mose kam aus dem Stamm
Levi (2. Mose 2,1f.;6,20);
er war der jüngere Bruder Mirjams und
Aarons (7,7). Auffallenderweise werden die Eltern M.s-
Amram und Jochebed-entgegen
allen atl. Gepflogenheiten (vgl. Ri
9,1; 1. Sam 1,1.20-23;9,1f.;16,1; Jes 1,1; Jer 1,1 u.a.) zunächst nicht mit
Namen genannt.
è Im Neuen Testament haben wir auch ein sehr schönes
und eindrückliches Beispiel, wie Gott über Generation hinweg Segen und Prägung
weitergeben möchte und wie gerade auch die Mütter hier gefragt sind!
Paulus, der ja selber keine Kinder hatte, bekam ein
besonders inniges Verhältnis zu Timotheus, der sein Sohn im Glauben war. Das
können wir seinen beiden Briefen entnehmen. So lesen wir z.B.
2Tim 1,1 Der zweite Brief des Paulus an Timotheus
Anschrift und Gruß
Diesen
Brief schreibt Paulus, den Gott zum Botschafter Jesu Christi bestimmt hat. In
Gottes Auftrag verkündige ich das ewige Leben, wie es uns durch Jesus Christus
geschenkt wird.
2Tim 1,2 Ich grüße
dich, lieber Timotheus. Du bist mir lieb wie ein eigener Sohn, und ich wünsche
dir Gnade, Barmherzigkeit und Frieden von Gott, unserem Vater, und unserem
Herrn Jesus Christus.
2Tim 1,3 Gott hat uns viel gegeben
Immer,
Tag und Nacht, danke ich Gott, wenn ich für dich bete. Ihm diene ich mit allem,
was ich bin und habe,a so
wie es schon meine Vorfahren getan haben.
[a] Wörtlich: mit reinem Gewissen
2Tim 1,4 Wenn ich an
deine Abschiedstränen denke, dann sehne ich mich danach, wieder bei dir zu
sein. Darüber würde ich mich sehr freuen.
2Tim 1,5 Denn ich
erinnere mich sehr gern daran, wie aufrichtig und überzeugend dein Glaube ist;
genauso war es schon bei deiner Großmutter Lois und deiner
Mutter Eunike. Ich weiß, dass dieser
Glaube auch in dir lebt.
2Tim 1,6 Darum bitte
ich dich: Laß Gottes Gabe voll in dir wirksam werden.
Du hast sie bekommen, als ich dir segnend die Hände auflegte.
2Tim 1,7 Denn Gott hat
uns seinen Heiligen Geist gegeben. Und das ist kein Geist der Furcht, sondern
ein Geist, der uns mit Kraft, Liebe und Selbstüberwindung erfüllt.

Elisabeth Louise Vigee Le Brun, französiche Malerin und Mutter (1755-1842):
Selbstportrait
mit Tochter
Timotheus begleitete Paulus und Silas
auf der 2. Missionsreise; in Phil 2,20 stellt ihm Paulus ein ausgezeichnetes
Zeugnis aus:
Phil
2,20 Mit niemandem bin ich im Glauben
so verbunden wie mit Timotheus, und kein anderer wird sich so um euch kümmern
wie er.
Er hebt seine Uneigennützigkeit und Treue hervor. In sechs
Briefen des Paulus wird er als Mitabsender erwähnt. In seiner letzten
Gefangenschaft bittet Paulus ihn, möglichst schnell zu ihm zu kommen (2.Tim
4,9).
è Wir können uns doch vorstellen wie seine gläubige
Mutter Eunike und seine Großmutter Lois, solange sie noch lebte, für Timotheus gebetet haben.
Wie sie sich in seiner Kindheit und Jugend in ihn investiert hatten! Und das
hat sich gelohnt!
Ich möchte damit unseren Müttern hier in der Lydia-Gemeinde
Mut machen, sich in ihre Kinder zu investieren, im Gebet und Segnen dran zu
bleiben, an sie und ihre Gaben und Möglichkeiten zu glauben und das ihnen auch
zu zeigen! Der Herr wird Euch dazu Kraft, Kühnheit und Ausdauer schenken! Es
gibt nichts wichtigeres auf der Welt als diese
Aufgabe, die der Herr Euch anvertraut!
Wenn Mütter beten…
Wie meine Großmutter Gott um einen Weihnachtsbaum für ihre 4
Kinder bat: Aus der Autobiographie meines Vaters!
Und auf dem Sterbebett: „Weißt
Du, Paul, vor 10 Jahren wäre ich auch bereit gewesen, meinem Heiland zu
begegnen, aber ich durfte noch 10 Jahre weiter beten für meine vier Kinder.“
* Und jetzt, 40 Jahre später, ist auch die jüngste Schwester
meines Vaters zum lebendigen Glauben gekommen!
Wenn Mütter
beten…können Wunder geschehen!
Wenn Mütter beten…kann
Gottes Plan im Leben der Kinder geschehen!
Wenn Mütter
beten…bekommen sie selber Trost und Kraft!
Wenn Mütter
beten…verändern sich Umstände an der Schule!
Mütter in Kontakt
Wir Mütter sind aufgerufen zum Gebet:
Wir sind eine überkonfessionelle Bewegung von Müttern, die überzeugt sind,
dass Gott durch unsere Gebete Menschen und Situationen verändert. Verteilt über
die ganze Welt treffen sich Frauen in kleinen Gruppen von mindestens zwei
Personen. Gemeinsam verbringen sie eine Stunde pro Woche im Gebet. Ihre
Fürbitte gilt ihren Kindern, deren Lehrern und Schulen. Es treffen sich Mütter
und Großmütter und Personen, denen ein Kind oder eine Schule am Herzen liegen.
Es ist ihre Überzeugung, dass das Gebet etwas bewirkt!
Die Absicht von "Mütter in Kontakt" ist..
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Unsere Kinder durch gezieltes Gebet zu unterstützen. |
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Für Lehrer und Schulleitung, -behörde und Schüler zu
beten. |
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Zu beten, dass unsere Schulen nach biblischen Massstäben geführt werden. |
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Ein positiver, unterstützender Einfluss in unseren Schulen
zu sein. |
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Mütter zu unterstützen und zu ermutigen, die um ihre
Kinder besonders besorgt sind. |
Amen.