„DER GEIST GOTTES, DER EUER LEBEN BESTIMMT…“

Kurzpredigt im Anbetungsgottesdienst der Lydia-Gemeinde zu Pfingsten 2003
Pastor Thomas Vollenweider


Doch ihr, meine geliebten Kinder, gehört zu Gott. Ihr habt diese Lügenpropheten durchschaut und besiegt. Denn der Geist Gottes, der euer Leben bestimmt, ist stärker als der Geist der Lüge, von dem die Welt beherrscht wird. (1Joh 4,4)

Wer oder was beherrscht unser Leben? Die Wahrheit oder die Lüge? Das Licht oder die Dunkelheit? Der Geist oder die Geister?

„Denn der Geist Gottes, der euer Leben bestimmt“ – Über diesen Nebensatz bin ich gestolpert! Bestimmt der Geist Gottes unser Leben? Das ist doch dann eine berechtigte und notwendige Frage, die wir uns an diesem Pfingstfest stellen wollen! Wir feiern heute denn nicht nur den Geburtstag der Gemeinde, sondern eben auch die Ausgießung des Heiligen Geistes auf alle Gläubigen!

Das erinnert uns an die bekannte Stelle im Römerbrief (8,14):

Alle, die sich vom Geist Gottes regieren lassen, sind Kinder Gottes.

Luther übersetzte diesen Satz mit "Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder." Und in der Elberfelder Bibel lesen wir: "Denn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden, diese sind Söhne Gottes."

Paulus erläutert das noch mehr, wenn er im Brief an die Galater schreibt:
Denn, selbstsüchtig wie wir sind, wollen wir immer das Gegenteil von dem, was Gottes Geist will. Doch der Geist Gottes duldet unseren Egoismus nicht. Beide kämpfen gegeneinander, so daß ihr nicht ungehindert tun könnt, was ihr wollt. (Gal 5,17)

Da findet ein Kampf statt, zwischen dem Geist Gottes und unserem Egoismus! Das Pfingsterlebnis – „So wurden sie alle mit dem Heiligen Geist erfüllt“ – spricht von der Notwendigkeit und der Möglichkeit, uns vom Geist Gottes ganz erfüllen und durchdringen zu lassen! Anders ausgedrückt: Wir bringen uns unter die Herrschaft Gottes, Jesus wird der erste Platz eingeräumt. Es ist das Leben der Heiligung!

In Röm 8,1 lesen wir: Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.

D.h. Alle, die sich vom Geist Gottes regieren lassen, sind Kinder Gottes. Oder umgekehrt: Gottes Kinder lassen sich von Gottes Geist leiten, sie haben Seinen Sinn, Sein Wesen, Seine Liebe, Seine Kraft! Das ist nicht für eine bestimmte Elite gedacht, sondern für alle, die zu Ihm gehören! Wie wir es in dem Lied gehört haben:

GOTT WOHNT NUN IN SEINEN MENSCHEN
ER IST UNBESCHREIBLICH NAH.
GANZ EGAL, WO WIR AUCH HINGEH’N,
GOTTES GEIST IST MIT UNS DA.


Damit das nicht so abstrakt klingt, wollen wir uns einige Lebensbereiche anschauen, die entweder vom Geist Gottes bestimmt werden oder von ganz anderen Geistern! Wer oder was regiert uns in unserem Leben? Das ist die entscheidende Frage!


· Unsere Zeit - wie wir die Prioritäten setzen

Karriere, Stress, Druck, Ehrgeiz, Familie, Freunde, Gemeinde?! Geben wir Jesus auch das Recht, über unserer Uhr zu regieren? Kaufen wir die Zeit aus, auch im Blick auf die Ewigkeit? Bedenken wir:

„Es ist nicht wenig Zeit, die wir zur Verfügung haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen.“ (Seneca)



· Unsere Beziehungen – wie wir mit Menschen umgehen

Fragen wir: „Was bringt mir das?“ oder „Was kann ich dem anderen geben?“ Muss ich immer Recht haben, oder kann ich aus Liebe zurück stecken? Wenn wir uns vom Geist Gottes regieren lassen, dann können wir den anderen so annehmen wie er ist!



· Unsere Ziele – wonach wir unser Leben ausrichten

Im Lied haben wir gehört: „Gottes Geist, der uns die Richtung weist“ und „Er lenkt unsere Gedanken, wenn wir auf der Suche sind.“ Er will uns führen – in alle Wahrheit und Erkenntnis. Er will uns bei wichtigen Entscheidungen und an Weggabelungen leiten und führen!



· Unser Geld – worin wir investieren

Was bestimmt unser Verhältnis zum lieben Geld? Habgier und Raffgier, Wirtschaftlichkeits-Denken oder aber verstehen wir uns als Verwalter und sind wir bereit, Gott zu geben, was Gottes ist?



· Unsere Werte – wonach sie sich richten

Wer bestimmt unser Wertesystem? Wonach richten wir uns in ethischen Fragen und persönlichen Überzeugungen?



Wir könnten das noch beliebig fortsetzen und all das beschreiben, was unser Leben ausmacht:

· Unser Körper – als Tempel des Heiligen Geistes
· Unsere Seele – welchen Gefühlen geben wir Raum?
· Unsere Familie
· Unser Beruf
· Unsere Freizeit, etc, etc.

Doch wenn wir den Satz „Denn der Geist Gottes, der euer Leben bestimmt“ beherzigen – dann feiern wir das ganze Jahr über Pfingsten! Dann bekommt Jesus wirklich und unangefochten den ersten Platz in meinem Leben! Wäre es nicht wunderbar, wenn wir Ihm gerade heute unser Leben ganz neu zur Verfügung stellen würden?! Heute beten würden: „Dein Geist soll ab sofort mehr Raum in meinem Leben einnehmen!“

Alle, die sich vom Geist Gottes regieren lassen, sind Kinder Gottes

Wir wollen als Gottes Kinder auch Gottes Gedanken denken und Gottes Taten tun! Und das ist wiederum nur möglich, wenn Sein Geist unser Leben bestimmt!

„Der Geist Gottes duldet unseren Egoismus nicht.“ (Gal. 5,17)

Ja, beide kämpfen gegeneinander! Möge der Bessere gewinnen! Ich geb’ mich geschlagen! Und Du?

Lasst uns singen: „Komm, Heil’ger Geist mit Deiner Kraft, die uns verbindet und Leben schafft!“



AMEN.





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