Kurzpredigt in der Lydia-Gemeinde am 30. Mai 2004 anläßlich des ersten Open-Air-Gottesdienstes 2004
von Pastor Thomas Vollenweider
Am Donnerstag fragte mich die Chefin in ihrer Physiotherapeuten-Praxis: „Herr Vollenweider, nun sagen Sie mir doch
mal in einem Satz, warum wir eigentlich Pfingsten feiern!“ Sie wusste, dass ich Pastor bin und das war jetzt die
Gelegenheit! Während sie hinter einem Vorhang jemanden weiter massierte und ich meine Schuhe fertig anzog, und für
einen Moment die Patienten und anderen Therapeuten inne hielten, sagte ich so ungefähr: „Wir feiern Pfingsten weil
da der Heilige Geist gekommen ist und die Kirche ihren Geburtstag begeht!“ Worauf sie antwortetet: „Danke, das hat
mir jetzt sehr geholfen; ich habe das nämlich auch schon so ähnlich gehört und Sie haben mir das jetzt so gut erklärt!!“
Falls Ihnen, liebe Zuhörer, auch ein Satz genügt, dann haben Sie denn jetzt gehört. Wenn Sie noch ein wenig mehr darüber
erfahren möchten, dann bleiben Sie dran!
Diese Geschichte des Pfingstereignisses ist nämlich hoch aktuell! Sie handelt von einem unheimlichen Zauber, von
Wundern und übersinnlichen Phänomenen! Eine Geschichte, die passt in die Zeit von David Copperfield und Harry Potter,
wo Tolkien’s „Herr der Ringe“ und C.S. Lewis’ „Narniageschichten“ eine Renaissance erleben! Das besondere an dieser
Geschichte ist nur, dass es eine wahre Geschichte ist, im Unterschied zu den Märchen und Fabeln, Science Fiction und
Zaubertricks der vorhin genannten Symbole unserer Zeit!
Fest steht, dass wir alle wieder offen sind für solche Geschichten aus dem Bereich der übersinnlichen, nicht mit der
Wissenschaft beweisbaren Phänomene. Die Post-Moderne verlässt das Rationale und Pragmatische und unsere Gesellschaft
spürt, dass es mehr gibt zwischen Himmel und Erde als das, was sich erklären lässt.
Jesus Christus hatte seine Jünger darauf vorbereitet, bevor er an einem Kreuz den Verbrechertod starb, am dritten
Tag von den Toten auferstand und dann zum Himmel auffuhr, wo Er jetzt zur Seite des Vater sitzt. Er sagte:
Aber ich will euch jemanden senden, der euch zur Seite stehen und trösten wird, den Geist der Wahrheit. Er wird vom
Vater kommen und mein Zeuge sein. Und auch ihr werdet meine Zeugen sein, denn ihr seid von Anfang an bei mir
gewesen.» (Joh 15,26-27)
Jetzt waren die ca. 120 Jünger und Jüngerinnen bereits 10 Tage zusammen und warteten auf die Erfüllung dieser Verheißung!
Sie hatten allerdings keine Ahnung wie das geschehen würde.
In Jerusalem begann gerade das große Erntefest – das jüdische Pfingstfest oder „Fest der Wochen“ – und Tausende
von Pilgern strömten in die heilige Stadt. Der Tempel erstrahlte in seinem Gold, die Priester in ihren weißen
Gewändern und alle waren voller Erwartung auf den Höhepunkt des Festes, die Darbringung der Brote, der Erstlingsgabe
ihrer Ernte!
Doch in jenem Jahr geschah etwas völlig Unerwartetes und Geheimnisvolles: Es war noch früh am morgen, so gegen
9 Uhr, als man plötzlich ein gewaltiges Rauschen über dem Tempelberg vernahm. Es wurde immer lauter und heftiger,
der Wind wurde zum Sturm und alle schauten zum Himmel und dachten an ein Gewitter, doch die Sonne schien ungehindert
und der Himmel war strahlend blau. Woher kam dann dieses Brausen und Rauschen?
Auch die Jünger hörten es, die wieder zusammen waren in einem Gebäude im Tempelbezirk. Es kam immer näher, erfüllte
das ganze Haus, aber sie blieben eigenartig ruhig und gespannt. Sie warteten ab. Jetzt wurde es richtig unheimlich:
Sie sahen Feuer, überall Feuer, Flammen, die sich auf ihre Köpfe hinabsenkten! Was war das denn?! Sturm, Feuer! Was
kam als nächstes?
Die 120 Galiläer spürten in diesen Momenten, dass hier etwas ganz Besonderes geschah: Jetzt wussten sie’s.
Sie alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt, die Vorhersage ging in Erfüllung! Sie fühlten sich erhaben,
mutig und fröhlich und zutiefst erfüllt von ihrer innigen Beziehung zu Jesus, ihrem Herrn! Und so fingen sie
an, Gott zu loben und von Seinen großen Taten zu sprechen. Und da geschah noch etwas Merkwürdiges: Sie taten es
in allen möglichen Fremdsprachen, die sie überhaupt nie gelernt hatten!!!
Die Menschenmenge im Tempelbezirk hatte dieses Spektakel mitbekommen, die Priester hatten nun nicht mehr die
Aufmerksamkeit der Leute; die zog es zu jenem Haus, aus dem Brausen des Windes immer noch zu vernehmen war,
wo man ein Flammenmehr auf den Köpfen dieser Menschen sah und wo sie jetzt ganz deutliche Worte in ihrer eigenen
Landessprache hörten!
Da war der Ägypter aus dem fernen Alexandria, der seinen Ohren nicht trauen wollte, denn er hörte wie ein einfacher
Fischer aus Galiläa gerade in perfektem Griechisch, aber in seiner ägyptischen Mundart, die Größe Gottes pries. Es
war eine Wohltat für ihn, denn er verstand weder Aramäisch noch Hebräisch, es kam ihm alles Spanisch vor! Und er
hatte Heimweh nach Alexandrien! Und jetzt wird er auf einmal in seiner Muttersprache angesprochen! Und das von
jemandem, der sie nie gelernt hatte! Das war das Ereignis dieses Festes für ihn! Und so ging es vielen
anderen auch: Menschen aus Babylonien, aus Zypern und Kappadozien, von Kreta und aus Rom. Sie alle hörten
wie diese einfachen, ungebildeten Männer und Frauen von den großen Taten Gottes und Seiner Liebe zu allen
Menschen in ihrer eigenen Muttersprache erzählten!
Die Aufregung war groß! Während sehr viele wie gebannt zuhörten und gar nicht genug bekommen konnten,
fingen andere an zu spotten und versuchten das Phänomen weg zu erklären: „Die haben doch nur zu viel
getrunken und lallen jetzt vor sich her!“
Mittlerweile hatten sich tausende Pilger auf dem großen Platz versammelt. Und in diesem Moment ergriff Petrus,
der Sprecher der Apostel, das Wort und sagte:
«Hört her, ihr jüdischen Männer und ihr Einwohner von Jerusalem. Ich will euch erklären, was hier geschieht.
Diese Männer sind nicht betrunken, wie einige von euch meinen. Es ist ja erst neun Uhr morgens. Nein, hier
erfüllt sich, was der Prophet Joel vorausgesagt hat. Bei ihm heißt es: `In den letzten Tagen, spricht Gott,
will ich allen Menschen meinen Geist geben. Eure Söhne und Töchter werden aus göttlicher Eingebung reden,
eure jungen Männer werden Visionen haben und die alten Männer bedeutungsvolle Träume. Allen Männern und Frauen,
die mir dienen, will ich meinen Geist geben, und sie werden in meinem Auftrag reden. (Apg 2,14-18)
So! Das war also Pfingsten, damals ca. 33 n. Chr.! - Aber was bedeutet das für uns, ca. 1970 Jahre später?
Es bedeutet uns und der Kirche Jesu in allen Zeiten eine ganze Menge! Denn ohne den Heiligen Geist könnte
gar niemand Christ werden! Es braucht diese dritte Person der Gottheit, die ständig bei uns ist, an uns
wirkt, uns zu Gott zurück zieht und überzeugt, dass wir Ihn brauchen. Der Heilige Geist ist Gottes ständige
Gegenwart bei den Menschen! Und er lebt in jedem Menschen, der sein Vertrauen auf Christus setzt!
Der Heilige Geist ist auch heute noch dafür zuständig, dass wir die großen Taten Gottes in unserer Muttersprache
verstehen! Er übersetzt es in unser Leben, auch hier in Berlin, im Jahr 2004! Der Geist Gottes überwindet Grenzen
und Barrieren, Er verbindet, Er bringt Menschen zusammen. Wo der Geist Gottes wirkt, verstehen sich Menschen, obwohl
sie so unterschiedlich sind! Menschen aller Rassen, Nationen und Sprachen verstanden plötzlich wieder alle, warum es
geht im Leben, was wirklich wichtig ist. Die Unterschiede trennten sie nicht mehr voneinander!
Und noch etwas: Und der Heilige Geist ist auch heute noch derjenige, der Übernatürliches und Wunderbares
geschehen lässt! Christen sind Menschen, die mit Wundern rechnen, die an Engel glauben und an Gottes übernatürliches
Eingreifen in ihr Leben! Der Heilige Geist steht auch für das Mystische, das Unerklärliche, das Geheimnisvolle!
„Der Geist weht, wo er will!“ Ihn zu erklären ist schier unmöglich, ihn zu erfahren jedoch das Gebot der Stunde!
Seine Aufgabe ist allerdings nicht das Spektakuläre an sich, sondern er will auf den Sohn Gottes hinweisen,
so wie ein Scheinwerfer nicht sich selber, sondern das Beleuchtete in den Mittelpunkt stellt! Der Geist Gottes
lädt zu Jesus ein! Jesus steht auf der Bühne und lädt zum Glauben ein:
Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Frieden geben.
Nehmt meine Herrschaft an und lebt darin! Lernt von mir! Ich komme nicht mit Gewalt und Überheblichkeit.
Bei mir findet ihr, was euerm Leben Sinn und Ruhe gibt.(Mt 11,28-29)
Und so ist es meine Aufgabe, wie damals die des Petrus in seiner Pfingstpredigt, zu sagen:
Wer den Namen des Herrn anruft, soll gerettet werden. (Apg. 2,21)
Ändert euch und euer Leben! Wendet euch Gott zu! Lasst euch auf den Namen Jesu Christi taufen, damit euch Gott eure
Sünden vergibt und ihr den Heiligen Geist empfangt. (Apg 2,38)
Auch wir, auch Sie sollen diesen Geist Gottes empfangen und mit ihm beschenkt werden. Lassen Sie Sich doch darauf
ein, erleben Sie, wie sich Ihr Leben positiv verändert durch den Glauben an Jesus Christus! Und feiern Sie mit,
dass der Heilige Geist gekommen ist und bis heute noch in uns leben will! Damals gingen 3000 Menschen darauf ein,
glaubten an den Herrn Jesus Christus, ließen sich taufen und wurden in die Gemeinde aufgenommen!
Wie reagieren wir? Gottes Wort verlangt eine Antwort des Menschen! Gehören wir zu denen, die
nicht glauben wollen, sondern nach Erklärungen suchen oder öffnen wir uns für die gute Nachricht
von der Rettung und dem Wirken des Heiligen Geistes an uns? Gott hat den ersten Schritt auf Sie
zu längst getan. Seine Hand ist ausgestreckt, bereit zu segnen und zu beschenken!