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Bibeltage 2006 mit Herrn Paul Vollenweider
Die diesjährigen Bibeltage nahm Herr Paul Vollenweider zum Anlass seinen Zuhörerinnen und Zuhörern
Gedanken aus dem Brief des Apostels Paulus an die Galater zu vermitteln, deren Heimatort, Galata,
heute Bestandteil der türkischen Stadt Istanbul ist und sich am nördlichen Ufer des Goldenen Horns
befindet.
Die Themen der vier Predigten lauteten:
1. Abend: Was soll nun das Gesetz? (Gal. 3,19)
2. Abend: Durch Gesetzeswerke kann keiner gerecht werden!
(Gal 2,16)
3. Abend: Durch den Glauben an Christus allein werden wir errettet!
(Gal 2,16)
4. Sonntagmorgen: Christus lebt in mir! (Gal 2,20)
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Paul Vollenweider
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1. Abend
Wenn man den Brief des Apostels Paulus liest, so fällt auf, dass Paulus diesen offensichtlich
in vollem Zorn an die Christen in Galata schrieb. Und dies nicht ohne Grund. Paulus war ein Mensch, der
von einem radikalen Glauben an das Erlösungswerk Jesu geprägt war, so dass er daraus die entsprechenden
Konsequenzen zog. Für ihn gab es kein „ein bißchen Jesus“, sondern er forderte eine völlige Hingabe des
ganzen Menschen an Jesus. Das Evangelium Jesu stand für Paulus über allem. So schrieb er in Kapitel 1, Vers 8:
„Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium entgegen dem verkündigten,
was wir euch verkündigt haben: er sei verflucht!“
Grund des Anstoßes für Paulus war die Abkehr der Galater von dem Evangelium Jesu und ihrer Hinwendung
zu der aus dem Alten Testament entstandenen Gesetzlichkeit. Gott selbst hatte Mose und damit den Israeliten
auf ihrem Weg aus Ägypten in der Wüste am Berge Sinai Sein Gesetz gegeben. Die sogenannten „Mosaischen Gesetze“
waren dazu da, dem Volk dessen Sündhaftigkeit und Verlorenheit vor Augen zu führen.
Durch den Propheten Jeremias stellt Gott jedoch Seinem Volk einen neuen Bund in Aussicht, in dem das Gesetz
ein neue Bedeutung erfährt.
„ Siehe, Tage kommen, spricht der Herr, da schließe ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen
Bund: nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern geschlossen habe an dem Tag, als ich sie bei der Hand faßte,
um sie aus dem Land Ägypten heraus zuführen, - diesen meinen Bund haben sie gebrochen, obwohl ich doch ihr Herr
war, spricht der Herr. Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde,
spricht der Herr: Ich werde mein Gesetz in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben. Und ich werde
ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein. Dann wird nicht mehr einer seinen Nächsten oder einen seinen Bruder
lehren und sagen: Erkennt den Herrn! Denn sie alle werden mich erkennen von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größtem,
spricht der Herr. Denn ich werde ihre Schuld vergeben und an ihre Sünde nicht mehr denken.“
(Jer 31,31-34)
Diesen neuen Bund hat Gott durch Seinen Sohn Jesus Christus mit uns geschlossen. Wer Jesus sein Leben übergibt,
Ihm sich also anschließt und Ihm nachfolgt, der bekommt ein Geschenk, nämlich den Heiligen Geist. Dann kommt Gott
in sein/ihr Herz.
Jesus hat die Macht der Sünde der Welt gebrochen. Der Glaube an Jesus Christus genügt. Durch ihn sind wir im Besitz
der 100-prozentigen Gnade Gottes. Paulus schreibt: „Nur dies will ich von euch wissen: Habt ihr den Geist aus
Gesetzeswerken empfangen oder aus der Kunde des Glaubens?“ (Gal 3,2).
Aber glauben wir wirklich, dass wir durch unseren Glauben völlig mit Gott versöhnt sind? Viele Menschen haben hiermit
ihr Problem! Sie glauben zwar, dass sie unter der Gnade Gottes stehen, wollen da aber zur Sicherheit noch etwas
nachhelfen, indem sie sich doch wieder, wie die Galater, unter das Gesetz stellen.
Paul Vollenweider verglich diese Christen mit Menschen, die mit einem Velosolex-Fahrrad, einem Oldtimer-Fahrrad mit
Zusatzmotor, unterwegs sind.

Quelle: www.mypage.bleuwin.ch
Auch wenn das Fahrrad durch den Zusatzmotor angetrieben wird, so kann der Benutzer zusätzlich mit den Pedalen
strampeln, ohne dass sich dies auf seine Reisegeschwindigkeit auswirkt. Auch viele Christen strampeln sich durch
den Versuch gesetzmäßig zu sein ab, obwohl sie durch die Gnade Gottes bereits gerechtfertigt sind. Durch unsere
Anstrengungen machen sie dagegen die Gnade Gottes und das Werk Jesu am Kreuz klein.
„Für die Freiheit hat Christus uns freigemacht.“ (Gal 5,1) Wir sind frei, wir müssen nicht strampeln und uns abmühen,
denn Jesus Christus hat uns zur völligen Freiheit befreit.
2. Abend
Paulus schrieb in seinem Brief an die Galater den „Schlüsselsatz“:
„Wir sind von Natur Juden und nicht Sünder aus den Nationen, aber da wir wissen, dass der Mensch nicht aus
Gesetzeswerken gerechtfertigt wird, sondern nur durch den Glauben an Christus Jesus, haben wir auch an Christus
Jesus geglaubt, damit wir aus Glauben an Christus gerechtfertigt werden und nicht aus Gesetzeswerken, weil aus
Gesetzeswerken kein Fleisch gerechtfertigt wird.“ (Gal 2,15.16)
Und trotzdem hat Gott das Gesetz, von dem im Alten Testament zu lesen ist, erlassen. Hat Er damit einen Fehler
gemacht, als Er es schuf? Diese Frage kann mit einem klaren „Nein“ beantwortet werden. Das Gesetz hat seinen Sinn,
denn es zeigt uns Menschen unsere Sündhaftigkeit auf.
Und obwohl wir uns über die Gnade der Rechtfertigung durch Glauben in unserem Herzen bewusst sind, besteht immer
wieder bei uns Christen die große Gefahr in Gesetzlichkeit zu verfallen. Insbesondere dann, wenn Traditionen nicht
unmaßgeblich das geistliche Leben bestimmen, wird in Kauf genommen, dass nicht Gottes Willen maßgebend ist sondern
die Gesetzlichkeit vorherrscht. Der Mensch versucht in diesen Fällen durch seine eigenen Anstrengungen noch „heiliger“
zu werden. Im Gegenteil, hierbei handelt es sich nicht um den Weg zur Heiligkeit, sondern man befindet sich dann auf
der Autobahn zur Scheinheiligkeit.
Hiergegen stehen auch die Worte des Paulus, die kurz gefasst lauten: Durch Gesetzeswerke ist kein Mensch gerecht und
damit gerettet.
Und trotzdem kommen Zweifel, wenn wir das Kapitel 7 Vers 18 des Briefes Paulus an die Römer lesen:
„Denn ich weiß, dass in mir, dass ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt, denn das Wollen ist bei mir vorhanden,
aber das Vollbringen des Guten nicht.“
Viele Menschen müssen diesem Satz leider für sich persönlich zustimmen. Die Lösung dieses großen Problems besteht aber
in der Gewissheit, dass Gott uns kennt und weiß, dass wir alleine aus unserer Sündhaftigkeit nicht herauskommen werden.
Daher hat Er einen neuen Plan ersonnen, einen Neuen Bund erdacht durch Seinen Sohn Jesus Christus. Er hat uns den
Heiligen Geist verheißen, wenn wir Seinen Sohn annehmen. Aber wie können wir dies tun?
„Jesus, den Christus, annehmen“, bedeutet, Ihm immer mehr Raum in meinem Leben zu geben.
Ich muss abnehmen, damit Jesus immer mehr Raum gewinnt!
Was bedeutet das? Es bedeutet, dass ich als Mensch Gott und damit Jesus immer mehr Raum in meinem Leben geben muss.
Ich muss sinnbildlich „abnehmen“ und Gott immer mehr Platz in meinem Leben überlassen. Je mehr wir von der Bühne
abtreten, desto mehr kann Er auftreten und die Hauptrolle in unserem Leben übernehmen. Wenn wir jedoch die Bühne
voll und ganz beherrschen, dann kann Er gar nicht auftreten. Es gilt, die Bühne unseres Lebens ganz und gar Jesus
zu überlassen, wie Paulus das getan hat! Dann erleben wir auch den vollen Segen. So, wie es auch Jesus bei Seinen
Entscheidungen getan hat. Wenn wir dies tun und wir dann trotz allem auf Demütigungen und Schwierigkeiten stoßen,
so sollte uns dies nicht verunsichern. Gott will, dass wir unseren persönlichen Weg zu Ihm finden. Und dazu gehört
es, dass wir Seine Größe wahrlich erkennen. Auch dadurch, dass wir vor Ihm ganz klein werden.
Wichtig ist, dass wir aus Jesu Verhalten lernen. Er tat nie etwas, ohne Seinen Vater vorher zu befragen. Aus der
Schrift sollten wir erfahren, dass auch wir, wie Sein Sohn den Schöpfer des Himmels und der Erde, unseren
allmächtigen Gott, bei allem, was wir vorhaben, befragen sollten, wie unsere Entscheidungen aussehen sollten.
Wenn wir dies tun und darauf
hören, werden wir Gott persönlich erleben.
Wir müssen uns auf Gott immer ausrichten und zu Ihm beten:
Herr, schenke mir,
dass ich Deinen heiligen Willen noch besser erkenne
und noch exakter erfülle!
3. Abend
Zu Beginn seiner dritten Predigt zum Brief an die Galater wies Paul Vollenweider nochmals darauf hin, dass
das von Gott gegebene Gesetz heilig und vollkommen ist, da Gott ja ebenfalls heilig und vollkommen ist. Das
Gesetz basiert auf der Weisheit Gottes. Durch dieses Gesetz sind wir in der Lage, uns und unser Leben kritisch
im richtigen Licht zu betrachten. Die Maßstäbe Gottes werden uns durch das Gesetz vorgegeben, so dass wir uns
unserer Sündhaftigkeit bewusst werden. Hierdurch wird uns der Weg eröffnet, den Glauben an die Rechtfertigung
allein durch Jesus Christus zu finden. Durch das Gesetz wird niemand gerecht, jedoch durch Jesus Christus.
Was Jesus tat und tut ist vollkommene Gnade.
- Er hat alle unsere Sünden vergeben, die, die wir bis heute getan haben und auch die zukünftigen Sünden.
- Er hat die Macht der Sünde gebrochen, denn
- Er hat uns mit Gott versöhnt.
Jesus ist der Anfänger und Vollender unseres Glaubens! Dafür sollten und müssen wir stets danken. Denn nur durch
Ihn haben wir die Gewähr, dass wir durch die Untiefen unseres Lebens kommen. Der Glaube ist etwas Gewaltiges.
Aber wie wirkt sich der Glaube nun in dem Leben eines wiedergeborenen Christen aus? Welchen Gewinn bringt der Glaube
dem Menschen, der sein Leben Jesus übergeben hat?
Paul Vollenweider zeigte die folgenden Vorzüge des Glaubens auf:
- Freude
Der Glaubende spürt Freude bei der Gewissheit, dass er sein Leben mit Gott lebt und er Gott jederzeit an seiner
Seite weiß.
- Frieden
Durch die Freude über Gott und die Liebe zu unseren Nächsten erfahren wir das Gefühl des inneren Friedens. Im Brief
an die Römer (Kapitel 5 Vers 1) schrieb Paulus:
„Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus,
durch den wir im Glauben auch Zugang erhalten haben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns aufgrund der
Hoffnung der Herrlichkeit Gottes.“
- Kraft
Der Glaubende erhält die Kraft des Heiligen Geistes und damit die Kraft Gottes.
„In Ihm (Jesus Christus) seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium des Heils, gehört habt und
gläubig geworden seid, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung.“ (Epheser 1,13)
Dieser Kraft Gottes sind sich viele Christen kaum bewusst. Sie zeigt sich z.B. aber in der Fähigkeit, Verfehlungen
zu vergeben, in der Liebe dem Nächsten gegenüber und dem Ertragen von Schwierigkeiten, die uns in unserem Leben erwarten.
Diese Kraft wächst in uns nach und nach.
- Liebe
Der Glaube bewirkt durch den Heiligen Geist Liebe in uns. Ebenso wie die Kraft in uns langsam wächst, entfaltet sich die
Liebe. Sie bewirkt die Möglichkeit, anderen Menschen mit der Liebe Gottes, der Agape, zu vergeben. Hierdurch wird uns
Friede geschenkt. Wir müssen uns immer dabei im Klaren sein, dass Gott auch den Menschen liebt, der uns persönlich
vielleicht gerade Probleme bereitet oder uns unsympathisch ist.
- Hoffnung
Wer an Jesus Christus glaubt, ist im Besitz der Heilsgewissheit. Der Gläubige kann sich darüber sicher sein, dass
ihm durch den Sühnetod Jesu das Paradies aufgeschlossen ist. Aber dennoch befallen uns oft Zweifel darüber. Der
prominenteste Fall wird uns in der Bibel beschrieben. Im Evangelium des Matthäus bezeichnet Jesus Johannes den
Täufer als den Größten, „unter den von Frauen Geborenen“. Und selbst diesem Menschen kamen Zweifel an Jesus
als dem Messias. Denn er schickte seine Jünger zu Jesus und ließ Ihn fragen: „Bist du der Kommende, oder
sollen wir auf einen anderen warten?“ (Matthäus 11, 2b). Genauso geht es auch vielen Christen. Immer wieder
versucht der Widersacher, Satan, den Gläubigen zu verunsichern. Dagegen steht aber das Wort Gottes.
Wir dürfen das Wort Gottes ganz persönlich nehmen. Im Evangelium des Johannes heißt es im Kapitel 3 Vers 16:
„Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht
verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“
Um die persönliche Bedeutung dieses Satzes begreifen zu können, rief Paul Vollenweider auf, für das Wort „jeder“
den eigenen Namen einzusetzen. Hierdurch wird Bibellesen eine ganz individuelle Erfahrung und die Größe und Liebe
Gottes uns Menschen gegenüber immer deutlicher. Wenn wir glauben, dass Gott jeden Einzelnen von uns Menschen so
sehr geliebt hat, dass Er Seinen Sohn gab, damit jeder von uns ewiges Leben hat, spätestens dann werden wir Tränen
der Freude über Gott weinen. Es ist daher wichtig, sich immer mehr mit Gottes Wort auseinander zu setzen, in dem
wir uns täglich Zeit hierfür nehmen.
- Gemeinde
Wenn wir den Geist Gottes in uns haben, werden wir das Bedürfnis haben, uns einer christlichen Gemeinde
anzuschließen. Durch die Gemeinde gibt uns Gott ein Übungsfeld, wo wir unter Geschwistern im Glauben das
wirklich üben können, was uns das Evangelium lehrt.
Die Aufgaben der Gemeinde bestehen in der Anbetung und der Fürbitte füreinander. Dieses Übungsfeld führt
den Menschen auch im Alltag zur Segnung des Nächsten und hilft manch Problem zu lösen. Wer segnet, hasst nicht!
- Gebet
Gott gebraucht das Gebet um sein Reich zu bauen. Im Gebet steckt Kraft. Deshalb ist es ganz wichtig, dass
wir uns gegen die Absichten des Satans stellen, der uns vom Gebet und damit von der Kommunikation mit unserem
himmlischen Vater abhalten will.
Abschließend ließ Paul Vollenweider die Anwesenden an den Wahrheiten teilhaben, die er mit den Worten
„Mein göttliches Wissen“ überschrieben hat:
Ich weiß, dass Jesus, mein Erlöser, lebt.
Ich weiß, dass Jesus mich erlöst hat von Sünde und Schuld.
Ich weiß, dass Jesus mich versöhnt hat mit Gott.
Ich weiß, dass Jesus der Anfänger und Vollender meines Glaubens ist.
Ich weiß, dass Jesus in mir lebt.
Ich weiß, dass ich in Jesus bin, wie ein Wurm im Apfel.
Ich weiß, dass Jesus mich umformt in Sein Bild.
Ich weiß, dass Jesus mich führet zum herrlichen Ziel!
Predigt im Rahmen des
Gottesdienstes am 26.11.2006
Mit seiner vierten und letzten Predigt im Rahmen der Bibelwoche nahm sich Paul Vollenweider einem Vers aus
dem Brief an die Galater an, der nach seiner Aussage kein leichtes Thema zum Inhalt hat. Im Kapitel 2,19.20
schreibt der Apostel Paulus:
„Denn ich bin durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe, ich bin mit Christus gekreuzigt, und
nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir; was ich aber jetzt im Fleisch lebe, lebe ich im Glauben,
und zwar im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.“
Christus lebt in mir. Diese Aussage ist für uns Menschen unvorstellbar. Jesus ist doch nach Seiner Auferstehung
in den Himmel aufgefahren und sitzt dort zur Rechten Gottes, Seines Vaters. Schon David wies darauf im
Psalm 110,1 hin:
„Spruch des Herrn für meinen Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde gemacht habe zum Schemel
deiner Füße.“
Gott lässt Seinen Sohn zu Seiner Rechten sitzen. Diese Erkenntnis lag David bereits rund 1000 Jahre vor Jesu Tod
und Auferstehung vor. Und Petrus nimmt auf diesen in seiner Predigt zu Pfingsten Bezug, in dem er sagte:
„Denn nicht David ist in die Himmel aufgefahren; er sagt aber selbst: „Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze
dich zu meiner Rechten,….“. (Apg. 2,34)
Trotzdem ist Jesus nicht nur im Himmel zur Rechten sitzend bei Seinem Vater, sondern Er ist auch in uns. Kann
dies wirklich sein?
Wir, Christen, glauben, dass das Wort Gottes in der Heiligen Schrift, der Bibel, niedergeschrieben ist. Die
Bibel beinhaltet das offenbarte Wort des Allmächtigen. Auf dieser Grundlage müssen und dürfen wir davon ausgehen,
dass sowohl die Aussage, dass Jesus bei Seinem Vater ist, als auch die, die davon spricht, dass Er in uns ist,
richtig ist. Verstehen können wir dies nicht. Aber glauben können wir. Und diesen Glauben will Gott von uns.
Aber damit ist noch lange nicht Genüge getan. In Johannes 14,10 sagt Jesus:
„Glaubst du nicht, dass ich in dem Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, rede ich
nicht von mir selbst; der Vater aber, der in mir bleibt, tut seine Werke.“
Die Aussage Jesu, dass der Vater und der Sohn so eng miteinander verbunden sind, findet sich fünfmal in den
Evangelien. Anschließend ergänzt Jesus diese Feststellung, denn hieraus ergibt sich eine schier unvorstellbare
Konsequenz. In Johannes 14,23 heißt es:
„Jesus antwortete und sprach zu ihm: „Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten, und mein Vater wird
ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.“
Vater und Sohn sind also in uns! Was ist aber mit dem Heiligen Geist? Ist auch Er in uns?
Nun, darauf gibt uns Paulus eine Antwort. Im Brief an die Korinther (Kapitel 3 Verde 16 und 17) schreibt er:
„Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Wenn jemand den Tempel Gottes
verdirbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr.“
Wir haben also den Geist Gottes erhalten durch unseren Glauben (Epheser 1,13). Aber sind wir uns dessen wirklich
immer bewusst? Und danken wir dafür? Viel wird gedankt, aber für den Heiligen Geist wird am wenigsten Dank gesagt.
Es ist schwer für uns nachzuvollziehen, dass Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist in dem Gläubigen sind.
Vielleicht wird es eher nachvollziehbar, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass auch bei uns Menschen, unser Körper,
unser Geist und unsere Seele zusammengehören und hier auf Erden nicht von einander trennbar sind. Genauso verhält
es sich auch bei Gott. Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist sind eins. Sie sind durch nichts von einander zu
trennen. Aus dieser Logik heraus verstehen wir, dass die gesamte Dreieinigkeit Gottes in uns Raum nehmen will. Aber
lassen wir dies in ausreichendem Maße zu?
Der Heilige Geist in uns bewirkt den Glauben an Jesus Christus. Darüber hinaus erhalten wir die göttliche
Liebe durch den Heiligen Geist. „…… die Hoffnung lässt nicht zu Schanden werden, denn die Liebe Gottes ist
ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.“ (Römer 5,5)
Gott ist Liebe und diese Liebe ist in uns, so dass wir diese Liebe auch weitergeben können.
Paul Vollenweider mahnte nochmals, Jesus immer mehr Raum in unserem Leben zu geben. Er rief die Zuhörerinnen
und Zuhörer auf, immer mehr über das Wort zu meditieren und zu beten sowie zuzulassen, dass Gott an uns
arbeiten und uns nach Seinen Vorstellungen verändern kann.
Die Lydia-Gemeinde dankt Herrn Paul Vollenweider für seinen Predigtdienst im Rahmen der diesjährigen Bibeltage.
Möge der Herr ihm weiterhin die Möglichkeit geben, das Wort Gottes an die Gläubigen weiterzugeben.
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