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Bibelwoche 2004 mit Herrn Paul Vollenweider
Die Themen, die unser Gastprediger, Herr Paul Vollenweider, für unsere Bibelwoche auswählte, befassten sich mit den Aussagen des 1. Briefes des Apostels Johannes.
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 Paul Vollenweider
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1. Abend
Der 1. Abend war überschrieben mit dem Thema „Gottes Zeugnis von Seinem Sohn“. wobei Paul Vollenweider die Verse 5-10 des 5. Kapitels seiner Predigt zu Grunde legte. Hier heißt es:
„Wer aber ist es, der die Welt überwindet, wenn nicht der, der glaubt, das Jesus, der Sohn Gottes ist? Dieser ist es, der gekommen ist durch Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht im Wasser allein, sondern im Wasser und im Blut Und der Geist ist es, der (dies) bezeugt, denn der Geist ist die Wahrheit. Denn es sind drei, die (es) bezeugen: der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei sind einstimmig. Wenn wir (schon) das Zeugnis des Menschen annehmen, das Zeugnis Gottes ist größer; denn dies ist das Zeugnis Gottes, dass er über seinen Sohn Zeugnis abgelegt hat. Wer an den Sohn glaubt, hat das Zeugnis in sich; wer Gott nicht glaubt, hat ihn zum Lügner gemacht, weil er nicht an das Zeugnis geglaubt hat, das Gott über seinen Sohn bezeugt hat.“
Paul Vollenweider führte eingangs aus, dass wir in jedem Fall der Heiligen Schrift, also der Bibel, als dem Wort Gottes Glauben schenken müssen. Was wir in der Bibel lesen, ist Gottes Wort. „Zweifel an Gottes Wort ist Zweifel an Gott“.
Gott gibt dem Menschen Beweise für die Gottessohnschaft Jesu Christi. Im Evangelium nach Johannes wird berichtet, dass Johannes nach der Taufe Jesu den Heiligen Geist in der Form einer Taube über Jesus niederkommen sah. Darüber hinaus hörte Johannes die Stimme Gottes. Und er bezeugt, dass Jesus der Sohn Gottes ist (Joh. 1,29-34).
Neben dem Heiligen Geist wird auch das Wasser als Zeuge/Beweis genannt: In der Taufe hat sich Gott zu Seinem Sohn bekannt. Auch heute ist das Wasser bei der christlichen Taufe Zeuge für die Umkehr des Getauften und seine Annahme von Gott.
Auch das Blut Jesu, dass bei Seinem Tod für die Menschheit vergossen wurde, ist Zeuge Seiner Gottessohnschaft. Nur Er, der ohne Sünde war und kein gewöhnlicher sündiger Mensch, konnte die Last der menschlichen Sünde auf sich nehmen und tragen. Nur er konnte uns durch Sein Blut und Seinen Tod erlösen.
2. Abend
Das Thema des Abends lautete: „Woran erkennen wir, dass wir Gotteskinder sind?“
Paul Vollenweider verwies auf die Verse 1 bis 3 des 5 Kapitels:
„Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist, ist aus Gott geboren, und jeder, der den liebt, der geboren hat, liebt den, der aus ihm geboren ist. Hieran erkennen wir, dass wir die Kinder Gottes lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote befolgen. Denn dies ist die Liebe Gottes, dass wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer.“
Drei Voraussetzungen sind zu erfüllen, um sich ein Gotteskind nennen zu dürfen. Zunächst müssen wir erkennen, dass wir Sünder und verloren sind. Diese Erkenntnis führt den Menschen zur Umkehr, Bekehrung und Übergabe des eigenen Lebens an Gott, was von Gott mit der „Wiedergeburt“ beantwortet wird. Bei der Wiedergeburt werden wir von Gott mit dem Heiligen Geist beschenkt, da Christus von da an in uns lebt (Gal 2,20). Wenn wir aber den Heiligen Geist in uns haben, sind wir von Gott gezeugt (Röm 8,9).
Als zweite Voraussetzung nannte Paul Vollenweider die geschwisterliche Liebe untereinander (1 Thess 4,9, Joh 15,12), die sich in der Vergebung auch ohne vorherige Entschuldigung durch den anderen widerspiegelt.
Die dritte und letzte Voraussetzung fordert, dass wir Gott lieben und Seine Gebote halten. Wir sollen nicht nur sagen „Ich liebe Dich“, sondern wir sollen auch das tun, was Gott von uns verlangt. „Wir zeigen Gott unsere Liebe durch unser Tun.“
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3. Abend
Die Predigt stand unter dem Titel „Was von Gott gezeugt ist, überwindet die Welt“ und befasste sich mit 1. Joh 5,4:
„Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat; unser Glaube.“
Jesus sprach oft von der Welt. Gott liebt diese Welt und alle Menschen. Aber Er hat ihnen auch einen freien Willen gegeben, mit dem sie sich für oder gegen Ihn entscheiden können. Die, die sich für Ihn entscheiden und neu geboren sind (s. 1. Abend), sind von Gott gezeugt und Jesus ist in ihnen. Jesus lebt in uns, wie es der Apostel Paulus bezeugt (Gal 2,20). Dabei ist es wichtig, dass Christus in uns weiter wächst und wir, also unser Ego, dabei abnehmen. Der Heilige Geist in uns zeigt uns, dass wir immer wieder versagen. Dadurch werden wir bildlich immer kleiner. Dies ist ein wichtiger und notwendiger Prozess der Heiligung.
Jesus ist für uns gestorben. Wir sind in Jesus und Jesus ist in uns. Wenn Gott durch Jesus in uns Raum nehmen kann, so sind wir gleichzeitig in Jesus. Er umgibt uns und beschützt uns. Der Fürst dieser Welt, der Satan, hat keine Chance mehr, über uns Gewalt auszuüben. Sicherlich sind wir nicht vor Sünde gefeit, aber wir erkennen unsere Verfehlungen, können sie vor Gott bringen, Buße tun und uns der Vergebung Gottes gewiss sein. Johannes schreibt sogar in Kapitel 5 Vers 18: „Wir wissen, dass jeder, der aus Gott geboren ist, nicht sündigt, sondern der aus Gott Geborene bewahrt ihn und der Böse tastet ihn nicht an.“
Paul Vollenweider rief die Gemeinde auf mit Jesus durch Dick und Dünn zu gehen. Wir sollen dem Frieden gegenüber jedermann und insbesondere der Heiligung nachjagen. Wiedergeburt und Heiligung sind die Grundpfeiler für ein Leben mit Gott.
4. Abend
Paul Vollenweider nahm den Inhalt des 2. Kapitels, Verse 15-17, zum Anlass, seine Predigt unter den Titel „Habt nicht lieb die Welt!“ zu stellen. In den genannten Versen heißt es:
„Liebt nicht die Welt noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt liebt, ist die Liebe des Vaters nicht in ihm; denn alles, was in der Welt ist, die Begierde des Fleisches und die Begierde der Augen und der Hochmut des Lebens, ist nicht vom Vater, sondern ist von der Welt. Und die Welt vergeht und ihre Begierde; wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit.“
Auch Jakobus mahnt in seinem nach ihm benannten Brief (Kapitel 4 Vers 4): „Wer nun ein Freund der Welt sein will, erweist sich als Feind Gottes!“.
Aber warum sollen wir die Welt nicht lieben und werden sogar als Feinde Gottes bezeichnet, wenn doch Gott diese Welt als „gut“ bezeichnete, was wir in 1. Mose 1, der Schöpfungsgeschichte, lesen können? Paul Vollenweider wies darauf hin, dass bei Johannes und Jakobus mit dem Begriff „Welt“ nicht die Schöpfung selbst gemeint ist. Vielmehr handelt es sich um ein System von Werten und Zielen, in dem Gott keinen Raum mehr hat. Gott hat die die Menschen dieser Welt so sehr geliebt, dass Er Seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat (Joh 3.16). Diese Liebe hat nicht aufgehört zu bestehen. Sie ist auch heute unverändert vorhanden.
Aber Gott will auch, dass wir nicht vor dieser Welt, vor unseren Mitmenschen glänzen und Ehre erheischen wollen. Der alte Mensch in uns soll sterben. Wir sollen wiedergeboren werden in Christus. Auch sollen wir uns selbst nicht so wichtig nehmen, sondern vielmehr Gott in den Mittelpunkt unseres Lebens stellen, unser Kreuz aufnehmen und Ihm, Jesus, nachfolgen (Matthäus 16,24). Diesen täglichen Kampf sollen und können wir nicht aus eigener Kraft gewinnen. Hier sind wir auf die Hilfe Jesu angewiesen. Jedoch müssen wir diesen Weg selbst einschlagen. Hilfe und Unterstützung erfahren wir dabei durch
- das persönliche intensive Studium des Wortes Gottes, der Bibel,
- das Ausrichten auf Gott im Gehorsam und der Buße, um damit zunehmender frei von Sünde zu werden und
- dem verstärkten Auseinandersetzen mit Gottes unendlicher Liebe.
Gottes Wort im Herzen bewegen, legte Paul Vollenweider den Zuhörern und Zuhörerinnen besonders ans Herz. Das Lesen der Bibel muss zu einer persönlichen Erfahrung und Beziehung mit Gott führen.
5. Abend
Paul Vollenweider predigte über die Verse 5-10 des 1. Kapitels, die er unter das Thema „Der Wandel im Licht“ stellte, und in denen es wie folgt heißt:
„Und dies ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: dass Gott Licht ist und gar keine Finsternis in ihm ist. Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, lügen wir und tun nicht die Wahrheit. Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde. Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit. Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.“
Anhand einer Begebenheit aus seinem Leben verdeutlichte Paul Vollenweider eindrucksvoll den Unterschied zwischen Licht und Finsternis. Je mehr Licht vorhanden ist, desto besser kann man sehen und Einzelheiten um sich herum wahrnehmen. Das Sonnenlicht bringt aber nicht nur Helligkeit sondern auch Wärme mit sich.
In Johannes 8,12 lesen wir, dass Jesus sagte: „Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben“. Jesus ist das Licht, durch das wir zur Erkenntnis kommen. Und im Psalm 119 Vers 105 heißt es: „Dein Wort ist meines Fusses Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.“
Jesus lässt uns Einzelheiten über Gott erkennen und er schenkt uns Wärme. Ein Ausdruck von Wärme ist die Liebe. Um so mehr wir im Licht Jesu stehen, um so mehr können wir lieben und die Liebe weitergeben. Wir sollen im Licht leben und nicht in der Sünde, in der Finsternis.
Dabei verschwieg Paul Vollenweider nicht, dass auch Christen vom Fürst dieser Welt, dem Satan, immer und immer wieder angefochten werden. Auch Christen fallen in die Sünde, sie sind vor ihr nicht gefeit. Aber wenn wir die große Bedeutung des Todes Jesu auf Golgatha erfasst haben, dann wird uns der Heilige Geist zu Menschen verwandeln, die sich ihrer Sünden bewusst sind und sie bereuen. Wir werden bewusst in der Bibel lesen, Gott fragen, was zu tun ist und Jesus lieben. Das Ergebnis eines solchen Lebens im Licht beschreibt Paulus in seinem 2. Brief an Timotheus (4, 7-8) mit den Worten: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt; fortan liegt mir bereit der Siegeskranz der Gerechtigkeit, den der Herr, der gerechte Richter, mir (als Belohnung) geben wird an jenem Tag; nicht allein mir, sondern auch allen, die sein Erscheinen lieb gewonnen haben.“
6. und letzter Abend
Am letzten Abend der diesjährigen Bibelwoche sprach Paul Vollenweider über unser an Gott gerichteten Bitten. Er nahm den Vers 14 aus dem 5. Kapitel des 1. Briefes des Johannes und überschrieb seine Predigt mit den Worten „Wenn wir bitten nach Seinem Willen“. An der genannten Stelle lesen wir in der Bibel:
„Und dies ist die Zuversicht, die wir zu ihm haben, dass er uns hört, wenn wir etwas nach seinem Willen bitten.“
Paul Vollenweider wies anfangs darauf hin, dass der Mensch es in seinem Leben mit dem Willen dreier Personen zu tun hat. Auf der einen Seite steht Gott, dessen Willen es ist, dass der Mensch zur Wahrheit kommt. Ihm gegenüber steht der Satan, dessen Willen ein genau entgegen gesetztes Ziel verfolgt. Die dritte Person mit einem eigenen Willen ist der Mensch, der Erfolg und ein angenehmes Leben sucht. Aus diesen eigenen Interessen heraus, tut der Mensch in aller Regel zur Freude des Satans nicht das, was dem Willen Gottes entspricht.
Dieser Gefahr sind nicht nur wir heute ausgeliefert. Auch in früheren Zeiten kennen wir entsprechende Beispiele. Selbst in der Bibel wird von Menschen berichtet, die sich ganz bewusst gegen den Willen Gottes gestellt haben. So zählte Paul Vollenweider u.a. den Propheten Jona (Jona 1,1-3), der sich ganz bewusst gegen Gottes Anweisung richtete und auch König David, der obwohl er den Willen Gottes kannte, Ehebruch begangen hatte (2. Sam 12), als Beispiele für Menschen auf, die sich von Gottes Plan und Willen abwendeten.
Gott will unseren vollen Gehorsam. Gott nimmt es genau. Im 1. Samuel 15, 23 heißt es: „Ungehorsam ist eine Sünde wie Wahrsagerei, und Widerstreben ist wie Abgötterei und Götzendienst.“
Der einzige Mensch, der seit der Erschaffung der Welt bedingungslos den Willen Gottes bis zu Seinem Tod getan hat, ist Jesus Christus (Johannes 4,34). Gott hat immer bis auf eine Ausnahme Jesu Gebete erhört. Nur im Garten Gethsemane hat Gott es nicht zugelassen, dass der Kelch des Todes an Jesus vorübergehen wird, obwohl dieser Seinen Vater darum bat. Aber warum errettete Gott Seinen Sohn nicht vor dem Martertod? Die Antwort ist: Weil die Bitte Jesu nicht dem Willen und Plan Seines Vaters entsprach. Dies gilt auch für uns. Wir dürfen beten und bitten. Wir müssen aber unseren Willen Gottes Willen unterstellen. Sein Wille ist maßgebend, denn Er ist der Herr. „Dein Wille geschehe!“
Und so bekommt das Gebet, das Paul Vollenweider täglich betet und das er den Zuhörerinnen und Zuhörern ans Herz legte, eine besondere Bedeutung:
Herr, schenke mir, dass ich DEINEN HEILIGEN WILLEN immer besser erkenne und immer exakter erfülle.
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Zur Person: Paul Vollenweider ist freier Prediger in der Schweiz. In einem Alter von 40 Jahren kam er zum Glauben an Jesus Christus als unseren Erlöser. Seit nunmehr 40 Jahren begleitet ihn sein Glaube durch die Zeit und lässt ihn mit Freude, Engagement und Kraft durch seinen Predigtdienst für den Herrn eintreten.
Die Besucher und Mitglieder der Lydia-Gemeinde danken Herrn Paul Vollenweider für seinen eindrucksvollen und überzeugenden Dienst in dieser Bibelwoche.
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